Mein Rheinfussball

22.01.2016

Arsène und Sahnehäubchen. Und Uwe’s Eleven.

Laberthier labert hier über die Kölner Neuntplatzierten vor dem Start ins Fußballjahr 2016.

Unser Laberthier nimmt den Rückrundenstart der Kölner Vereine unter die Lupe.

Passend zum Rückrundenstart der Rotweißen Kölner Fußballvereine labert das Laberthier wieder für uns. Nebenbei schreibt er außerdem Romane: „Alle Böcke beißen …“ ist der erste (Un)Sittenroman rund um den 1. FC Köln. In "Alle Heiner freu'n sich ..." geht es um das Wunder von Darmstadt. Und demnächst erscheint „Alle Löwen feiern …“ über den Wuppertaler SV. 

Wir erinnern uns. Mit Siegen endete für die Rotweißen unter Kölns Fußballmannschaften das Kalenderjahr 2015. Der FC eierköppte sich kurz vor Weihnachten mit einem Last-Minute-Treffer zum Sieg gegen Schwarzgelb Dortmund. Die einst selbst schwarzgelbe Fortuna überließ das mit dem Toreschießen dem Gegner und gewann dank zweier Eigentore beim VfR Aalen. Unterm Strich bedeutete das die Ränge Neun in Liga Eins und Neun in Liga Drei. Einstellig geht es ab heute weiter.

Und Euer Laberthier ist sicher, beim FC bleibt es bis zum Ende der Saison einstellig. Mehr noch, der Reißwolf, an den Jörg Schmadtke vor Weihnachten die Wunschzettel seines Trainerteams verfüttert hatte (Co-Trainer Schmidt: einmal schleichen mit Helene Fischer – Trainer Stöger: einmal die elastischen Beine seiner Jungs auf internationalem Parkett kicken sehen), dieser Reißwolf ist im Mai 2016 selbst reif für den Reißwolf. Platz 7 wird es mindestens, was nach Lage der Dinge für die Playoffs um den Einzug in den guten alten UEFA-Pokal gegen Arschkaltda Almaty oder Hingermberg Qarabaq reicht. Vielleicht ist sogar Platz 6 drin, denn in Lachbach hat es sich bis Ende der Saison ausgeschubert, da gibt’s Gift drauf. Und auch die Konzernkicker aus Opladen-Süd bleiben in Schlagdistanz bis, sagen wir, Dominic Maroh mit seinen Saisontoren drei, vier und fünf den FC vor heimischer Kulisse an Tante Käthes Betriebssportgruppe vorbeischießt.

Jawohl, im Grüngürtel brechen neue Zeiten an. Auch, was bei den leitenden Angestellten das Verhältnis von Vertragslaufzeit und dem Erfüllen dieser angeht. Bis vor kurzem galt dort das Motto „Trainer vor Vertrag“. Der Coach war schneller am Ende als sein Kontrakt. Und Frank Schäfer musste ran.Das hat sich nach Holger Stanislawskis Umschulung zum eigenen Chef in Ritas Welt umgekehrt. Peter Stögers Vertrag wurde um, gemessen an Kölner Verhältnissen, Lichtjahre verlängert. Agenda 2020! Was Arsène Wenger bei Arsenal ist, soll der Österreicher beim FC werden. Und das ist großartig, findet der Laberthier, bei dem der Herr Stöger mit seiner Beharrlichkeit, seiner nonchalanten Art, das hierzustadte besonders aufgeregte Tagesgeschwätz zu ignorieren und seinem Wortwitz („ich hab ihm meine Brille angeboten, aber auch das hat er nicht gesehen“) sowieso schon einen dicken Stein im Brett hat. Am wichtigsten ist aber das Sportliche, keine Frage, und da ist dem Mann zuzutrauen, dass er aus dem FC bis 2020 eine dauerhafte Top-Seven-Truppe macht.

Klingt nach rheinischer Hybris? Mag sein. Ist dem Laberthier aber egal. In vier Jahren spätestens kommt das Sahnehäubchen ganz oben auf die Erdbeere. Und dann, nach diesem Coup, wird mit Peter Stöger nochmal verlängert.
Einen Coup gelandet hat auch Fortuna Köln. Jedenfalls bei all denen, die unter Saisonverlaufsdemenz leiden. Gemeint ist damit die im Grunde erfreuliche, eingeschränkte Erinnerungsfähigkeit an Spiele, die schon was länger her sind. Zum Beispiel die ersten acht, neun Spieltage der aktuellen Spielzeit. Und besonders erfreulich wird es für die im fortgeschrittenen Stadium der Störung. Erinnert man sich nur noch an die letzten neun Spieltage, dann stünde Fortuna mit einem Bein in der Zweiten Liga!

Das Mastermind hinter diesem Coup, der nüchtern betrachtet natürlich nur eine Momentaufnahme ist, heißt Uwe Koschinat. Dem ist es gelungen, zwei Wenden auf einmal einzuleiten: die in der Siege-Niederlagen-Bilanz, und die in den Köpfen seiner Spieler, die nach der 0:3-Klatsche Anfang Oktober gegen Würzburg besorgniserregend tief hingen. Die Spezialisten für Spielaufbau (Kristoffer Andersen), Rückendeckung (Markus Pazurek), Nachhut & Sicherung (Florian Hörnig, Boné Uaffero) und das Knacken der gegnerischen Abwehrketten (Marco Königs) hatte das Mastermind so aufeinander abgestimmt, dass mit Ausnahme der winterlichen Kaffeefahrten nach Chemnitz und Aue Beute gemacht wurde. Besonders schön war die Raushole unter heimischem Flutlicht gegen Lila-Weiß Osnabrück. Da haben Uwes Eleven mächtig Eindruck hinterlassen.

Oder, mit Apostroph, Uwe’s Eleven. Featuring Julius Biada als Brad Pittermännchen und André Poggenborg als Mad Demon, plus neun andere, gecoacht vom schönsten Trainer der Südstadt.

Nur bitte nicht übertreiben. Kein weiterer Einbruch. Der Laberthier ist nicht der einzige, der noch was länger den Blick auf die Tabelle genießen möchte.

Kommentieren

Vermarktung: