14.11.2017

1 FC Köln: der Traditionsverein in der Krise

Obwohl sich der 1. FC Köln in der UEFA Europa League gegen den weißrussischen Verein BATE Baryssau mit einem 5:2 behaupten konnte, sieht es in der Bundesliga im Moment alles andere als rosig aus. Der elfte Spieltag ist mittlerweile vergangen und der Traditionsverein steigt in der Tabelle immer weiter ab. Dieser Artikel beleuchtet die letzten Spiele sowie die Gesamt-Ergebnisse der letzten Jahre. Ein Ausblick soll zeigen, woher die nächsten Punkte kommen sollen.

In der Vergangenheit gab es sowohl Höhen als auch Tiefen in der Vereinsgeschichte. Insgesamt kann der Kölner Fußballverein vier DFB-Pokalsiege verzeichnen, war dreimal Deutscher Meister und einmal Sieger des UEFA-Pokals. Betrachtet man die letzten Bilanzen in der ersten Bundesliga der vergangenen Jahre, so endete die Saison 2016/17 bemerkenswert mit einem fünften Platz und 49 Punkten für den 1. FC Köln. In den Jahren zuvor war es allerdings eine ständige Achterbahnfahrt, der Verein stieg immer wieder in die 2. Bundesliga ab. Nach dem elften Spieltag der aktuellen Saison liegen sie mit 9 Niederlagen und 2 Unentschieden auf dem 18. Platz und bilden damit das Schlusslicht der Tabelle. Doch wie konnte es zu dieser hausgemachten Krise kommen?

Nach dem Erfolg gegen die Weißrussen konnten die Kölner sich nicht gegen Hoffenheim behaupten und mussten mit einem 0:3 eine weitere Enttäuschung hinnehmen. Das war die schlechteste Heimleistung seit langer Zeit und generell wohl der schlechteste Start in die Bundesliga in der Vereinsgeschichte. Nur drei weitere Fußballclubs konnten in der ersten Bundesliga nicht mehr als 2 Punkte nach den ersten elf Spielen erzielen: der MSV Duisburg, 1860 München und der FC Saarbrücken. Jede dieser Mannschaften ist am Ende abgestiegen und dasselbe wird auch für den FC Köln von bösen Zungen vorhergesagt. Nichtsdestotrotz besteht weiterhin Hoffnung; das Vorbild hierzu liefert der HSV, der sich in den letzten Spielzeiten immer wieder mit einer ähnlich desaströsen Leistung retten konnte. Das Prinzip Hoffnung ist dabei schön und gut, doch die Fakten sprechen eine ganz andere Sprache. So verzeichnet der FC 22 Gegentore, die Abwehrleistung ist im besten Fall mangelhaft. Mit nur 4 Toren halten die Kölner dagegen – nur Bremen traf genauso schlecht. Besonders hoch fielen die Niederlagen gegen FC Augsburg mit 0:3, gegen den BVB mit 0:5 und zuletzt das Spiel gegen Hoffenheim aus. Fakt ist: mit dieser Leistung wird ein Klassenerhalt nicht realisiert werden können.

Die nächsten Spiele finden am 18. November gegen den FSV Mainz 05 und am 26. November gegen Hertha BSC statt. Mainz befindet sich momentan auf dem 13. Platz in der Tabelle, hat also einen Vorsprung von 10 Punkten und konnte bis jetzt immerhin 3 Siege erzielen. Keine Frage: auch Mainz liegt hinter den Erwartungen deutlich zurück. Hinzu kommt der Fakt, dass die Hessen den Kölnern eigentlich recht gut liegen, bei den letzten Aufeinandertreffen konnte Köln immer mindestens einen Punkt ergattern. Das macht eine Vorhersage sehr schwierig, die Partie ist vollkommen offen und wenn der FC mal wieder punkten möchte, dann ist Mainz einer der Kandidaten, wo das gelingen kann. Hertha BSC liegt auf Platz 11, die Berliner bieten 3 Siege, 5 Unentschieden und 14 Punkte. Statistisch gesehen, liegt der Hauptstadtclub hier gegen die Kölner ebenfalls vornet, wobei auch der FC in der Vergangenheit Gewinne verzeichnen konnte. Der große Unterschied in der Leistung der beiden Vereine lässt auf eine klare Niederlage des FC schließen. Doch die Meinungen gehen wie immer auseinander, die Fans halten natürlich Köln die Stange. Der neutrale Buchmacher BetStars dämpft mit der aktuellen Quote hier jedoch etwaige Hoffnungen stark, laut den Experten wird Hertha das Rennen deutlich machen. Am 14. Spieltag geht es dann gegen Schalke 04. Gegen die aktuell sehr starken Gelsenkirchener wird es noch mal eine deutliche Nummer schwieriger zu punkten, hier kann nur mit viel Kampf etwas geholt werden. Ob der 1. FC Köln sich dazu aufraffen kann, werden die nächsten Spiele zeigen.

Eines muss man den Kölnern jedoch hoch anrechnen: entgegen kritischer Stimmen bleibt die Mannschaft dem Trainer Peter Stöger treu, der noch Chancen sieht für seinen Verein. „Wenn man ein bisschen in einen Lauf kommt, dann ist es zu reparieren.“ sagt er selbst. Zusammen mit dem Rückhalt der Fans kann das Team eventuell noch die Kurve kriegen, es müssen aber nun dringend Punkte her. Die Spiele gegen Mainz und Berlin sind hier richtungsweisend, es bleibt abzuwarten, ob der Befreiungsschlag erfolgt.

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