12.11.2017

Starke U 23 schlägt sich selber

Der Tabellenführer aus Deutz gewinnt sehr glücklich mit 3:2

Yannick Diehl (Fortuna) attackiert den Kapitän der Deutzer, Telmo Pires Teixeira.

Ein aufopferungsvoller Kampf wurde am Ende nicht belohnt. Lange Zeit hatte die U 23 der Fortuna den Tabellenführer am Sonntag auf dem Kunstrasenplatz am Jean-Löring-Sportpark am Rande einer Niederlage. Die Hausherren dominierten die zweite Halbzeit gegen Deutz 05 klar. Am Ende kosteten die Südstädter individuelle Fehler wie so oft in den letzten Wochen die Punkte. Die Gäste gewannen 3:2 und kamen mit einem dicken blauen Auge davon. Die von Interimstrainer Stefan Puczynski betreute U 23 bleibt hingegen weiter tief im Abstiegssumpf der Landesliga 1 stecken.

„Es tut mir unheimlich leid für die Mannschaft. Die Jungs haben eine hohe Laufleistung und große Leidenschaft auf den Platz gebracht. Dass sie dafür nicht belohnt wurden, tut mir im Herzen weh. Wir sind positiv aus der Kabine gekommen. Das Spiel von Deutz fand aufgrund unseres starken Pressings nur noch in der eigenen Hälfte statt. Aber Deutz hat dann unseren ersten Fehler in der Spieleröffnung gnadenlos bestraft. Wir haben zu keiner Zeit aufgegeben. Es war eine ereignisreiche Woche. An dem Schlachtplan für dieses Spiel hatte Robert Moran einen hohen Anteil. Er hat vieles davon noch vorbereitet. Ich weiß gar nicht, ob es jemals eine jüngere Landesliga-Elf auf dem Feld gab. Respekt an die U 19-Spieler. Nächste Woche können wir hoffentlich einen neuen Trainer präsentieren“, sagte Stefan Puczynski.
 
Die Fortuna begann erneut mit einer sehr jungen Startelf mit einem Durchschnittsalter von 20 Jahren. Im Vergleich zum 3:7 in Leverkusen gab es sechs Änderungen. Mit André Winkels, Juan Ramon Alvarez Koch und Alem Koljic kamen drei Spieler aus der U 19 zum Einsatz. Lewis Biade kehrte nach Gelbsperre ins Team zurück ebenso wie der von seiner Verletzung genesene Kai Burger. Und auch Masashi Nakaya gab sein Debüt in der ersten Elf. In den ersten 30 Minuten suchte die U 23 noch nach der Form und dem Vertrauen in die eigene Stärke. Da hatte Deutz zu viel Platz für Aktionen und dann war der Primus auch brandgefährlich. Folgerichtig führten die Gäste mit 1:0. Der Tabellenführer eroberte 20 Meter vor dem gegnerischen Tor den Ball. Tobias Blum legte gekonnt von links die Kugel rüber zu David Marti Alegre und der Torjäger hatte keine Mühe erneut zu treffen. Beinahe hätte der Spanier das 2:0 markiert. Nach einem Freistoß von links von David Knauf köpfte Alegre aus zehn Metern, aber Zicos Resvanis wehrte reaktionsschnell ab (29.). Nach gut einer halben Stunde kam die Fortuna besser in die Partie. Manuel Kabambi hatte nach einer Ecke den Ausgleich auf dem Fuß, aber der Stürmer schoss aus zwei Metern den Deutzer Keeper Maurice Nguyen an.

Nach dem Wechsel spielte nur noch eine Mannschaft. Der Drittletzte dominierte die Partie. Deutz stolperte von einer Verlegenheit in die nächste. Nach einem Foul an Kai Burger gab es Elfmeter. Der Gefoulte verwandelte selber zum 1:1 (51.). Die Führung für die U 23 schien nur eine Frage der Zeit. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf das Tor der Gäste. Aber, hast du kein Glück, kommt auch noch Pech dazu. Erneut wollte die Fortuna über den Torwart mit einem flachen Ball das Spiel aufziehen, und erneut eroberte Deutz kurz vor dem 16-Meter-Raum den Ball. Thomas Kildau traf im Nachschuss mit dem ersten Versuch der Gäste in Halbzeit zwei zum 1:2 (78.). Im direkten Gegenzug hatte Semih Güler eine hundertprozentige Möglichkeit, aber Nguyen fischte den Ball aus der Ecke.

Dann eine kuriose Szene. Beide Teams tauschten. Deutz einmal, die U 23 doppelt. Obwohl die Fortuna noch beide Einwechselspieler an der Außenlinie stehen hatte, pfiff Schiedsrichter Denis Schmidt die Partie wieder an. Die noch unsortierte Kölner Abwehr kassierte kurz danach das 1:3 erneut durch Kildau (84.). „Da weiß ich gar nicht, was ich zu dem dritten Gegentor sagen soll. Das ist mir auch noch nie passiert. Der Schiedsrichter gibt das Spiel frei, obwohl die Auswechslung noch nicht vollzogen ist. Der Linienrichter war auch nicht bereit, er stand noch an der Mittellinie. Zwei Spieler von uns sind noch gar nicht im Feld. Und somit spielen wir in der Aktion auf der gegenüberliegenden Seite mit zwei Mann Unterzahl. Der Gegner macht einen Einwurf und läuft aufs Tor zu. Der Schiedsrichter hat sich entschuldigt dafür. Leider kann ich mir dafür nichts kaufen. Das Tor hätte er zurücknehmen müssen.“

Nach einem Eigentor durch Blum (87.) kam die nie aufsteckende Fortuna wieder heran. Zum allemal verdienten Ausgleich langte es nicht mehr. In der Nachspielzeit schlug Telmo Pires Texeira Alem Koljic bei einem Zweikampf den Arm ins Gesicht. Der Schiedsrichter ahndete dies fälschlicherweise nicht, dafür aber die anschließende verbale Entgleisung von Koljic zurecht mit einer Roten Karte. 

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