14.04.2018

Planlos und peinlich

2:4 gegen Preußen Münster _ Fünfte Niederlage der Fortuna in Folge

Der junge Ali Ceylan gab gegen Münster sein Startelfdebüt in Liga drei für Fortuna. Foto: Augstein

Die Fortuna lotet in den letzten Wochen immer neue Tiefpunkte aus. Der Auftritt beim 2:4 am Samstag zu Hause vor 2.786 Zuschauern im Südstadion gegen Preußen Münster war an Peinlichkeit kaum noch zu überbieten. „Das war heute eher ein 2:5, 2:6 oder 2:7 als ein enges Spiel“, sagte Uwe Koschinat nach der fünften Niederlage der Kölner in Folge in Liga drei.

„Wir müssen jetzt sehr darauf bedacht sein, dass wir das, was wir uns mühsam erarbeitet haben, nicht mit dem Arsch einreißen“, fügte der Trainer hinzu, der dem jungen Ali Ceylan auf der rechten Mittelfeldseite zu seinem Startelfdebüt verhalf. Obwohl er seine Rotsperre abgesessen hatte, fehlte Bernard Kyere in der Innenverteidigung aufgrund einer Suspendierung. Nach 17 Minuten gingen die Gäste in Führung. Schweers schob sich vor Markus Pazurek und traf aus kurzer Entfernung mit der Hacke zum 0:1. „Das stellt uns kein gutes Zeugnis aus. Wir schaffen es nicht, fehlerfrei zu spielen. Wir schaffen es nicht, Standardsituationen sauber zu verteidigen. Das ist das zweite Spiel in Folge, in dem wir nach einer Ecke in Rückstand gerieten“, sagte Koschinat. Fortuna fand offensiv fast nie statt. Daniel Keita-Ruel wirkt wie ein Schatten seiner selbst. Bei den letzten fünf punktlosen Partien traf auch der Torjäger nicht mehr.

Manuel Farrona Pulidos Linksschuss aus der Distanz flog zwar knapp am langen Pfosten vorbei (25.). Auf der Gegenseite verhinderte Torhüter Tim Boss aber mehrfach weitere Gegentreffer unter anderem gegen Rühle (34.). Zwei Minuten später verlor der indisponierte Moritz Fritz das Laufduell mit Grimaldi, der den Ball mit links sehenswert aus zwölf Metern zum 0:2 unter die Latte knallte. „Den individuellen Unterschied, den es heute gab, hat man spätestens bei diesem Tor gesehen. Wenn der Grimaldi immer so spielen würde, wie schon mehrfach gegen die Fortuna, dann hätte er in der 3. Liga gar nichts verloren“, sagte Koschinat.

Zwei Minuten nach dem Wechsel passte Farrona Pulido nach einem schönen Solo auf die rechte Seite zu Keita-Ruel, dessen Hereingabe bugsierte Menig ins eigene Netz zum 1:2 für die Fortuna. „Das kleine Pflänzchen Hoffnung“, so Koschinat, welches die Hausherren danach hatten, wurde aber schnell zertreten. Acht Minuten später verlor Fritz das Duell mit Hoffmann, der schoss aus der Drehung im gegnerischen Strafraum flach in die lange Ecke das 1:3. „Meine Spieler sind derzeit angesichts unserer Situation sehr kopflastig, die Beine sind schwer“, sagte Koschinat. In der Tat wirkte die halbe Mannschaft der Kölner, als habe sie Zementblöcke an den Füßen. Beim 1:4 durch Grimaldi (65.) störte gar keiner mehr den Passgeber Rühle. Die Abwehrspieler der Fortuna waren nicht mal in Reichweite zum Torschützen, der von Höhe des Elfmeterpunktes traf. Das 2:4 (84.) durch den eingewechselten Lars Bender nach Zuspiel von Keita-Ruel durch einen Flachschuss aus 16 Metern war nur Ergebniskosmetik. „Wir spielen wahnsinnig kompliziert und langsam. Wir haben komplett die DNA unseres Spiels verloren“, sagte Koschinat.

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