12.05.2017

Das sagt Koschinat über den MSV und die Viktoria

Fortuna Köln hat am vergangenen Samstag durch einen überraschenden Sieg beim VfL Osnabrück den Klassenerhalt in der 3. Liga perfekt gemacht.

Uwe Koschinat steht mittlerweile seit sechs Jahren an der Seitenlinie der Fortuna. / Bild: Ralph Augstein

Die Spieler haben das Erreichen des großen Ziels dementsprechend gefeiert und am Sonntag einen freien Tag erhalten. Trainer Uwe Koschinat genoss den Klassenverbleib in den eigenen vier Wänden mit der Familie. RevierSport hat mit dem 45-jährigen Fußballlehrer vor dem Spiel gegen den MSV Duisburg gesprochen

Uwe Koschinat, wie viele Steine sind Ihnen nach dem Sieg in Osnabrück vom Herzen gefallen?

Etliche. Wir hatten eine Phase in der Saison, da haben wir geglaubt schon durch zu sein. In den letzten Wochen sind wir wieder unten reingerutscht und spätestens nach der Niederlage gegen Paderborn mussten wir uns Gedanken machen. Wir wussten alle, dass wir ein verdammt hartes Restprogramm haben. Umso erleichterter sind wir, dass wir unser große Ziel schon in Osnabrück erreicht haben. Das war ein sensationelles Spiel meiner Mannschaft. Vielleicht das beste Spiel in den sechs Jahren, in denen ich Fortuna-Trainer bin.

Was hätte der Abstieg für den Verein bedeutet?

Das wäre eine große sportliche Katastrophe gewesen. Hier ist jetzt alles auf den Profifußball und die 3. Liga ausgerichtet. Die Regionalliga würde die Fortuna weit zurückwerfen. Wir sind jetzt im dritten Jahr Drittligist und haben uns schon ein gewisses Standing erarbeitet. Wir werden auch in der Stadt Köln als Drittligist wahrgenommen.

In der nächsten Saison könnte es zum Kölner Derby in der 3. Liga kommen. Hand aufs Herz: Gönnen Sie Viktoria Köln den Aufstieg?

Ich habe noch vor wenigen Monaten gesagt, dass ein Aufstieg der Viktoria eine absolute Katastrophe wäre. Mit Abstand sehe ich das jetzt etwas anders. Es wäre vielleicht nicht verkehrt, ein sportliches unmittelbares Feindbild in der gleichen Liga zu haben. Vielleicht könnten wir uns bei der Fortuna noch zusätzlich mobilisieren. Ein Viktoria-Aufstieg hätte durchaus seinen Reiz.

Im Mittelrheinpokal wartet nicht die Viktoria, sondern der Bonner SC im Finale: ein Vorteil?

Wir haben mit der Viktoria noch einige Rechnungen offen, aber sportlich gesehen, ist der Bonner SC das bessere Los.

Zurück zur 3. Liga: Am Samstag gastiert der MSV Duisburg im Südstadion. Was können Sie den MSV-Verfolgern Magdeburg, Regensburg und Co. versprechen? Kann Ihre Mannschaft so ein Spiel wie in Osnabrück noch einmal wiederholen?

Wir sind in der Lage so eine Leistung zu wiederholen. Ich glaube, dass der Hallesche FC am vergangenen Freitag bei der Werder-Reserve eindrucksvoll gezeigt hat, was Fairness ist. Der HFC steht jenseits von gut und böse und hat auch kein Verbandspokal-Finale mehr vor der Brust. Obwohl zwei wichtige Spieler ausgefallen sind und Halle schnell in Rückstand geraten ist, haben sie bis zum Ende bei den abstiegsbedrohten Bremern gekämpft und ein 1:1 geholt. Wir wollen dem MSV das Leben so schwer wie möglich machen. Halle hat uns gezeigt, wie man sich in der Liga zu verhalten hat.

Der MSV schottet sich vor dem Auftritt in Köln ab. Glauben Sie, dass man in Duisburg ein wenig nervös wird?

Ich kann das nur aus der Ferne beurteilen und glaube, dass der MSV einen enormen Druck hat, aufsteigen zu müssen. Alles ist darauf ausgerichtet. Ich denke, dass die Existenz des Vereins vom Wiederaufstieg abhängig ist. Deshalb kann ich die Maßnahmen der Verantwortlichen nachvollziehen. Alles ist darauf ausgerichtet, um den letzten Schritt zu machen und die nötigen Punkte zu holen. Die Spieler sollen sich nur auf das Wesentliche konzentrieren. Das ist sicherlich nicht verkehrt. Ich lege mich mal fest: ob in Köln oder am letzten Spieltag: Der MSV Duisburg wird aufsteigen!

Die Fortuna hat zwar offiziell ein Heimspiel, doch von der Lautstärke wird Duisburg den Ton im Südstadion angeben. Wie wird Ihre Mannschaft damit umgehen?

Für uns ist das ja nichts Neues. Wenn solche Vereine ins Südstadion kommen, dann machen sie meistens richtig Alarm. Aber unsere Fans sorgen auch bei jedem Heimspiel für eine tolle Atmosphäre. Wir freuen uns auf eine tolle Stimmung in einem nahezu ausverkauften Südstadion.

Quelle: Krystian Wozniak / RevierSport

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