Mein Rheinfussball

10.11.2015

Doppelte Freude vorne, doppelte Sorge hinten

Licht und Schatten nach dem furiosen 3:3 gegen Lotte.

Gegen Lotte erwischte Schlussmann Nico Pellatz einen gebrauchten Tag.

Das spektakuläre 3:3 gegen Spitzenreiter Lotte sorgte für eine Menge Gesprächsstoff. Das Topspiel ließ nach spannungsgeladenen 94. Minuten nichts zu wünschen übrig: Sechs Tore, zehn gelbe Karten, rassige Zweikämpfe und Rudelbildungen trugen dazu bei, dass die Stimmung im Sportpark Höhenberg beinahe überkochte. Die beiden Kölner Akteure Jules Schwadorf und Nico Pellatz hatten jeweils ihre Anteile daran – im positiven wie im negativen Sinne. 

Schwadorf auf dem Weg zur alten Stärke

Für zahlreiche Lichtmomente sorgte Jules Schwadorf, der nach seiner längeren Verletzungsmiesere auf dem Weg zu alter Stärke ist. Aufgrund eines Muskelbündelrisses fiel der Offensivallrounder sieben Spiele in Folge aus. Gegen Verl schnupperte er 14 Minuten Spielpraxis, ehe er gegen Mönchengladbach und Lotte wieder von Beginn an ran durfte. 

Gegen Lotte glänzte Schwadorf nicht nur durch zwei wichtige Treffer, er ackerte und biss sich in jeden Zweikampf, als wär es der Letzte. Unwiderstehlich war sein Solo zum 2:2-Ausgleich kurz nach Wiederanpfiff. Im Stile eines Arjen Robben tänzelte er sich vom rechten Flügel ins Zentrum und wuchtete den Ball ins kurze Eck. Überhaupt war das Spiel der Viktoria darauf ausgelegt, vorwiegend über Schwadorfs rechte Seite zum Torerfolg zu kommen. Er war präsent, agil und fast immer anspielbereit. Beim Treffer zum wichtigen 1:2-Anschlusstreffer steht Schwadorf goldrichtig und nickt mühelos ein. Er ist wieder da und scheint nichts von seiner unwiderstehlichen Spielweise verloren zu haben, die uns bereits in der letzten Saison verzückte. Auf seine Leistung wird es in den kommende Spielen ankommen, will die Viktoria vorne zum Erfolg kommen.

Pellatz erwischt gebrauchten Tag

Weniger erfreulich lief es für die gestandene Nummer 1 der Viktoria, Nico Pellatz. Nach nur sieben Minuten unterlief ihm ein Fehler, der im Fußball leider passiert, eigentlich aber nicht passieren darf. Nach einer völlig harmlosen Situation rutschte der Schlussmann unglücklich aus, sodass er den Ball nicht mehr nach vorne schlagen konnte. Lotte-Stürmer Nico Granatowski hatte den Braten gerochen und legte für den freistehenden Hettich auf, der den Ball nur noch ins leere Tor befördern musste. Auch beim 0:2 machte Pellatz nicht die beste Figur, als ihm Granatowski im Eins gegen Eins-Duell gegenüber steht. Dieser versuchte ihn zu umkurven, worauf sich Pellatz nur durch ein Foul zu helfen wusste. Zu allem Überfluss musste die Nummer Eins noch vor dem Halbzeitpfiff das Feld verletzungsbedingt verlassen. Alles in allem ein mehr als gebrauchter Tag für Nico Pellatz, der das Spiel nun aus seinem Kopf bekommen und nach vorne blicken muss. Erstmals profitiert die Viktoria nun davon, mit Alexander Monath im Sommer einen aufstrebenden und starken zweiten Keeper verpflichtet zu haben.

Autor: Oliver Stopperich

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