30.01.2018

Der Unterschied zwischen Kreisliga und Kreisklasse

Mannschaftsfahrt: Sternhagelvoll versuchst du dich im Bierkönig mit einem Saufkumpanen über eure aktuelle fußballerische Situation in der Kreisliga auszutauschen.

Er erwähnt, dass die Mannschaft, bei der er auf der Bank sitzt, in der Kreisklasse spielt.  Moment – Kreisklasse? Du spielst selbst in der Kreisliga, denkst du bist der Nabel des Amateurfußballs und kannst das dementsprechend gar nicht einordnen? Spielt er jetzt in einer höheren Liga oder bist du es, der schon mit einem Bein im Kader der Nationalmannschaft steht? Wir haben uns gefragt: Kreisliga oder Kreisklasse – was ist eigentlich besser? Was kommt eigentlich nach Kreisliga bzw. kommt da noch was? 

Es ist das absolute Recht eines jeden Amateurkickers zu erfahren, was der Unterschied zwischen der Kreisliga und Kreisklasse ist.

Das Ligasystem in Deutschland

In Deutschland gibt es rund 2235 Ligen auf bis zu 13 Ebenen. Auf diese verteilten sich in der Saison 2016/17 rund 31.645 Mannschaften. Bei dem Großteil der Spieler steht wohl der Gerstensaft im Vordergrund, wenn man sich einmal vorstellt, dass selbst in 1. Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga nur 56 Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. In deinem Landesverband wirst du das Ligasystem noch problemlos aufsagen können. Aber wie sieht es in anderen Bundesländern aus?

Wenn du im Mittelrhein, Niederrhein oder in Westfalen das Fußballspielen gelernt hast, dann ist die Kreisliga das Größte für dich und du weißt ganz genau, dass du das Schlusslicht des Ligasystems bist und darauf verdammt stolz sein kannst. Das obligatorische Bier nach jeder Einheit gehört für dich dazu wie das Amen in der Kirche. Der sportliche Erfolg spielt eine untergeordnete Rolle – man soll ja Spaß haben und der Spaß ist dein Erfolg.

Viele sind der Meinung, dass die Kreisliga in ganz Deutschland das letzte Element im Ligasystem bildet. Alles dreht sich nur um die Kreisliga. Die Jungs mit dem größten Durst spielen Kreisliga. Die Lösung aller Probleme. Das letzte Wort im Vaterunser. Doch das trifft in Wirklichkeit nur auf rund 7 der 21 Landesverbänden in Deutschland zu. Hoppala, wer hätte das gedacht?

So zum Beispiel im beschaulichen Baden. Dort ist die Kreisliga gar nicht so unterklassig, wie ihr es euch vielleicht vorstellt. In den Kreisklassen C, B und A lassen die Jungs ihrem Talent freien Lauf und schielen kopfschüttelnd in die Kreisliga-Sphären. Wenn du in Berlin oder Brandenburg in der Kreisliga gegen den Ball getreten hast, dann weißt du vermutlich auch gar nicht, wie lecker ein Bier am Abend VOR dem nächsten Meisterschaftsspiel schmeckt, weil du am Abend vorher pünktlich in der Koje bist und immer noch hoffst, dass Jogi endlich anruft. Auch im Norden ist die Kreisliga nicht das Schlusslicht des Ligasystems – dort kannst du am Tresen auch sehr viel leichter punkten, wenn du eine bedeutende Karriere in der Kreisklasse eingeschlagen hast.

Aber mal im ernst – eigentlich spielt das ganze Ligasystem doch eher eine untergeordnete Rolle. Ob Kreisklasse oder Kreisliga: Wichtig ist, dass das Bier nach dem Spiel kalt steht und die Zigarette nach aufreibenden 90 Minuten mundet. Aus Liebe zum Fußball zwingen wir uns Sonntagmorgens aus dem Bett um mit unseren Freunden auf dem Spielfeld alles rauszuhauen, was die geschundene Lunge hergibt. Wir sind stolz darauf, ganz egal ob Kreisliga oder Kreisklasse.

Wenn du Kreisliga spielst, dann kannst du sicher etwas mit unserem Kreisliga Shirt anfangen. Nicht nur im Herzen, sondern auch auf der Brust kannst du zeigen, was wichtig für dich ist. Fussball – Bratwurst – Bier, sonst nix. Für alle anderen lohnt sich natürlich auch ein Blick in den Shop. Beendet also nicht sofort das Gespräch, wenn euch am Ballermann jemand erzählt, dass er Kreisklasse spielt. In der Regel hat er die gleichen Interessen und auch für ihn ist die Mannschaftsfahrt das Saisonziel Numero Uno.

Quelle: SHROVETIDE

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