25.11.2015

Koffein und Fußball?

Das sind die Fakten über die Auswirkung der Lieblingsdroge der Deutschen beim Sport.

Kaffe vor dem Sport kann durchaus förderlich sein.

Koffein ist die meist konsumierte pharmakologisch wirksame Substanz der Welt. In Deutschland wurde 2007 mehr Kaffee pro Kopf konsumiert als Wasser. Das lag nicht zuletzt am guten Geschmack des beliebten Heißgetränks.

Für die meisten Menschen gilt Koffein als anregendes Genussmittel in Form von koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee, Tee oder Energy-Drinks. 2007 lag der durchschnittliche Kaffeekonsum der Deutschen bei rund 145 l pro Kopf und überstieg damit sogar den von Wasser.

Von Schülern und Studenten wird Koffein auch gern als Booster für die Konzentrationsfähigkeit beim Lernen eingesetzt. Die Wirkung der Substanz ist vielfältig und kann verschieden eingesetzt werden - ob als morgendlicher Muntermacher in Form von Kaffee oder als Supplement vor dem Training.

Koffein und Fußball - Die Wirkung

Koffein gehört zu der Gruppe der Stimulantien. Bis die Wirkung eintritt, dauert es 30 - 45 Minuten. Die Halbwertszeit von Koffein beträgt 4 Stunden- variiert allerdings sehr, je nach individuellem Koffeinstoffwechsel. Im Gehirn hemmt Koffein die Adenosinrezeptoren. Adenosin vermeidet, dass es im Gehirn zu einer "Überanstrengung" kommt. Durch die Hemmung wird die drosselnde Wirkung vom Adenosin unterbunden. Da Neurotransmitter wie Adrenalin oder Dopamin weiterhin freigesetzt werden, kommt es zur aufputschenden Wirkung.

Die Konzentrationsfähigkeit und Wachheit wird gesteigert. Koffein kann sich außerdem positiv auf den Fettverbrennung auswirken - allerdings nur in sehr geringem Maße. Eine Koffein-Diät würde sich demnach nicht lohnen. Koffein soll außerdem vor Alzheimer und anderen Krankheiten schützen. Grund dafür ist der hohe Anteil an Antioxidanten. Darüber hinaus hat Koffein noch andere Wirkungen auf unseren Organismus und kann auch die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflussen.

Koffein und Fußball - Leistungsfähigkeit

Aufgrund seiner leistungssteigernden Wirkung stand Koffein bis 2004 sogar auf der Doping-Liste der WADA (World Anti-Doping Agency). Durch das Koffein erweitern sich die peripheren Blutgefäße - die Gefäße im Gehirn wiederum verengen sich. Durch die Gefäßerweiterung wird eine Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit vermutet. Man nimmt an, dass die Muskulatur besser mit Sauerstoff versorgt werden kann.

Bei höheren Dosierungen von Koffein kommt es zu einer Erhöhung der Herzschlagfrequenz. Daraus resultiert ein erhöhter Blutdruck. Die erhöhte Aktivität des Herzens sowie eine Erweiterung der Bronchien können ebenfalls positive Effekte auf die Leistung bewirken.

Wird Koffein regelmäßig konsumiert - beispielsweise in Form von Kaffee - entwickelt unser Körper eine Toleranz für den Stoff und die Wirkung wird stark gehemmt. Wenn man Koffein also für einen Leistungsschub nutzen will, sollte man es nur in größeren Zeitabständen konsumieren.

Anwendung im Sport

Im Sport ist die Einnahme von Koffein besonders für trainierte Athleten in moderaten Dosen (3-6 mg/kg Körpergewicht) von Interesse. Das entspräche bei einem Gewicht von 80 kg etwa 2 Tassen starken Kaffees. Eine stärkere Dosis soll zu keiner weiteren Leistungssteigerung führen. Wird das Koffein in fester Form eingenommen - beispielsweise als Koffeintabletten oder Pulver - steigt der Effekt im Vergleich zu Kaffee oder Energydrinks.

Koffein eignet sich besonders für langandauernde Ausdauersportarten, wie dem Radsport oder Langstreckenläufen. Ebenso wurden leistungssteigernde Effekte in hochintensiven Sportarten mit länger andauernden moderaten Etappen, wie beispielsweise Fußball nachgewiesen. In Kraftsportarten sind sich Experten uneinig, ob Koffein zu einer Leistungssteigerung führt.

Fazit

Koffein ist kein Wundermittel - kann allerdings bedingt zu einer Leistungssteigerung führen. Voraussetzung dafür ist, dass man Koffein nicht regelmäßig in großen Mengen konsumiert. Am meisten profitieren trainierte Athleten vom Koffein in Ausdauersportarten und Sportarten mit hoch intensiven Belastungen. Auch für Menschen, die viel mit dem Kopf arbeiten kann die aufputschende Wirkung von Nutzen sein. 



Autor: Tobias Meyer Zu Westram (fitogram)

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