20.04.2017

Fortuna zittert sich ins Pokal-Finale

Beim 2:1-Erfolg gegen den TV Herkenrath sehen Andersen und Geimer Rot

Joker Kai Bösing (l.) holte den entscheidenden Elfer für die Fortuna raus. Foto: Fortuna

Die Fortuna hat sich am Mittwochabend ins Finale des FVM-Pokals gezittert. Nach einem für die Gäste schmeichelhaften Halbzeitstand von 0:1, brachte der TV Herkenrath die Kölner dann im zweiten Spielabschnitt vor 824 Zuschauern im Südstadion an den Rand einer Niederlage. Am Ende setzte sich der Drittligist hauchdünn mit 2:1 durch.

SDabei lief es zunächst nach Plan. Nach einer Hereingabe von Cauly über links bugsierte in der Mitte Christopher Theisen den Ball zum 1:0 über die Linie (10.). Eine weitere Flanke von Cauly köpfte Hamdi Dahmani aus zehn Metern an die Latte (22.). Dahmani (32.) und Selcuk Alibaz (37.) vergaben weitere Chancen. Mit Beginn der zweiten Hälfte verloren die Hausherren komplett den Faden. Tim Boss musste sich bei einem Schuss von Vincent Geimer mächtig strecken (46.). Eine Viertelstunde später rutschte Boss nach einem Rückpass aus, Geimer nutzte den Patzer des Keepers und schoss ins leere Tor zum 1:1 ein. Nach einem harten Foul von Andersen auf Höhe der Mittellinie gab es eine Rudelbildung und kurz davor einen heftigen Schubser von Geimer gegen den Foulenden. Schiedsrichter Bläser schickte zum Unverständnis des Kölner Publikums beide Akteure mit Rot vom Feld (74.). Ein Foul am eingewechselten Kai Bösing brachte dann die Entscheidung zugunsten des Favoriten. Markus Pazurek verwandelte den fälligen Elfmeter zum 2:1-Endstand.  

Stimmen zum Spiel: Uwe Koschinat (Trainer Fortuna)

„Was wir uns in der zweiten Halbzeit 25 Minuten lang zusammengespielt haben, das muss mit Sicherheit diskutiert werden. Da haben wir das Tempo total verschleppt, da hatten wir null Tiefgang und eine unerklärliche Fehlerkette mit No-Go-Pässen. Da haben wir den Gegner stark gemacht. Da hat sich dann eine hausgemachte Verunsicherung breitgemacht. Folgerichtig haben wir ein Tor kassiert und wie es gefallen ist, das war symptomatisch. Ich achte Benjamin Bläser sehr, aber das war aus meiner Sicht eine Konzessionsentscheidung, die nur zustande kommt, weil der Herkenrather Spieler Andersen mit viel Anlauf schubst. Der Schiedsrichter hat dann zweimal Rot gezogen, was ich Nullkommanull verstehen kann. Das Foul war hart, aber in keiner Form von hinten. Es war ein klares Gelb-Foul. Danach war Hektik, mit einem Spieler von Herkenrath, der völlig ausgerastet ist. Das war nie im Leben Rot.“    

Andre Kreuer (Kapitän Herkenrath)

„Ich bin ein bisschen traurig, aber auch sehr stolz auf die Mannschaft. In der zweiten Halbzeit war kein Klassenunterschied zu erkennen, vor allem kein Zwei-Klassenunterschied. Da haben wir vieles richtiggemacht, was uns am Anfang gefehlt hat. Bei der Roten Karte müssen wir cooler bleiben, dann spielen wir mit Elf gegen Zehn weiter und dann sind wir am Drücker. Kleinigkeiten haben am Ende entschieden. Der Elfmeter, das passiert. Wir haben die ersten 30 Minuten zu wenig Mut gehabt, das haben wir später abgelegt. Wir wollten heute mal testen, wo wir stehen, wir haben gezeigt, auf welchem Niveau wir Fußball spielen können.“

Alexander Voigt (Trainer Herkenrath)

„Wir haben 20 Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Die Jungs sind es nicht gewohnt, in so einer Umgebung zu spielen, da ist das normal in so einem wichtigen Spiel. Wir haben uns aber relativ schnell gefangen. Die restlichen 70 Minuten waren wir auf Augenhöhe. Wir haben gezeigt, dass wir eine richtig gute homogene Truppe sind. Wenn wir zusammenhalten, Vollgas geben und an uns glauben, können wir gegen jeden Gegner was holen in der Liga. Da haben wir Gegner mit unserer Kragenweite und mit so einer Einstellung, da habe ich keine Angst.“

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