Mein Rheinfussball

09.08.2017

Rheinlöwen mit Rückenwind gegen Hannover 96

Für den Bonner SC steht am Sonntag (13. August, 15:30 Uhr) das Spiel des Jahres an. Bundesligist Hannover 96 kommt in den ausverkauften Sportpark Nord.

"Wenn der Ball dann in die Mitte geschmissen wird, dann geben wir alles. Wir wollen für unsere Fans spielen" / Bild: Boris Hempel, rheinzoom.photo

Im Pokalspiel gegen Hannover 96 gehen die Bonner als Regionalligist zweifelsohne als Außenseiter ins Rennen - aber mit viel Rückenwind. Zum Saisonauftakt gab es ein 1:1 in Wuppertal, am letzten Spieltag gewann der BSC gegen den Aufstiegsfavoriten KFC Uerdingen mit 1:0. Vier Punkte aus zwei Spielen sind für Bonns Trainer Daniel Zillken aber "nur eine Momentaufnahme." Nach dem "achten Spieltag können wir genauer sagen, wo wir stehen."

In 96 reist nun aber ein ganz anderes Kaliber in den Sportpark Nord der ehemaligen Bundeshauptstadt. "Anspannung verspüren wir überhaupt nicht", beschreibt Zillken die mentale Ausgangssituation. "Die Euphorie ist riesengroß, aber wir wissen das richtig einzuschätzen. Meine Spieler sind im Kopf klar."

Mit 9800 abgesetzten Eintrittskarten ist der Sportpark Nord ausverkauft. "Wir haben letzte Saison an der Hafenstraße vor 10.000 Zuschauen gespielt", erinnert sich Zillken. "Das ist für uns pure Motivation."

"Hatten den Wunsch, einen Bundesligisten zu ziehen"

Der Verein hat das gewünschte Los gezogen. Einen Zweitligisten aus dem unteren Drittel der Tabelle wollte Zillken nicht zwingend zugelost bekommen. "Auch da wären wir doch der Außenseiter. Wir hatten den Wunsch, einen Bundesligisten zu ziehen", erklärt der BSC-Trainer. "Mit Hannover haben wir einen Traditionsverein und Bundesligisten bekommen."

Die Vorbereitung auf das Spiel des Jahres geht Zillken aber genau so an, wie bei Meisterschaftsspielen. "Das Abschlusstraining am Samstag gestalten wir ganz normal. Am Ende werde ich mit Hannover den kommenden Gegner vorstellen, das dauert dann etwa 15 Minuten - wie sonst auch."

Zillken und sein Trainerstab beschäftigen sich ohnehin erst seit dieser Woche mit dem Bundesligisten. "Wir waren mitten im Scouting von Uerdingen, da haben wir uns nicht mit 96 beschäftigt. Somit sehen wir zwar kein Spiel mehr live, aber heutzutage gibt es viele Möglichkeiten. Hannover hingegen hat uns drei Mal beobachtet. Das wissen wir."


Viertligist Bonn schätzt die Lage realistisch ein, ist aber kampfesmutig. "Ob Hannover im 3-5-2, 4-2-3-1, oder sonst wie spielt - das ist mir egal. Wir werden nicht die weiße Flagge hissen", gibt der Trainer zu verstehen. "Um es mal platt zu sagen: Wir haben am Sonntag blau-rote Trikots und es gibt vier Schiedsrichter. Wenn der Ball dann in die Mitte geschmissen wird, dann geben wir alles. Wir wollen für unsere Fans spielen."

Ob er dieselbe Mannschaft wie gegen den KFC alles geben lassen wird, lässt Zillken sich indes nicht entlocken: "Wir haben noch vier Trainingseinheiten. Da kann noch viel passieren." Die einzige Änderung für Zillken ist, dass "wir keine vier U23 Spieler nominieren müssen." Die Regelung aus der Regionalliga greift im DFB Pokal nicht - somit ist für Zillken an diesem Wochenende mehr möglich als in der Liga. Nicht nur auf dem Spielberichtsbogen.

Quelle: Kevin Lenk / RevierSport

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