15.09.2015

So beuge ich Kreuzbandverletzungen vor

Marco Congia über neuromuskuläres Training zur Reduzierung von Kreuzbandverletzungen.

Pflichtprogram: Nach einer Kreuzbandverletzung kommt man ohne Krüken nicht weit.

Eine vordere Kreuzbandruptur ist eine Verletzung, die mit einer Häufigkeit von rund 20 Prozent aller Knieverletzungen relativ oft auftritt. Sie tritt typischerweise als Sportverletzung auf und ist vorwiegend bei Ballsportarten, somit auch im Fußball, anzutreffen.

Insbesondere Athletinnen weisen ein erhöhtes Risiko für diese Art der Verletzung auf. Am häufigsten ist hiervon die Altersgruppe zwischen 15 und 30 Jahren betroffen. Allerdings können auch bei Kindern und Jugendlichen Rupturen des vorderen Kreuzbandes auftreten. Zu den klassischen Unfallursachen zählen das indirekte Valgustrauma oder das Rotationstrauma.

So konnten klinische Untersuchungen zeigen, dass mit neuromuskulären Trainingsmethoden eine Verletzungsreduktion der vorderen Kreuzbänder erreicht werden kann. Eine systematische Überprüfung bisher veröffentlichter Klinischer Studien zur Verringerung von Kreuzbandverletzungen bei jungen Athletinnen kam im Jahr 2015 zu dem Ergebnis, dass insbesondere Krafttraining und Rumpf-Kontroll-Übungen effektiv präventiv wirken können. Um eine Verbesserung der Rumpfkontrolle zu erreichen, bedarf es jedoch eines Gleichgewichtstrainings. Dieses begünstigt eine Stabilisierung des proximalen Segments, denn eine asymmetrische Landetechnik mit dem Fuß stellt ein Risiko für eine vordere Kreuzbandverletzung dar. Ein neuromuskuläres Training mit polymetrischen Übungen, kombiniert mit einem Gleichgewichtstraining, kann als eine effektive Methode zur Verletzungsreduktion benannt werden.

Eine Autorengruppe um den US Wissenschaftler Dai Sugimoto (s. u.) kam zu diesem Resultat, nachdem sie Studien aus den Fachliteraturdatenbanken PubMed und EBESCO hinsichtlich festgelegter Suchkriterien analysierten. Jedoch stellten sie auch die Begrenztheit dieser Studie dar, denn diese Ergebnisse können nur auf junge und weibliche Personen verallgemeinert werden. Darüber hinaus konnte lediglich eine Studie mit männlichen Probanden identifiziert werden. Des Weiteren war ein Vergleich auch dahingegend als problematisch einzustufen, weil gleichzeitig eine Vielzahl von Sportarten, wie Fußball, Handball und Basketball, in den Klinischen Studien überprüft wurden. Als Sport-Physiotherapeut sehe ich also noch die Notwendigkeit von weiteren Studien, um die Auswirkungen von spezifischen Übungen auf das Verletzungsrisiko und der Reduktion solcher Verletzungen, besser beurteilen zu können. 


Autor: Marco Congia (marco-congia-blog.de)

Autor: Oliver Stopperich

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