Mein Rheinfussball

17.09.2015

Viktoria holt erneut nur einen Punkt

Auch beim FC Kray reicht es für die Kölner nicht zum Sieg.

Innerhalb von drei Minuten wurde eine Führung zu einem Rückstand. / Foto: Augstein

Erst regnete es in der KrayArena wie aus Kübeln, dann schien plötzlich die Sonne - am Ende allerdings eher für den FC Kray. Die Essener trotzten nach Rot-Weiß Oberhausen (3:1) und Borussia Mönchengladbach II (2:2) dem nächsten Hochkaräter der Liga ein achtbares Ergebnis ab. Gegen Viktoria Köln gab es vor rund 400 Zuschauern ein 2:2 (0:1)-Remis.

Dabei liefen die Krayer nach dem ersten Abschnitt einem 0:1-Rückstand hinterher. Die Gastgeber waren keineswegs die schlechtere Mannschaft und hatten mehr Spielanteile als erwartet. Doch Großchancen blieben in Halbzeit eins für das Team von Micha Skorzenski Mangelware. Trotzdem konnte jeder im Stadion erkennen, dass der FCK durch die jüngsten hervorragenden Leistungen großes Selbstvertrauen getankt hat. Die Gäste aus Köln-Höhenberg hatten rund eine halbe Stunde lang ihre Mühe mit dem kämpferisch starken Underdog.

Freddy Mombongo-Dues (33.), Sommer-Neuzugang aus Aserbaidschan, war es dann schließlich. der Viktoria-Coach Tomek Kaczmarek und seine Schützlinge erlöste. Vorausgegangen war ein feines Zuspiel von Jules Reimerink und ein noch feinerer Abschluss des gebürtigen Kongolesen, der aus fünf Metern per Hackentrick den Ball an Philipp Kunz vorbeischob.

In Durchgang zwei dann ein gänzlich anderes Bild: Viktoria versuchte das Ergebnis zu verwalten und lauerte auf Konter - vergebens. Die Krayer kämpften sich in die Partie und wurden nach etlichen Standards belohnt - gleich doppelt: Erst traf Vincent Wagner nach einer Ecke, dann war Will Aubameyang nach einem perfekt getretenen Standard von Kevin Steuke zur Stelle - 2:1 Kray! "Das ist zu wenig. Wir schieben uns nur den Ball hin und her, da muss viel mehr kommen", monierte Viktoria-Mäzen Franz-Josef Wernze.

Mike Wunderlich und Co. schienen ihren Boss von der Tribüne gehört zu haben und schalteten wieder einen Gang hoch. Der eingewechselte Rene Klingenburg, der erst vor einer Woche in Erndtebrück (0:0) nach drei Monaten Verletzungspause sein Comeback feierte, erzielte aus 16 Metern den Ausgleich (83.).

Stimmen zum Spiel:

Tomek Kaczmarek (Viktoria Köln): "Ich gratuliere dem FC Kray zu einer guten Leistung und einem guten Saisonstart. Wir wussten, dass das hier ein ganz heißer Ort ist. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie man beim FC Kray gewinnen kann. Wir haben 15 Minuten benötigt, um unser Spiel zu finden. Danach sah das gut aus. Wir hatten vier, fünf gute Chancen um mindestens mit einem 2:0 in die Pause zu gehen. Doch wir nutzen die Gelegenheiten nicht. Die zweite Halbzeit verlief dann nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Durchschlagskraft hat einfach gefehlt. Ich habe gesehen, dass nicht alle um jeden Punkt, um jeden Meter gekämpft haben. Das muss sich in der Zukunft ändern und daran werden wir arbeiten. Am kommenden Samstag gegen Wattenscheid müssen wir uns emotionaler, siegeswilliger präsentieren."

Micha Skorzenski (FC Kray): "Wir haben uns einen Plan zurechtgelegt, wie man gegen diese Übermannschaft bestehen kann. Zu Beginn ging unser Plan nicht auf. Wir haben zu viele Räume zugelassen und unnötige Ballverluste produziert. Ich habe nach einer halben Stunde auf eine Unterbrechung gehofft, da es blitzte und donnerte. Aber leider hat der Schiedsrichter mir diesen Gefallen nicht getan. In der Halbzeit habe ich die Jungs an unsere Stärken und Schwächen erinnert. Ich habe gesagt, dass wir die Dinge, die wir können zeigen müssen und die Dinge, die wir nicht draufhaben sein lassen müssen. Wir waren dann aggressiv, bissig und hatten gute Kombinationen. Nach dem Spiel habe ich meiner Mannschaft eine überragende Leistung bescheinigt und gratuliert, aber in der Kabine war es sehr ruhig, alle waren enttäuscht. Die Jungs wollten sich endlich mal für so ein geiles Spiel belohnen. Aber man hat gesehen, dass der FC Kray die Leute interessiert. Ich habe 37 Zuschauer gezählt, die aus Köln gekommen sind, um den FC Kray zu sehen."

Autor: Krystian Wozniak (RevierSport)

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