Mein Rheinfussball

31.01.2016

Fehlstart trotz Blitzstart

Viktoria Köln gibt 2:0-Führung gegen den FC Kray noch aus der Hand.

Frust zum Rückrundenstart: Viktoria kommt gegen Kray nicht über ein Remis hinaus. / Foto: Augstein

Dem FC Viktoria Köln reichte am 21. Spieltag der Regionalliga West eine 2:0-Führung nicht, um gegen den FC Kray einen Heimsieg einzufahren. Im ersten Pflichtspiel des Jahres 2016 fingen sich die Höhenberger vor 771 Zuschauern einen späten Ausgleich und spielten am Ende nur 2:2 (1:0). Daniel Reiche (3.) und Mike Wunderlich (48.) trafen jeweils nach Halbzeit-Beginn früh, Vincent Wagner (61.) und Xhino Kadiu (88.) wussten die Führung jedoch zu egalisieren.

Ohne die beiden Star-Transfers David Jansen und Fatih Candan, dafür mit Sven Kreyer im Sturm startete der FC Viktoria in das Fußballjahr 2016. Im Heimspiel gegen den FC Kray saß der aus Oberhausen verpflichtete Jansen zunächst auf der Bank, Rückkehrer Candan nahm auf der Tribüne Platz.

Trotz Kälte brauchte Viktoria nicht lange, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Die Partie hatte kaum angefangen, da lagen die favorisierten Hausherren auch schon im Führung. Bei einem Freistoß von Mike Wunderlich aus 30 Metern halbrechter Position stand Daniel Reiche am langen Pfosten goldrichtig und drückte den Ball in Innenverteidiger-Manier mehr schlecht als recht über die Linie (3.). 

Partie flacht nach schnellem Tor ab

Anschließend schlief die Partie allerdings ein, statt Fahrt aufzunehmen. Die wenigen Möglichkeiten für die Kölner vergaben Wunderlich (25.) aus spitzem Winkel und Sven Kreyer, der in der 33. Minute gegen FCK-Keeper Philipp Kunz knapp zu spät kam. Kray konnte kurz vor dem Seitenwechsel seine einzige nennenswerte Torchance vorweisen, als Marvin Grumann nach Vorarbeit von Kamil Waldoch den langen Pfosten knapp verfehlte (43.).

Wie schon in Halbzeit 1 kam der Gastgeber auch nach der Pause mit Wucht aus der Kabine und erzielte prompt das zweite Tor. Drei Minuten nach Wiederbeginn liefen die Viktorianer bei einem Konter Fünf gegen Drei, über die Stationen René Klingenburg und Jules Schwadorf kam Mike Wunderlich aus halbrechter Position sieben Meter vor dem Tor zum Abschluss und verwandelte flach zum 2:0 (48.). 

Viktoria scheitert an der Genauigkeit im schnellen Vorwärtsgang

Reiches frühes Tor ließ die Viktoria-Fans hoffen. / Foto: Augstein

Trotz zahlreicher Kontergelegenheiten, die allesamt schlecht ausgespielt wurden, konnten die Viktorianer anschließend nicht das vorentscheidende 3:0 nachlegen. Stattdessen kamen die Krayer noch einmal zurück und kamen durch Vincent Wagner zum Anschlusstreffer. Nach einer Ecke von der linken Seite drückte der Innenverteidiger den Ball zum 1:2 über die Linie (61.). Im Anschluss zeigten sich beide Teams verhalten, Kray hoffte aus defensiver Haltung auf den Lucky Punch, während die Hausherren am ungenauen eigenen Kombinationsspiel bei schnellen Gegenstößen scheiterten.

Und so kam, was kommen musste: Zwei Minuten vor dem Ende passierte dem sonst sicheren Claus Costa bei einem Querpass ein hanebüchener Fehler, Balleroberer Kevin Kehrmann ging alleine auf Viktoria-Keeper Nico Pellatz zu, legte quer auf Xhino Kadiu, der aus einem Meter ins leere Tor einschob (88.). Anschließend lagen die Nerven blank, viele Diskussionen und Spielunterbrechungen ließen die vierminütige Nachspielzeit ereignislos herunterlaufen.


Durch den Punktverlust tritt der FC Viktoria Köln auf der Stelle, statt mit einem Erfolgserlebnis in das neue Jahr zu starten. Sollten die Sportfreunde Lotte ihr Nachholspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen gewinnen, würde der Abstand auf Platz 1 auf acht Zähler anwachsen. Die Krayer dagegen feiern einen unerwarteten Zähler für den Abstiegskampf, verweilen aber dennoch auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Stimmen zum Spiel:

Tomasz Kaczmarek (Trainer Viktoria Köln): „Wir sind alle frustriert. Die ersten 30 Minuten waren gut, ab dann wirkten wir verunsichert. Die Chancen zum 3:0 waren da, stattdessen bekommen wir mit der ersten gefährlichen Aktion von Kray einen Gegentreffer. Claus Costa passierte zum Schluss ein Fehler, der ihm sonst nie passiert. Es ist unglaublich schwer, das zu akzeptieren, denn wir hätten die Partie viel früher entscheiden müssen.“

Stefan Blank (Trainer FC Kray): „Wir haben trotz mutiger Einstellung zu fiesen Zeitpunkten Tore kassiert und dennoch versucht, weiter vor das Tor zu kommen. Aufgrund der kämpferischen Leistung war der Punkt verdient, auch wenn wir zeitweise viel Glück hatten.“


Autor: Daniel Sobolewski

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