Teammanagerbericht: HNK Croatia Köln

Autor: Manuel Herceg

14.06.2017

Verschenktes Jahr – Croatia verpasst Aufstieg

Kreisliga C - Staffel 1 | Teammanagerbericht HNK Croatia Köln

Am letzten Spieltag der Saison 2016/17 setzt der HNK Croatia Köln einer insgesamt enttäuschenden Rückrunde durch eine 1:2 (0:0)-Auswärtsniederlage beim Kellerkind DJK Südwest II die Krone auf. Der große Traum ist geplatzt, die „Kroaten“ müssen sich auch im kommenden Jahr mit der C-Liga begnügen.


Um eventuell noch in die Kreisliga B aufsteigen zu können, war ein Sieg bei der DJK Südwest II zwingende Voraussetzung. Bei sehr warmen Temperaturen entwickelte sich auf dem schönen neuen Kunstrasenplatz der Gastgeber eine Partie mit überschaubarem Tempo. Die DJK fand dann aber besser ins Spiel und kam zu ersten Schusschancen. Jedoch wurde das Croatia-Tor entweder verfehlt oder ein Verteidiger stand im Weg. Erst nach rund 25 Minuten setzte der HNK ein echtes Lebenszeichen in der Offensive. Ante Zgela zog von der linken Seite nach innen, der Keeper lenkte seinen wuchtigen Schuss noch irgendwie an den Pfosten. In der Folge wirkten die „Kroaten“ leicht verbessert. Einen Abschluss von Jozo Radmilo konnte der Torwart nicht festhalten, doch auf den zweiten Ball spekulierte auf Croatia-Seite niemand. Nach einem Eckstoß beförderte Zgela den Ball per Direktabnahme aufs Tor, ein Verteidiger klärte für den geschlagenen Schlussmann auf der Torlinie. Ebenfalls nach einem Eckball köpfte Dimitrios Gelastopoulos das Leder weit über das Gehäuse. Kurz vor dem Seitenwechsel folgte dann der große Schock. Gelastopoulos, gerade erst aus einer wochenlangen Verletzungspause zurückgekehrt, zog sich bei einem Zweikampf erneut eine schwere Sprunggelenksverletzung zu, die den Mittelfeldspieler wieder länger außer Gefecht setzen wird. An dieser Stelle nur die besten Genesungswünsche! Im zweiten Durchgang verlagerte sich das Geschehen mehr in die gegnerische Spielhälfte. Zgela schoss knapp am kurzen Eck vorbei. In der 63. Minute landete eine Ecke des für Gelastopoulos eingewechselten Danijel Matic über Umwege bei Zgela, der den Ball mit einer Portion Glück zum 0:1 im Netz unterbrachte. Doch die Führung beflügelte den HNK bedauerlicherweise keineswegs. Stattdessen erhielt man nach 74 Minuten einen herben Dämpfer, als ein simpler, flacher Ball genügte, um einen DJK-Spieler in Position zu bringen, der mit Unterstützung des Innenpfostens zum 1:1 ausglich. Die „Kroaten“ mussten nun, taten sich aber ungemein schwer. Ergaben sich dann mal Chancen, fehlte nicht viel. So bei einem Matic-Schuss aufs kurze Eck oder einem Radmilo-Kopfball, als die Kugel jeweils nur knapp am Gehäuse vorbeiging. Eine dicke Konterchance der Hausherren vereitelte Marko Skvaric, als er das entscheidende Laufduell klar gewinnen konnte. Tief in der Nachspielzeit rückte der HNK bei eigenem Eckball komplett auf. Die Kugel wurde abgefangen und der Konter eingeleitet. Der ebenfalls eingewechselte Karlo Kroflin versuchte mit einem wahren Kraftakt zu retten, was am Ende nicht mehr zu retten war. Der DJK-Akteur überlistete Oliver Winterscheid einen Augenblick später per Beinschuss zum vielumjubelten 2:1-Siegtreffer (90. + 5). So gewann am Ende auch die bessere Mannschaft.

Ohne die Leistungen des frischgebackenen Meisters JSV Köln zu schmälern, aber der HNK ist angesichts der Tatsache, dass er alles in eigener Hand hatte, in erster Linie für sein Scheitern selbst verantwortlich. Der JSV verstärkte sich im Winter gut, glaubte an seine Chance und nutzte die Gunst der Stunde. Daher Gratulation nach Weidenpesch! Beim HNK stimmten zwar häufig die Ergebnisse, aber die Serie wenig überzeugender Darbietungen zog sich durch die Rückrunde wie ein roter Faden. So war der Bonus einer bärenstarken Hinrunde, als das Team völlig verdient auf Platz 1 stand, irgendwann aufgebraucht. Die Ursachen sind an dieser Stelle zweitrangig, diese gilt es intern zu analysieren und zu diskutieren.

Die „Zweite“ wurde, wie bereits berichtet, nach dem dritten Nichtantritt vor 14 Tagen in Worringen vom Spielbetrieb zurückgezogen. Das Heimspiel gegen den FC Süryoye demnach auch mit 0:2 für die Gäste gewertet. Als Spaßtruppe ins Rennen gegangen, hatte das Team immer wieder mit großen Personalsorgen zu kämpfen, sodass Partien in der Rückrunde teilweise mit nur 9 Mann bestritten wurden, um die Saison irgendwie zu Ende spielen zu können. Zum Zeitpunkt des Rückzugs stand die Reserve auf dem vorletzten Tabellenplatz. Etwas mehr hatte man sich schon erhofft, unter diesen Umständen war dies allerdings nicht möglich. Somit erlebten beide Croatia-Teams recht enttäuschende Spielzeiten, wenn auch auf völlig unterschiedliche Art und Weise.

Herzlichen Glückwunsch an unsere Platznachbarn – dem TFC Köln, der schon vor Wochen die Meisterschaft eintütete und die direkte Rückkehr in die Kreisliga A feierte, und besonders dem SV Afrika Köln, der im ersten Jahr nach Vereinsgründung gleich den Titel errang. Womöglich trifft man sich in der neuen Spielzeit zum Derby. Ebenso Gratulation an alle anderen Meister und Aufsteiger im Kölner Kreis. An die Absteiger: Kopf hoch. Ab Ende August heißt es wieder „Neues Spiel, neues Glück“. Allen Teams eine erholsame und wohlverdiente Sommerpause! Bis bald!

Aufstellung: 12 Winterscheid – 17 Skvaric, 23 Bago, 5 Nevistic (ab 46. 4 Jackschik), 8 Dzelalija – 6 Schiller, 7 Gelastopoulos (ab 45. 41 Matic) – 19 Soldan (ab 55. 13 Kroflin), 10 Radmilo, 11 Zgela – 9 Lovric

Tore: 0:1 Zgela (63.), 1:1 (74.), 2:1 (90. + 5)

Gelbe Karten: Jackschik (49.), Schiller (89.) / DJK Südwest II (65.)

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