14.06.2017

„Ein tolles Los für die Stadt Bonn und den Verein.“

BLAUROT!-Chefreporter Marcel Krahe sprach mit BSC-Trainer Daniel Zillken über den kommenden Gegner im DFB-Pokal und die Saisonplanung.

Eine lange und anstrengende Saison liegt hinter dem BSC. Während seine Spieler den Klassenerhalt und Pokalsieg an der Partymeile auf Mallorca feierten, hat sich der Coach mit seiner Frau in ruhigere Gefilde zurückgezogen.

BLAUROT:
Hallo Herr Zillken. Der Empfang war eben sehr schlecht. Hoffentlich klappt es nun im zweiten Anlauf besser. Wo erwischen wir sie denn momentan?

ZILLKEN:
Viele Grüße aus Griechenland. In meinem Hotelzimmer ist der Empfang tatsächlich sehr schlecht, deswegen bin ich jetzt zum Pool gegangen. Ich hoffe die Verbindung steht jetzt.

BLAUROT:
Über ihren Urlaub sprechen wir natürlich auch noch, zunächst müssen wir aber selbstverständlich über etwas anderes sprechen. Die lang herbeigesehnte DFB-Pokal-Auslosung ist über die Bühne gegangen. Mit ihrer Mannschaft dürfen sie sich im heimischen Sportpark-Nord auf ein Pflichtspiel gegen den Bundesligisten Hannover 96 freuen. Wie haben sie die Auslosung verfolgt und was ist ihnen als erstes durch den Kopf gegangen?

ZILLKEN:
Ich habe die Auslosung über einen Live-Stream im Internet verfolgt. Als DFB-Präsident Reinhard Grindel die Halbkugel in die Kamera hielt und das Logo von Hannover 96 über den Bildschirm flimmerte, habe ich mich riesig gefreut. Eines war mir dabei sofort klar: Das ist ein tolles Los für die Stadt Bonn und den Verein.

BLAUROT:
Zugegeben – es ist alles erst seit einigen Stunden offiziell. Können sie dennoch spontan etwas zu unserem Gegner sagen? Was können wir uns gegen die "96er" ausrechnen?

ZILLKEN:
Hannover 96 ist ein sehr starker Gegner. Der damalige Abstieg aus der Bundesliga ist als "Betriebsunfall" zu werten. Sie spielen nun wieder dort, wo sie eigentlich hingehören. Mit Martin Harnik haben sie einen erfahrenen und torgefährlichen Stürmer in ihren Reihen. Mein Kollege André Breitenreiter verfügt insgesamt über eine ambitionierte Mannschaft, welche gleich hinter dem VfB Stuttgart die führende Kraft in der abgelaufenen Zweitligasaison dargestellt hat. Meine Kollegen und ich werden uns in den kommenden Wochen noch intensiver mit dem Gegner beschäftigen, um uns ein klareres Bild zu verschaffen. Na klar, die Hannoveraner sind großer Favorit. Wir sind aber keine Angsthasenfußballer und wollen, wie schon gegen Fortuna Köln, einen großen Pokalfight abliefern. Mit dem Publikum im Rücken müssen und werden wir uns nicht verstecken.

BLAUROT:
Momentan erholen sie sich zusammen mit ihrer Frau im Urlaub. Wie schwer fällt es ihnen eigentlich, den Fußball komplett auszuschalten? Ist dies in ihrer Position überhaupt möglich?

ZILLKEN:
Ich versuche zumindest ab und zu das Handy auch mal wegzulegen. Nach der aufregenden Saison muss auch ich jetzt einfach mal wieder die Akkus aufladen. Meine Frau und ich machen ausgiebige Spaziergänge und verbringen viel Zeit am Strand. Hin und wieder schaue ich dann aber doch wieder, was in der Heimat so alles passiert. Die Kaderplanungen laufen auf Hochtouren. Ich stehe daher in engem Austausch mit meinen Kollegen. Als Cheftrainer bist du in einigen Bereichen einfach der erste Ansprechpartner. Auch viele Medienvertreter kontaktieren mich im Urlaub, was ich aber auch nachvollziehen kann. Wenige Augenblicke nach der Auslosung hat sich bereits Thomas Heinen vom General-Anzeiger bei mir gemeldet und sich nach meiner Gemütslage erkundigt.

BLAUROT:
Viele Leistungsträger haben ihre Verträge verlängert. Auf der anderen Seite werden einige Spieler den Verein wieder verlassen. Wiederrum andere kommen dazu. Welches Team können die Fans in der neuen Saison erwarten?

ZILLKEN:
Der Kern der Mannschaft bleibt zusammen. Richtig, wir haben bereits mit vielen Leistungsträgern verlängern können und ich hoffe, es kommen weitere hinzu. Es stimmt auch, dass einige Spieler den Verein verlassen werden. Glauben sie mir wenn ich ihnen sage, dass da teilweise schwere Entscheidungen dabei waren. Dies sind aber ganz normale Vorgänge im Fußballgeschäft und wir werden auch kommende Saison wettbewerbsfähig sein. Mit Spinrath und Stoffels haben wir uns bereits gut verstärkt. Diese Spieler passen gut in die Mannschaft und ich bin gespannt darauf, wie sie sich bei uns entwickeln. In den kommenden Wochen wird aber noch ein bisschen was passieren, so viel darf ich bereits jetzt verraten. Ich führe lange und intensive Gespräche mit Spielern und hole mir viele Meinungen ein. Zusammen mit meinem Trainerteam fällen wir dann eine Entscheidung.

BLAUROT:
Sie haben mal gesagt, sie sehen sich mit ihren Spielern als das Darmstadt 98 der Regionalliga-West. Vor einigen Wochen mussten die Lilien den Rückweg in die zweite Liga antreten. Mal ganz davon abgesehen, dass wir euch nochmal eine solch tolle Saison zutrauen - Was stimmt sie ganz persönlich optimistisch, dass uns ein ähnlicher Verlauf der Dinge erspart bleibt?

ZILLKEN:
Da haben sie Recht. Die darauffolgenden Spielzeiten nach der Aufstiegssaison sind immer schwierig. Im ersten Jahr ist die Euphorie meistens groß. Den Vergleich mit Darmstadt 98 habe ich bewusst gewählt, weil ich es nach wie vor beeindruckend finde, mit welch vergleichsweise geringen Mitteln dort Großartiges auf die Beine gestellt wurde. Hier sehe ich Parallelen zu uns. Wir wollen den BSC in der vierten Liga etablieren und arbeiten weiter an diesem großen Ziel. Von nachlassender Euphorie ist in Bonn nichts zu spüren. Ich bin beeindruckt davon, wie viele Menschen unseren Weg verfolgen und uns mit Herz und Seele unterstützen. Auch in der kommenden Saison, u.a. eben auch gegen Hannover 96, wird es auf die Unterstützung der Zuschauer ankommen. So können wir knappe Spiele am Ende für uns entscheiden. Der Erfolg ist also auch ein Verdienst der Fans.

BLAUROT:
Wie lange bleiben sie noch im Urlaub und wann rollt der Ball für ihre Spieler wieder?

ZILLKEN:
Wir reisen am 23. Juni zurück nach Deutschland. Am 25. Juni ist dann schon der Trainingsauftakt und bereits jetzt freue ich mich auf die neue Saison und die anstehenden Aufgaben.

BLAUROT:
Vielen Dank für das Telefonat und noch ein paar erholsame Stunden im Urlaub.

Mehr Infos zum Bonner SC gibt es demnächst über das neue Format unseres Freundes und Kollegen Marcel Krahe, dem BSC-Wohnzimmer! Marcel freut sich weiterhin über die Unterstützung seiner Sendung und kann per Mail (wohnzimmer@bonner-sc.de) kontaktiert werden.

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