02.11.2017

Mit Rückenwind zu einem „brutal angezählten Gegner“

Die Bilanz in Münster spricht nicht für die Fortuna _ Kessel ist wieder fit

Daniel Keita-Ruel (r.) leitete gegen Würzburg mit einem tollen Tor die Wende ein. Foto: Fortuna

Nach einer aufstiegsreifen Bilanz von 30 Punkten aus 14 Spielen orientiert sich auch Uwe Koschinat vor dem Gastspiel am Freitag (19 Uhr) im Preußenstadion nach oben. „Es wäre totaler Schwachsinn, wenn ich jetzt etwas anderes sagen würde. Die Mannschaft hat den Ehrgeiz und die Power dafür. Bis Weihnachten wollen wir uns in der Spitzengruppe halten. Das wäre eine Riesengeschichte und ist für uns eine große Herausforderung“, sagt der Coach des Tabellenzweiten vor der Partie in Münster.

 Nach einem größeren Umbruch zu Saisonbeginn und der Verpflichtung zahlreicher junger und hungriger Spieler aus der Regionalliga hatten die Kölner zunächst den Klassenerhalt als Ziel propagiert. Angesichts von 17 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsregion wurde nun der Umdenkungsprozess eingeleitet. „Das war auch anhand des Kaders und der Zusammenstellung zu dem Zeitpunkt realistisch. Ich nenne nur Ziele, mit denen ich mich identifizieren kann, sonst brauche ich sie nicht zu formulieren“, so Koschinat, der sich bei den Preußen mit seinem Team dennoch nicht als Favorit sieht. „Wir haben da noch nie was geholt, und sind schon mehrfach heftig unter die Räder gekommen.“ In den jüngsten sechs Begegnungen gab es für die Kölner gegen Münster in der Tat nur einen Sieg. Allerdings war auch die Bilanz gegen Würzburg und Chemnitz zuvor nicht gerade rosig. „Da haben wir schon einiges korrigiert in dieser Saison“, betont Koschinat, der vor der Partie „gegen einen brutal angezählten Gegner“ aber auch Dinge nennt, die ihn hoffnungsvoll stimmen. „Wir kommen mit Rückenwind, wir haben Ruhe und sind fokussiert und wir haben unter Flutlicht bisher jedes Spiel gewonnen.“

Personell gibt es wenig Veränderungen. Lediglich Michael Kessel kehrt zurück. Er ist laut Trainer auch ein ernsthafter Kandidat für die linke offensive Seite neben Lars Bender und Okan Kurt. „Definitiv. Er war ja nicht so lange raus. Und er hat seine Sache zuletzt gut erledigt. Das ist derzeit die einzig umkämpfte Position.“ Der Zeitpunkt der Rückkehr von Manuel Farrona Pulido ist noch nicht absehbar. Kristoffer Andersen wird sich am kommenden Montag einem allumfassenden Belastungstest unterziehen. Moritz Fritz, Maurice Exslager und Boné Uaferro sind ohnehin kein Thema.

Nachdem Cedric Mimbala in Meppen als Fritz-Ersatz „aus dem kalten Schuh“ einspringen musste, lobt ihn der Trainer im Verbund mit Bernard Kyere für das Spiel gegen Würzburg in der Innenverteidigung. „Ab der 30. Minute war er überragend in der Bewachung von Marco Königs. Da hat er alles weggeräumt. Auch die Abstimmung mit Bernard war sehr gut. Bernard hat im Gegenzug mit seiner enormen Geschwindigkeit und Physis alle offenen Räume zugelaufen.“

Lob gab es auch für Daniel Keita-Ruel. Der Ausgleichstreffer zum 1:1 gegen Würzburg war erneut sehenswert. Der Ex-Wattenscheider kommt schon auf fünf Saisontreffer und vier Assist. „Drei seiner fünf Tore waren spektakulär. Er ist ein unglaublicher Krieger auf dem Platz. Er hat eine tolle Athletik am Boden und in der Luft. Trotz aller brachialen Gewalt ist er aber auch technisch stark. Mit jedem Treffer wächst sein Selbstvertrauen. Er ist schnell angekommen in Liga drei“, sagt Koschinat, der sich nach dem Treffer von Markus Pazurek vom Punkt zum 2:1 auch auf seinen Elfmeterschützen festgelegt hat. Zuvor waren Maik Kegel und Hamdi Dahmani jeweils aus elf Metern gescheitert. „Es gibt keinen Grund, die Hierarchie nicht so zu belassen.“     

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