Mein Rheinfussball

Teammanagerbericht: HNK Croatia Köln

Autor: Manuel Herceg

01.05.2017

Zum Sieg gequält

Kreisliga C - Staffel 1 | Teammanagerbericht HNK Croatia Köln

Bei der SG Telekom-Post tun sich die „Kroaten“ sehr schwer. Dank eines von Oliver Winterscheid gehaltenen Foulelfmeters gewinnt der HNK Croatia Köln gegen einen gut auftretenden Gegner mühsam mit 2:1 (1:0). Die „Zweite“ feiert ersten Punktgewinn in diesem Jahr nach 4:3 (2:2)-Sieg beim SSV Roggendorf/Thenhoven II.


Am letzten Sonntag empfing der HNK den VfR Sinnersdorf. Die Gäste wehrten sich über 90 Minuten nach Leibeskräften, brachten den Kasten von Winterschied allerdings nie in Gefahr, sodass dieser einen ruhigen Nachmittag verbrachte. Die Curak-Elf kam hingegen zu guten Möglichkeiten, präsentierte sich aber nicht zielsicher. Die beste Gelegenheit vergab der vom Punkt sonst so sichere Daniel Serve, als er einen Foulelfmeter über das Gehäuse jagte. So blieb es bei einem enttäuschenden 0:0.

Viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht, denn am vergangenen Donnerstag stand schon das Nachholspiel beim TFC Köln II, welches zehn Tage zuvor (Ostermontag) ausgefallen war, auf dem Programm. Die Partie wurde mit 8:0 (3:0) gewonnen, wobei das Ergebnis noch weitaus höher hätte ausfallen können. Serve, Marko Dzelalija und Kapitän Vedran Kosic sorgten für den Pausenstand. Im zweiten Durchgang legte Kosic einen lupenreinen Hattrick nach. Frankopan Bago verwandelte einen Foulelfmeter, ehe Kosic den Schlusspunkt setzte. Bago scheiterte mit einem zweiten Strafstoß, diesmal einem Handelfmeter, am Torwart. In dieser Begegnung spielte dies jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Die TFC-Reserve beendete das Spiel nach einer Ampelkarte mit zehn Mann.

Nun ging es auf den neuen Kunstrasenplatz der SG Telekom-Post. Die Curak-Elf agierte von Beginn an alles andere als spritzig, sodass die Mannschaft gegen einen gut eingestellten Gegner nur ganz schwer in Abschlusssituationen kam. So resultierte die erste Möglichkeit aus einem Serve-Freistoß, den der Keeper abwehrte. Kosics Nachschuss entschärfte er ebenfalls gut. Nach gelungenem Zusammenspiel mit Kosic brachte Jozo Radmilo den HNK mit einem strammen Abschluss in Führung (16.). Winterscheid hielt einen Flachschuss mühelos. Jakov Blazevic wurde einer Großchance beraubt, als er vom Schiedsrichter zu Unrecht zurückgepfiffen wurde, denn eine Abseitsstellung lag keinesfalls vor. Wiederum Blazevic tauchte dann doch frei vor dem Tor auf, sein Heber allerdings zu kraftvoll, sodass die Kugel über das Gehäuse flog. Die Gastgeber prüften Winterscheid nochmal aus der zweiten Reihe. Diesmal ließ Croatias Nummer 1 das Leder nach vorne prallen, den Nachschuss eines herbeigeeilten Gegners aus kurzer Distanz parierte er dann aber bravourös. Quasi mit dem Pausenpfiff setzte Radmilo einen sehenswerten Flugkopfball nach Serve-Freistoß an den Pfosten. Die zweite Halbzeit war gerade einmal wenige Minuten alt, als der Unparteiische eine strittige Situation im Croatia-Strafraum elfmeterreif bewertete. Winterscheid parierte den Strafstoß allerdings stark (48.). Bei der nächsten guten Chance ging ein Heber der Hausherren über den Kasten. Nachdem ein Fernschuss an die Latte klatschte, nutzte Telekom den zweiten Ball zum Ausgleich (55.). Der eingewechselte Angelo Kosic wurde im Sechzehner buchstäblich umgerannt, denn der Verteidiger ging nur in den Mann, obwohl sich das Spielgerät nicht einmal in direkter Nähe befand. Der Schiedsrichter sah es hier aber anders. Ante Zgela tankte sich Mitte der zweiten Spielhälfte durch und traf überlegt per Außenrist zur erneuten Führung (67.). Mit etwas mehr Glück hätte Zgela sogar erhöhen können. Im Zuge eines Konters vom ebenfalls eingewechselte Karlo Kroflin bedient, setzte er sich gegen zwei Gegenspieler schön durch, konnte das Leder jedoch nicht mehr am Keeper vorbeibringen. In der Schlussphase drückte die Heimelf auf den Ausgleich, der HNK im Prinzip nur noch mit Verteidigen beschäftigt und keiner wirklichen Entlastung mehr. Telekom kam so zu einigen Abschlüssen, die ihr Ziel allesamt verfehlten. Danijel Corovic, der bereits früh für den verletzten Spielführer Kosic kam, sah tief in der Nachspielzeit die Ampelkarte (90. + 4). Wenige Augenblicke später war das Spiel zur spürbar großen Erleichterung der „Kroaten“ beendet.

Wenn der Torwart der beste Akteur ist, sagt das schon viel aus. In der ersten Halbzeit stand der Gegner häufig sehr tief und dachte auch nach dem Rückstand nicht daran, die HNK-Abwehrreihe zu attackieren, sodass diese sich den Ball seelenruhig hin- und herschieben durfte. Nach vorne wirkte das Curak-Team ideenlos und leistete sich viele einfache Fehler. Telekom schien zu spüren, dass mehr möglich ist, und agierte nach der Pause wesentlich offensiver, wodurch die Probleme der „Kroaten“ nicht geringer wurden. Mit Glück konnten die drei Punkte aber über die Zeit gebracht werden, sodass zumindest das Endergebnis stimmte. Problematisch ist dagegen die Tatsache, dass die Verletztenliste immer größer erscheint. Bleibt zu hoffen, dass dies von kurzer Dauer sein wird. In den Wochen der Wahrheit ist Derartiges nämlich das Letzte, das die Mannschaft gebrauchen kann.

Die Croatia-Reserve trat in der Vorwoche mit nur 9 Mann gegen den SC Borussia Kalk IV an. Die „Mission Impossible“ ging folglich mit 0:15 (0:5) verloren. Zwei Tage später konnte man im Nachholspiel bei den „alten Hasen“ des TFC Köln III wenigstens wieder eine komplette Elf stellen. Trotzdem lief man früh einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Am Ende gab es eine 1:7 (0:3)-Pleite, Marko Skvaric erzielte beim Stand von 7:0 den Ehrentreffer.

Unterstützt von weiteren früheren HNK-Spielern, die schon länger nicht aktiv waren, ging es nun zum SSV Roggendorf/Thenhoven II. In Abwesenheit des Schiedsrichters übernahm Mittelfeldmann Mirko Obsivac, der für die Startelf vorgesehen war, die Spielleitung. Die Mannschaft bot eine gute Leistung und ging in der ersten Halbzeit durch Ivan Bago und Michael Jung in Front. Die Vorlagen zu beiden Treffern lieferte Ivan Cavar. Die Heimelf konnte bis zum Pausenpfiff allerdings ausgleichen und nach dem Seitenwechsel sogar ihrerseits in Führung gehen. Nach Bago-Vorarbeit schaffte Josip Vujicevic den Ausgleich, ehe Joni Quorayt den Spieß wieder komplett drehte und das Siegtor, das den Auswärtsdreier bescherte, erzielte.

Die Saison 2016/17 biegt langsam auf die Zielgerade ein. Obwohl noch einige Spiele zu absolvieren sind, hält der Spielplan schon am kommenden Sonntag den letzten gemeinsamen Heim-Auftritt beider Croatia-Teams bereit. Die „Erste“ spielt um 15 Uhr gegen Ditib Chorweiler II, die „Zweite“ um 13 Uhr gegen die SG Telekom-Post II. Kann der „6-Punkte-Sonntag“, dann aber auf heimischem Boden, wiederholt werden?

Aufstellung: 12 Winterscheid – 23 Bago, 5 Nevistic (ab 61. 17 A. Kosic), 4 Knoche – 19 Soldan, 10 Radmilo, 8 Dzelalija – 41 Blazevic (ab 55. 13 Kroflin), 6 Serve, 11 Zgela – 9 V. Kosic (ab 30. 2 Corovic)

Tore: 0:1 Radmilo (16.), 1:1 (55.), 1:2 Zgela (67.)

Besonderes Vorkommnis: Winterscheid hält Foulelfmeter (48.)

Gelbe Karten: Kroflin (58.), Knoche (62.), Corovic (70.), Radmilo (76.), Serve (89.) / SG Telekom-Post (40.)

Gelb-Rote Karte: Corovic (90. + 4)

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