Teammanagerbericht: HNK Croatia Köln

Autor: Manuel Herceg

23.05.2017

Erneute Pleite – Spitzenposition ade

Kreisliga C - Staffel 1 | Teammanagerbericht HNK Croatia Köln

Zum zweiten Mal in Folge ohne Punkt und ohne eigenen Torerfolg. Die 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen den CfB Ford Niehl II bedeutet darüber hinaus den Verlust der Tabellenführung, die der HNK Croatia Köln ganze 15 Spieltage am Stück innehatte.


Die eher blutleere Vorstellung in der Vorwoche, die in einer klaren Niederlage beim JSV Köln endete, ließ den direkten Verfolger aus Weidenpesch gefährlich nahekommen. Nun galt es, den minimalen Vorsprung mit aller Macht zu verteidigen. Dies sollte allerdings keine einfache Mission werden, zumal mit dem CfB Ford Niehl II eine Mannschaft anreiste, die in den letzten Wochen sehr erfolgreich spielte.

Dem HNK waren die Motivation und der Wille zur Wiedergutmachung anzumerken. Das Team versuchte den Gegner früh zu stören und kam so zu einer Reihe von Ballgewinnen. Jozo Radmilo prüfte den Gästekeeper mit einem guten Flachschuss aus der Distanz, den dieser jedoch sicher abwehrte. Nach einem Eckstoß von Daniel Serve köpfte Radmilo das Leder knapp über das rechte obere Toreck – eine sehr gute Chance. Kapitän Vedran Kosic scheiterte mit einem satten Abschluss am Torwart. Auf der Gegenseite wurde es brandgefährlich, als die Gästeelf einen überlegten Linksschuss knapp neben das Gehäuse setzte. Ante Zgela erzwang einen Ballverlust und stürmte auf das gegnerische Tor zu. Vielleicht hätte er die Aktion alleine abschließen müssen, er bediente aber den mitgelaufenen Serve, dessen Abschluss vom Niehler Torhüter gut pariert wurde. Radmilo kam wieder in Schussposition, drosch die Kugel aber am Tor vorbei. Aus einer völlig harmlosen Aktion resultierte das Tor des Tages. Der Ball wurde von der linken Seite in den Fünf-Meter-Raum gespielt, Torwart Danijel Corovic griff daneben, ein Niehler Akteur stand am langen Pfosten goldrichtig und drückte das Leder über die Linie (36.). Kurz vor dem Pausenpfiff kamen die Gäste im Anschluss an einen Eckstoß im Sechzehner frei zum Schuss, doch der nicht ideal getroffene Ball ging ein gutes Stück am Tor vorbei.

Im zweiten Durchgang erhöhte der HNK das Risiko, wurde dadurch aber auch zwangsläufig anfälliger für Konter. Ein Niehler Abschluss flog über den Kasten. Kosic schien das Spielgerät nicht optimal getroffen zu haben, dieses landete schließlich am Außenpfosten. Eine flache Hereingabe in die Angriffsmitte putzte Marko Dzelalija, hinter dem zwei Abnehmer bereits warteten, aus der Gefahrenzone. Einen weiteren Gästeschuss klärte Radmilo kurz vor der Torlinie. Ähnlich wie beim Gegentor war es diesmal Kosic, der bei einem von Serve scharf auf den zweiten Pfosten gezogenen Freistoß gefühlt nur den Schlappen hinhalten musste, den Ball zum Entsetzen des eigenen Anhangs aber nicht erwischte. Entscheidend dabei war, dass ein Gegenspieler die Kugel zuvor noch leicht abfälschte. Nach einem Durcheinander im Gästestrafraum überwand Kosic den Keeper per Kopf, jedoch landete das Leder wieder nur am Pfosten. Die Niehler Reserve konzentrierte sich mehr und mehr aufs Verteidigen, während der HNK anlief und sich dabei immer wieder festbiss. Dann kam sie – die riesige Konterchance für die Niehler. Energisch von Merlin Knoche gestört, konnten die Gäste diese glücklicherweise nicht vernünftig zu Ende spielen. In den Schlussminuten zog sich der Gegner nahezu komplett zurück. Der HNK rieb sich immer bis zum Ende auf, kam allerdings zu keinen wirklichen Gelegenheiten mehr. Kurz vor Abpfiff setzten die Gäste dann einen Abschluss aus halblinker Position ein wenig zu hoch an, doch das störte auf Niehler Seite Augenblicke später niemanden mehr. Denn mit großer Kampfbereitschaft und immensem Einsatzwillen gepaart mit sehr gutem Abwehrverhalten hatte man soeben den HNK von der Tabellenspitze gestoßen.

Es ist schwer, nach so einer Partie die passenden Worte zu finden. So erging es Alojz Kroflin und Manuel Herceg unmittelbar nach Spielschluss auch. Auf die Mannschaft verbal einzuprügeln, wäre allerdings auch der falsche Weg gewesen. Die Jungs wollten, konnten letzten Endes aber nicht. In der ersten Halbzeit sah das Gezeigte noch gut aus. In der zweiten Spielhälfte mühte sich die Mannschaft weiterhin, baute jedoch zusehends ab, was sich auch an der mangelnden Durchschlagskraft zeigte. Chancen waren dennoch da, etwas Pech kam hinzu. Allerdings alles auf diesen Faktor zu schieben, wäre zu wenig. Fakt ist, dass der Mannschaft in der Rückrunde nicht mehr die Darbietungen aus der Hinrunde gelingen. Dennoch ließ man auf dem Platz in 22 Spielen nur eine Niederlage zu. Nun sind es aber in gerade einmal zwei Spielen doppelt so viele Pleiten. Es ist enorm schade, dass die Jungs ausgerechnet in der alles entscheidenden Phase, in der man voll da sein muss, in einen Abwärtstrend geraten sind. Der JSV Köln übernimmt damit die Spitzenposition, der HNK muss sich nun in der Verfolgerrolle zurechtfinden. Das Team muss sich schütteln und in den letzten Begegnungen alles raushauen. Möchte man sich noch Chancen aufrechterhalten, ist kein Patzer mehr erlaubt.

Am kommenden Sonntag ist der HNK nochmals Gastgeber, wenn er sein letztes Saison-Heimspiel bestreitet. Gegner wird der DSK Köln II sein. Anpfiff ist um 15 Uhr. Die „Zweite“ spielt um 13 Uhr bei der SG Worringen III.

Aufstellung: 1 Corovic – 17 Skvaric (ab 56. 33 Lovric), 4 Knoche 5 Nevistic (ab 46. 44 Matic), 8 Dzelalija – 10 Radmilo, 7 Steko – 19 Soldan (ab 73. 3 Jackschik), 6 Serve, 11 Zgela – 9 Kosic

Tor: 0:1 (36.)

Gelbe Karte: CfB Ford Niehl II (38.)

Kommentieren