Mein Rheinfussball

17.02.2017

Koschinat setzt auf Altbewährtes

Ohne Sieben reist die Fortuna zum schweren Spiel nach Kiel

Uwe Koschinat hofft, dass Cauly Oliveira Souza zur gewohnten Torgefahr zurückfindet. Foto: Fortuna

Auf Anhieb konnte Uwe Koschinat nicht sagen, wie viele Spieler genau ihm denn nun am Samstag (14 Uhr) beim Spiel in Kiel nicht zur Verfügung stehen. Wohl bewusst war dem Trainer der Fortuna allerdings, dass ihm derzeit eine gehörige Portion fußballerische Qualität fehlt. „Ich habe Sie nicht gezählt. Aber hätte man mir vor einem Jahr gesagt, dass Spieler wie Exslager, Kegel oder Alibaz bei uns spielen werden, wäre ich überrascht gewesen.“ Neben den drei Genannten fehlt insbesondere auch der gelb-gesperrte Lenker und Denker Kristoffer Andersen. Und auch Serhat Koruk (Großzehenprellung), Florian Hörnig (akute Atemwegserkrankung) und Oliver Schröder (grippaler Infekt) sind keine Alternativen für den Auftritt im Holstein-Stadion.

So wird bei den Schleswig-Holsteinern eine altbewährte Formation auflaufen. Nachdem gegen Wehen-Wiesbaden Lars Bender schon den verletzten Selcuk Alibaz ersetzte, rückt Michael Kessel als hängende Spitze für Andersen in die erste Elf. „Er wird unsere Ballbesitz-Zeiten erhöhen“, betont Koschinat, der dies in Kiel auch wieder verstärkt vom zuletzt ein wenig schwächelnden Cauly Oliveira-Souza erwartet. „Er hat zwar zuverlässig nach hinten gearbeitet, aber in seinen Offensiv-Aktionen war er jüngst unglücklich, teilweise dilettantisch. Wir brauchen ihn in starker Form.“
Dass die Kölner diese hochkarätigen Ausfälle dennoch anscheinend kompensieren können, stimmt Koschinat optimistisch. „Das zeigt, was wir für eine unfassbare Entwicklung genommen haben, wie gut wir aufgestellt sind.“

Dieser Fortschritt muss längere Zeit ohne Maurice Exslager von statten gehen. Der gerade erst verpflichtete Angreifer wurde nach seinem Kreuzbandriss am Donnerstag operiert und der Ex-Magdeburger beginnt am Montag mit den Reha-Maßnahmen. „Er hat schon in den paar Minuten Einsatzzeit gezeigt, dass wir ihn brauchen. „Gerade in unserer medizinischen Abteilung sind wir brutal professionell aufgestellt. Das ist für ihn eine unglückliche Situation. Aber, er spürt, wie sehr wir uns um ihn sorgen“, so der Coach.

Trotz des Fehlens von sieben teilweise eminent wichtigen Spielern will sich Koschinat mit seiner Mannschaft am Samstag in Kiel nicht verstecken. Die Kölner haben derzeit noch drei Punkte Vorsprung auf die „Störche“. Schaut man sich den zweifelsohne kostspieligen Kader der Kieler an, kommt dies einer faustdicken Überraschung gleich. „Von den Spielern aus Wehen-Wiesbaden würde wohl keiner freiwillig zur Fortuna wechseln, bei den Kielern dürfte das ähnlich sein“, sagt der Kölner Fußballlehrer dazu. Die Hausherren spielten in den letzten zehn Partien sieben Mal Remis, was dem Tabellenplatz naturgemäß nicht förderlich ist. „Kiel hat ein Problem, die Überlegenheit auf dem Platz in Siege umzumünzen. Sie brauchen gegen uns dringend einen Dreier, wollen sie nach oben nicht abreißen lassen“, verteilt Koschinat die Last auf die Schultern der Anfang-Elf. Dass er grundsätzlich aber nicht nur auf eine Punkteteilung aus, macht er auch deutlich: „Das wird ein geiles Spiel, eine große Herausforderung. Wir wollen uns da nicht einigeln. Ich gebe mich nicht mit einem Punkt zufrieden, wir sind zu mehr in der Lage.“

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