18.11.2017

Magdeburg ringt Fortuna nieder

Die Kölner verlieren das Spitzenspiel im Südstadion verdient mit 1:2

Kämpfte und rackerte: Torschütze Daniel Keita-Ruel war einer der Aktivposten der Fortuna. Foto: Fortuna

Angst und Schrecken hatte die Fortuna beim bisherigen Kräftemessen mit dem 1. FC Magdeburg verbreitet. Am Samstag drehten die Gäste aus Sachsen-Anhalt vor 4.706 Zuschauern im Südstadion aber den Spieß im fünften Vergleich das erste Mal um. Der bisherige Angstgegner wurde niedergerungen. Die 1:2-Heimniederlage der Kölner war verdient. Da gab es keine zwei Meinungen. Zwei individuelle Fehler kosteten die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat die Punkte. Dennoch ist die Fortuna zumindest nach wie vor Dritter in der 3. Liga. 

Bei der Fortuna begann Okan Kurt für Lars Bender im Vergleich zum 1:1 in Münster. Schon nach fünf Minuten prüfte Christian Beck den wieder sehr starken Tim Boss im Tor der Fortuna. Nach einem Zusammenprall mit Boss musste Bernard Kyere außen behandelt werden. Die Abwesenheit des Kölner Innenverteidigers nutzten die Gäste aus. Nils Butzen schlug den Ball aus der eigenen Hälfte auf den durchstartenden Jens Niemeyer. Die schlecht sortierte Kölner Abwehr zögerte einen Moment, Niemeyer lief alleine auf Boss zu und traf zum 0:1 (17.). „Da gab es eine klare Ansage, Kyere ist draußen, wir spielen jetzt in Unterzahl, wir ziehen einen zusätzlichen Spieler in die Viererkette. Wenn der sich dann als rechter Verteidiger anbietet, dann hat er eben keine Chance aus einer fehlerhaften Konstellation die Mitte zu sichern. Das war sinnbildlich. Gegen Magdeburg war die Summe dieser fehlerhaften Handlungen einfach zu viel“, ärgerte sich Uwe Koschinat.

Kurze Zeit später verhinderte Boss ein Eigentor von Nico Brandenburger (26.). Die Magdeburger standen sehr geordnet in ihrem Verbund. Defensiv im 5-3-2, offensiv im 3-4-3 hatten die Kölner vor allem mit dem quirligen Niemeyer ihre Probleme. Dennoch kam die Fortuna kurz vor der Pause zum Ausgleich. Nico Hamann trat Robin Scheu von hinten an die linke Wade. Daniel Keita-Ruel erzielte sicher mit seinem siebten Saisontreffer das 1:1 (43.) per Elfmeter.

Offensiv fand die Fortuna in Abschnitt zwei bis auf einen satten Fernschuss von Dominik Ernst (60.), den Jan Glinker sicher abwehrte, nicht statt. Vier Minuten später schlug Julius Düker eine Flanke auf den langen Pfosten, dort unterlief Ernst den Ball. Boss rettete zunächst aus kurzer Distanz gegen Niemeyer. Hamann lupfte den Abpraller auf den langen Pfosten, wo Düker mit dem Kopf einnickte zum 1:2. „Beim 1:2 gucken alle befriedigt zu, wie toll unser Torwart hält. Da steht dann einer frei am langen Pfosten. Da hätte ich mir schon gewünscht, dass zwei Spieler die hätten eingreifen können, dann auch tatsächlich weiter verteidigen“, sagte Koschinat.  

Stimmen zum Spiel: Uwe Koschinat (Trainer Fortuna)

„Wir haben verdient verloren. Heute haben sich zwei Mannschaften nicht bespielt, sondern bekämpft. In diesem Kampf waren wir zu häufig in allen Belangen unterlegen. Magdeburg hat uns perfekt zugestellt im Zentrum. Wir hatten eine unglaublich hohe Zahl an unpräzisen Spielfortsetzungen. Da das Spiel sehr physisch war, tut das dann besonders weh, immer hinterherzulaufen. Überall wo wir waren, haben uns zwei Magdeburger bekämpft. Daraus müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen. Die nächsten Spiele gegen Rostock und Zwickau werden nicht viel anders.“

Jens Härtel (Trainer Magdeburg)

„Wir sind hochzufrieden, dass wir hier endlich den Bock umstoßen konnten und den Dreier gegen Fortuna geholt haben. Ich denke, der Sieg war aufgrund der Anzahl der Chancen verdient. Den Ausgleich durch den Elfer hatte sich die Fortuna dann vor der Pause erarbeitet. Fortuna hat in der zweiten Hälfte gedrückt und gemacht, aber so richtig zugelassen haben wir nichts mehr. Wir haben leidenschaftlich gekämpft.“

Hamdi Dahmani (Fortuna)

„Wir haben gegen ein Spitzenteam verloren. Der Gegner hat es gut gemacht, uns bekämpft. Wir wollten es mit Gewalt schaffen, das hat nicht gut geklappt. Wir stehen wieder auf, wir werden das analysieren. Das nächste Mal machen wir es wieder besser.“

Maik Kegel (Fortuna)

„Die Niederlage ist bitter. Wir haben gegen eine gute Mannschaft verloren. Das haut uns nicht um. Wir haben ordentlich gespielt. Eine Punkteteilung wäre auch in Ordnung gewesen. Magdeburg hat uns gut angelaufen. Wir wollten es spielerisch lösen hinten raus. Die einfachere Variante, der lange Ball, wäre vielleicht besser gewesen. Das haben wir nicht gemacht.“

Robin Scheu (Fortuna)

„Der Knöchel ist wieder halbwegs repariert. Die Schwellung kann man rausholen. Die Bänder kann man leider nicht wieder so zusammenflicken. Dem Fuß geht es soweit gut. Wir haben viele fifty-fifty-Zweikämpfe nicht gewonnen. Dann fangen wir ein dummes Tor, da pennen wir einen Moment. Wir kommen zurück durch den Elfmeter und dann pennen wir wieder. Fußballerisch haben wir teilweise überragend gespielt, es kam halt nur nichts dabei rum.“

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe