Mein Rheinfussball

08.08.2017

Remis mit fadem Beigeschmack

Der 1. FC Köln kehrt mit einem kuriosen Gegentor und einigen verletzten Akteuren vom Testspiel beim TSV Steinbach zurück.

Dominic Maroh brachte den FC kurz vor der Pause mit 0:1 in Front.

Vor 4200 Zuschauern auf dem Haarwasen zu Haiger hatte der Effzeh erwartungsgemäß die höheren Spielanteile ohne dabei aber wirklich gefährlich zu werden. Die bis dato zwingendste Möglichkeit im ersten Durchgang besaßen sogar die Gastgeber, als Sascha Marquet aus zentraler Position den Ball nicht richtig traf und verzog. Umso überraschender, dass Köln kurz vor der Pause doch noch in Führung gehen konnte: Nach einer Ecke war der aufgerückte Dominic Maroh aus rund elf Metern zur Stelle und beförderte den Ball zum 0:1 (44.) in die kurze Ecke. Anschließend schienen die Gäste aufgewacht zu sein, denn noch vor dem Wechsel hatte Risse das zweite Tor auf dem Fuss, traf von der Strafraumgrenze aber nur die Latte des TSV-Gehäuses.

Sieben Minuten nach Wiederanpfiff folgte dann die kurioseste Szene der Partie. Steinbachs Nikola Trkulja rannte einem zu kurzen Rückpass von Matthias Lehmann hinterher und wurde vom eingewechselten FC-Nachwuchskeeper Scott Brady so angeschossen, dass der Ball nach einer Bogenlampe schließlich den Weg ins Tor fand: 1:1, 52. Minute!

In der Folge kamen beide Mannschaften noch zu ihren Chancen. Die gefährlichste besaß dabei sogar der Aussenseiter, als Shqipon Bektashi nach einem Konter Hüsni Tahiri den Ball in den Lauf spielte, dieser aber knapp am Kölner Kasten vorbeischoss. Zu diesem Zeitpunkt standen die Geißböcke allerdings nur noch mit neun Feldspielern auf dem Platz, da der zur Pause gekommende Jhon Cordoba schon nach einer Stunde wieder verletzt runter musste und FC-Trainer Peter Stöger zur Pause bereits komplett durchgewechselt hatte. Am Ende blieb es jedoch trotz der Unterzahl beim 1:1!

Stöger prangerte ohnehin die für ein Freundschaftsspiel relativ harte Gangart des Regionalligisten an. Bereits im ersten Durchgang war Leonardo Bittencourt von Nico Herzig abgeräumt worden. Ihn sah man nach der Partie ebenso bandagiert wie Lukas Klünter, der an der Seitenlinie gefoult wurde. Nach dieser Aktion war es auch dem Trainer zuviel geworden und er hatte sich in Richtung seines Kollegen Matthias Mink bewegt, um diesen für das Einsteigen seiner Mannschaft zur Rede zu stellen. Am Ende musste der Effzeh die Begegnung sogar noch mit neun Spielern beenden, nachdem sich Nikolas Nartey fünf Minuten vor Schluss eine Schnittwunde zugezogen hatte und noch in der Kabine genäht werden musste.

„Von einem Testspiel oder gar Freundschaftsspiel waren wir heute weit entfernt“ monierte Stöger die Spielweise des Gegners: „Fußball sieht jeder, wie er Fußball sehen möchte. Das ist okay. Es ist legitim, alles reinzulegen, um Erfolg zu haben. Die Frage ist, ob man ein Testspiel so anlegen muss.“ Vier Tage vor dem Pokalspiel beim Leher TS hofft der Österreicher nun auf eine schnelle Genesung seiner angeschlagenen Spieler.

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