22.06.2015

„Wir wollen keine Thekenmannschaft sein“

Der neu gegründete FC Berrenrath hat ambitionierte Ziele.

Der neugegründete FC Berrenrath will sich etablieren und so schnell wie möglich nach oben.

Seit dem 16. März 2015 gibt es mit dem FC Berrenrath einen neuen Verein im Rhein-Erft-Kreis. Der Hürther Klub versteht sich als Nachfolger vom BC Berrenrath, der 2007 zum FC Hürth wurde. In der kommenden Spielzeit wird der FCB ganz unten in der Kreisliga D den Spielbetrieb aufnehmen. RHEINFUSSBALL sprach mit dem ersten Vorsitzenden Ulrich Hoch über die Neugründung.

Seit 2007 aus dem BC Berrenrath der FC Hürth wurde und man den Spielbetrieb nach Alt-Hürth verlagerte, gab es keinen Fußballverein mehr in Berrenrath. Nun, gut acht Jahre später, bekommen die Berrenrather wieder einen Verein. Aus dem BCE wurde auf Grund von Namensrechten der FC Berrenrath. Und der Zuspruch ist enorm: Bereits innerhalb von zwei Monaten gab es 140 Vereinsbeitritte und 270 „Likes“ auf der Facebookpräsenz.

Hallo, Herr Hoch. Wie kam es zu der Idee, den FC Berrenrath zu gründen?
Da es keinen Fußballklub in Berrenrath mehr gab, herrschte im Dorf eine große Unzufriedenheit , da einige Mitglieder mit der Fusion nicht einverstanden waren. Als der FC Hürth schließlich auch noch die 30. Auflage des Martin-Hoch-Gedächtnisturniers nicht mehr auf ihrer Anlage austragen wollte, kam die Bitte, ob ich dieses Jugendturnier veranstalte könne. Da die Stadt den Fußballplatz in Berrenrath anderweitig benutzen wollte, sind wir auf die Idee gekommen, gleich einen Fußballverein zu gründen, um die beiden Plätze in Berrenrath zu behalten. Zudem gab es Unterstützung von ehemaligen Berrenrathern, die gerne wieder einen eigenen Verein wollten.

Wie viele Mannschaften haben Sie für die kommende Spielzeit gemeldet?
Wir haben in den zweiten Monaten über 30 aktive Mitgliederanmeldungen erhalten. Zur kommenden Saison haben wir eine Seniorenmannschaft gemeldet, die in der Kreisliga D an den Start geht. Außerdem planen wir eine Altherren-, eine Damen- und eine Bambini-Mannschaft, die sich im ersten Jahr finden sollen und in der darauffolgenden Spielzeit ebenfalls den Spielbetrieb aufnehmen.

Wie konnte man die Spieler überzeugen, sich dem FC Berrenrath anzuschließen?
Es war keine große Überzeugungsarbeit nötig, um die Spieler zu verpflichten. Viele Spieler kamen aus Heimatverbundenheit zurück nach Berrenrath. Uns ist es sogar gelungen, Spieler wie Oscar Baixo oder Karsten Spölgen aus der Kreisliga A und sogar aus der Bezirksliga für uns zu gewinnen, obwohl wir nur auf Asche spielen. Viele stecken für diesen Neustart zurück, haben vorher höherklassig gespielt, befinden sich noch in der Ausbildung oder studieren und nehmen nun finanzielle Einbußen in Kauf. Wir wollen ein ortsgebundener und familiärer Verein sein, daher besteht die Mannschaft zum Teil aus ehemaligen Aktiven vom BC Berrenrath und zum Teil aus Spielern, die aus Berrenrath und Umgebung stammen. Hinzu kommen Spieler, die aus beruflichen Gründen keine Zeit mehr haben, viermal in der Woche zu trainieren. 

Wie sieht es mit der finanziellen Grundlage aus ?

Natürlich ist es schwer, für einen neugegründeten Verein in der Kreisliga D Sponsoren zu finden. Wir haben bereits drei kleinere Sponsoren sowie einen Trikotsponsor, doch das reicht bei Weitem noch nicht aus. Daher sind wir im ersten Jahr gezwungen, private Mittel einzusetzen. Wir hoffen, dass wir im zweiten Jahr mit Hilfe unseres sportlichen Erfolgs neue Sponsoren zu finden, sodass wir keinen privaten Gelder mehr benötigen. Wir wollen keinen großen Sponsor haben, der uns am Ende vorschreibt, wie wir den Verein zu führen haben.

Wie sehen die kurz-und längerfristigen Ziele aus?
Wir wollen mit der hohen Qualität, die unser Kader besitzt, keine Thekenmannschaft sein, die in der Kreisliga D rumkickt. Unser Ziel in der ersten Saison ist aufgrund der hohen Anzahl von höherklassigen Spielern der sofortige Aufstieg in die Kreisliga C. Längerfristig wollen wir so schnell wie möglich in die Kreisliga B. Durch den hoffentlich schnell eintretenden sportlichen Erfolg erhoffen wir uns Aufmerksamkeit von potentiellen Sponsoren, sodass wenn wir einige größere Sponsoren an Bord haben uns auch weitere höhere Ziele stecken können.

Autor: Joris Krüger

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