Mein Rheinfussball

24.04.2015

Väyrynen erlöst nach langem Krampf

Viktoria schlägt den SC Wiedenbrück 2:0.

Väyrynen feiert das erlösende 1:0.

Der FC Viktoria Köln bleibt auch im zwölften Spiel unter Trainer Tomasz Kaczmarek ungeschlagen, besiegte am 30. Spieltag der Regionalliga West den SC Wiedenbrück 2:0 (0:0). Nach einer nahezu ereignislosen ersten Halbzeit führten Tim Väyrynen (59.) und Mike Wunderlich (72.) die Höhenberger vor 699 Zuschauern zum neunten Sieg im zwölften Spiel 2015.

Eine Viktoria-Großchance nach acht Minuten, als Mike Wunderlich nach Ablage von Tim Väyrynen Wiedenbrücks Keeper Marcel Hölscher zur einer Parade zwang, ließ noch auf eine gute Partie hoffen. Im Anschluss entwickelte sich aber ein zäher Kick, der deutlich mehr von Standfußball und Kreativitätsmangel geprägt war als von Tormöglichkeiten. Einzige Ausnahme bildete Wiedenbrücks Oliver Zech. Der Mittelefeldmann des SCW sah, dass Viktoria-Schlussmann Nico Pellatz zu weit vom eigenen Kasten entfernt war und versuchte sein Glück aus rund 30 Metern, der Ball flog aber einen Meter über das Tor. Die Gastgeber zeigten in dieser ersten Hälfte das wohl ideenloseste Spiel seit dem Pokal-Auftritt beim Bezirksligisten SV Schlebusch und brachten die Ostwestfalen nicht ernsthaft in Bedrängnis.

Viktoria wacht nach dem Seitenwechsel auf

Wunderlich erzielt mit einem wuchtigen Schuss das 2:0.

In der zweiten Halbzeit wachte Viktoria auf, auch wenn den Gästen die ersten Möglichkeiten galten. Pellatz war zweimal in kurzer Zeit gefragt, ließ zuerst ohne Konsequenzen eine scharf herein geschlagene Ecke durchrutschen, um dann einen schönen Drehschuss von Kamil Bednarski souverän abzuwehren.

Wie aus dem Nichts fiel dann der Führungstreffer für den Favoriten. Daniel Reiche legte eine Freistoß-Hereingabe von Wunderlich (unbeabsichtigt?) quer auf Väyrynen, der es zwei Meter vor dem leeren Tor noch einmal spannend machte und den Ball gegen die Laufrichtung von Torhüter Hölscher in die linke Ecke trudeln ließ (59.). Im Anschluss verloren die Gäste ihre defensive Souveränität, ließen immer wieder Lücken im Defensivverbund erkennen, die Viktoria für Steilpässe nutzte. Ein Beispiel war die Direktabnahme des eingewechselten Masatoshi Hamanaka, der nach Flanke des ebenfalls eingewechselten Silvio Pagano den Wiedenbrücker Kasten nur knapp verfehlte (60.).

Wunderlich macht die Entscheidung, Hamanaka verpasst das dritte Tor

Das vorentscheidende 2:0 entstand dann aber erneut aus dem Nichts. Aus einer ungefährlich erscheinenden Situation 20 Meter vor dem Tor der Gäste erspitzelte sich Wunderlich überraschend den Ball, ließ einmal auftippen und versenkte von der Strafraumkante ins rechte Eck (72.). Hamanaka hätte zehn Minuten vor Schluss noch den dritten Treffer nachlegen können, scheiterte aber allein auf weiter Flur an SCW-Schlussmann Hölscher.

Durch das 2:0 gegen die seit nun drei Spielen punkt- und torlosen Ostwestfalen rückt die Viktoria bis auf drei Punkte an den aktuell Tabellenzweiten Alemannia Aachen heran. Weil Mönchengladbachs U23 weiterhin konstant siegt, scheint der erste Platz aber weiterhin außer Reichweite.

Stimmen zum Spiel:

Tomasz Kaczmarek (Trainer Viktoria Köln): „Im ersten Durchgang haben wir uns schwer getan, weil wir einfach nicht gut genug gespielt haben und zu statisch waren. Die zweite Halbzeit war sehr gut, wir haben schneller gespielt und eine bessere Raumaufteilung gezeigt. Es ist schwer, vor Spielen wie in Aachen seine Hausaufgaben zu machen, zumal Wiedenbrück eine stark besetzte Mannschaft hat. Umso größer fällt das Kompliment an meine Jungs aus.“

Alfons Beckstedde (Trainer SC Wiedenbrück): „Wir haben Viktoria Köln lange Zeit abgewehrt, gut gestanden und sogar Möglichkeiten für einen Führungstreffer gehabt. Entscheidend für die Niederlage war schließlich, dass Viktoria mehr Impulse gesetzt hat. Wir müssen dringend wieder anfangen zu punkten.“

Mike Wunderlich (Torschütze zum 2:0): „Wir haben nach einer guten Anfangsphase den Faden verloren. Das war für unsere Ansprüche zu wenig. Das Plus ist dann, dass wir derzeit hinten überragend stehen. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir unbedingt gewinnen wollen und waren aggressiver. Wenn wir so weiterspielen, ist auch tabellarisch noch alles möglich.“

Autor: Daniel Sobolewski

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