Mein Rheinfussball

25.06.2014

Aufsteiger am Mittelrhein – VfL Leverkusen

Vom Außenseiter zum Aufsteiger in 30 Spielen.

Nur viermal durfte Brunetto (rechts) mit seinem VfL nicht über Punktgewinne jubeln.

Viele Mannschaften galten vor der Saison in der Landesliga 1 als Aufstiegskandidaten. Die Absteiger FC Hürth und Wesseling-Urfeld sowieso, auch der FV Bad Honnef, der FC Pesch, Blau-Weiß Friesdorf und die SG Worringen wurden von vielen hinzugezählt. Nur die wenigsten hatten den VfL Leverkusen auf der Rechnung. Genau der überraschte aber mit einer der konstantesten Mannschaften und belohnte sich am Ende mit dem Sprung in die Mittelrheinliga.

Der Weg zum Ziel

Mit so einer erfolgreichen Saison hatte nicht einmal VfL-Trainer Giuseppe Brunetto gerechnet. Nach einem minimalen Stotterstart, einem torlosen Remis gegen den schlussendlichen Absteiger VfL Rheinbach, legten die Leverkusener eine beeindruckende Serie hin. Sechs Siege in Folge feierte die Brunetto-Elf, blieb bis zum 11. Spieltag ungeschlagen und setzte sich gleich in der großen Spitzengruppe fest. Einen Durchhänger gab es gegen Ende der Hinserie, als man zwischenzeitlich bis auf Rang sechs abrutschte. „Als man in den Köpfen der Gegner vom Durchschnittsteam zum Favoriten wurde, mussten auch wir uns umstellen. Das war nicht leicht, wurde dank unglaublicher taktischer Disziplin der Mannschaft aber schnell geschafft“, erklärt Brunetto die Negativ-Phase im Winter mit nur vier von 18 möglichen Punkten.

Doch man fing sich wieder, stellte selbst um und blieb durch die mit Abstand beste Defensive der Liga (21 Gegentore) in einer der ausgeglichensten Ligen des Amateurfußballs oben dran. Zwar dauerte es schließlich bis zum letzten Spieltag, bis man den Aufstieg auch rechnerisch errang und feiern durfte. Das kümmerte am Ende aber keinen an der Tannenbergstraße.

Die Leistungsträger

„In so einer ausgeglichenen Liga kann man so eine tolle Saison nur über das Kollektiv erreichen“, ist sich Giuseppe Brunetto sicher. „Jeder einzelne Spieler und die gesamte Mannschaft haben einen großen Schritt nach vorn gemacht und sich unglaublich gesteigert.“ Hervorzuheben ist dennoch der ein oder andere Leistungsträger und Aufstiegs-Garant. Torhüter Andreas Kath beispielsweise. Der 25-Jährige war starker Rückhalt der besten Abwehr der Liga und gleichzeitig Kapitän der Aufstiegshelden. Auch bei der Entwicklung von Gjorgij Antonski, Marcel Wandinger und Nhu-Phan Nguyen gerät der Trainer geradezu ins Schwärmen. „Die Spieler sind teilweise noch so jung und trotzdem so stark.“

Wie geht’s weiter?

In der Mittelrheinliga, so ist sich Brunetto sicher, geht es bei fast allen Mannschaften nur um den Klassenerhalt. „Wer kann dort schon noch aufsteigen? Nahezu jedes Team ist zufrieden, wenn es nicht absteigt.“ Dass hier ein Überraschungs-Aufsteiger wie der VfL Leverkusen nicht ausgenommen ist, versteht sich von selbst. Auch durch die jungen, aber begabten Neuzugänge wie Tobias Woryna (eigene Jugend) oder Fabian-Khaded Djemail (SF Trosidorf) ist sich der Trainer aber sicher, dass man nicht nur das Zeug zum Klassenverbleib hat, sondern „auch den ein oder anderen richtig ärgern kann“.

Autor: Daniel Sobolewski

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