Teammanagerbericht: HNK Croatia Köln

Autor: Manuel Herceg

13.09.2017

Deutliche Niederlage für Croatia

Kreisliga C - Staffel 2 | Teammanagerbericht HNK Croatia Köln

Beim VfR Sinnersdorf finden die „Kroaten“ zu keiner Zeit ins Spiel und gehen nach 90 ernüchternden Minuten mit einer 0:4 (0:3)-Packung vom Feld. Drei Platzverweise komplettieren einen rundum gebrauchten Tag.


Die Personallage hat sich beim HNK inzwischen entspannt, sodass die Mannschaft auch im schweren Gastspiel beim VfR Sinnersdorf anstrebte, ihre bisher weiße Weste zu wahren. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, welch bitteres Fazit man am späten Nachmittag ziehen würde.

Die Zuschauer sahen eine zerfahrene Anfangsphase mit vielen, häufig auch schnellen Ballverlusten auf beiden Seiten. Croatia-Torhüter Oliver Winterscheid war dennoch bereits früh gefragt, als er mit einer guten Fußabwehr reagierte. In der 8. Minute musste er allerdings schon das erste Mal hinter sich greifen. Ein simpler Pass in die Schnittstelle der hochstehenden Gästeabwehr genügte, um den stark aufspielenden, pfeilschnellen Rechtsaußen der Heimelf in Szene zu setzen. Dieser eilte auf und davon, um das Leder Sekunden später unter die Latte zu jagen – 1:0. Kapitän Vedran Kosic besaß die erste Schussgelegenheit für Croatia, doch er wuchtete den Ball über das Gehäuse. In der 14. Minute lief der HNK nach eigenem Eckstoß in einen Konter, den der VfR konsequent zu Ende spielte. Der Heimakteur schob die Kugel letztlich an Winterscheid vorbei – 2:0. So hatten die „Kroaten“ sich das nicht vorgestellt. Josip Zgelas Flachschuss wurde abgewehrt, Danijel Matic schoss aus sehr spitzem Winkel über das Tor und Frankopan Bago platzierte einen Freistoß genau in die Arme des Keepers. Die Gastgeber setzten den Ball unter Bedrängnis am Pfosten vorbei. Es folgten aussichtsreiche Chancen für den HNK. Ante Zgela spielte Matic schön frei, der dann am Schlussmann scheiterte. Sven Schiller sah nach starkem Ballgewinn J. Zgela, der wiederum flach in die Mitte passte. Kosic beförderte den Ball über den Querbalken. Erneut wurde Matic von A. Zgela in Szene gesetzt. Die Schussposition war aussichtsreich, aber der Offensivspieler zögerte einen Moment zu lange, sodass sein Abschluss geblockt werden konnte. Nachdem Winterscheid einen Fernschuss sicher festhielt, kamen die Hausherren dank eines groben Abwehrfehlers zu einer Großchance, die Winterscheid erneut mit glänzender Fußabwehr entschärfte. Kosic köpfte eine Flanke von A. Zgela über das Gehäuse, ehe der VfR mit dem Pausenpfiff auf 3:0 erhöhte. Winterscheid parierte zunächst wunderbar, ein völlig misslungener Klärungsversuch von Tomislav Soldan landete wieder beim Gegner, der keine Mühe hatte, ins leere Tor zu treffen (45.).

Nach einer kräftigen Standpauke von Interimstrainer Ivan Bago ging es mit zwei frischen Kräften – Ivan Nevistic für Zico Banach sowie Toni Kovac für Josip Zgela – in die zweite Halbzeit. Die zarten HNK-Hoffnungen auf eine Kehrtwende bekamen schnell einen herben Dämpfer, als Dimitrios Gelastopoulos innerhalb von einer Minute zweimal den gelben Karton sah (47.). Bis etwa 25 Minuten vor Schluss passierte nichts Nennenswertes mehr. Dann kam A. Zgela aber zu einer guten Möglichkeit, doch er zielte neben den langen Pfosten. Auf der anderen Seite schoss der VfR am kurzen Eck vorbei und Soldan blockte einen Schussversuch nach erfolgreicher Einzelaktion des Gegners. Für den HNK kam es dann knüppeldick. Der eingewechselte Kovac hatte ebenfalls nach einer Ampelkarte wieder Feierabend (68.), Soldan bekam sogar glatt Rot vor die Nase gehalten (73.). Unverständlich blieb hingegen, warum sein Gegenspieler lediglich mit Gelb verwarnt wurde. Zwischendurch verspielte die Heimelf zu leichtfertig eine aussichtsreiche Gelegenheit. Trotz freier Schussbahn bevorzugte man den Querpass, der Schiedsrichter signalisierte eine Abseitsstellung. Einen Freistoß von F. Bago beförderte A. Zgela per Kopf aufs Tor. Der Keeper hatte ein wenig Mühe, aber wirkliche Gefahr entstand dabei nicht. Wieder agierte Sinnersdorf zu umständlich, wieder wurde ein Querpass dem möglichen Torschuss vorgezogen, wieder wurden die Gastgeber wegen Abseits zurückgepfiffen. Stattdessen durften sie in der 79. Minute jubeln. Winterscheid parierte, beim Nachschuss aus kurzer Distanz war er einmal mehr machtlos – 4:0. Einzig Winterscheid war es zu verdanken, dass es anschließend nicht noch höher wurde. Zwei weitere Male entschärfte er „Hochkaräter“ mit großartiger Fußabwehr. Ein Sinnersdorfer Abschluss flog noch übers Gehäuse, ehe der VfR-Keeper einen Schuss des aufgerückten Außenverteidigers Wolfgang Wolgast-Zivkovic abwehrte.

Im Prinzip lief beim HNK nichts zusammen. Läuferisch und kräftemäßig war man dem Gegner sichtbar unterlegen. Dementsprechend kam das Team oftmals gar nicht erst richtig in die Zweikämpfe und auch die Rückwärtsbewegung ließ stark zu wünschen übrig. Die beiden Ampelkarten waren in der Summe überzogen, spielentscheidend jedoch keinesfalls, zumal sich der VfR bei numerischer Gleichheit bereits einen klaren Vorsprung herausspielte. Die „Kroaten“ haben dem Gegner das Toreschießen insgesamt auch recht leicht gemacht, wenngleich die gute Leistung der Heimelf dadurch keinesfalls geschmälert werden soll. Keeper Winterscheid war der einzige wirklich positive Lichtblick. Das sagt schon alles aus. Fazit: Hinfallen, aufstehen, weitermachen! Die Partie hat die Defizite des Teams aufgezeigt und klar unterstrichen, dass eine Besserung nur durch engagierte Trainingsarbeit erfolgen kann.

Am nächsten Sonntag hat der HNK durch den Rückzug des TuS Rheindorf spielfrei. Somit bleibt mehr Zeit, um sich bestmöglich auf das Gastspiel in 14 Tagen (Anstoß: 15 Uhr) beim stark einzuschätzenden TuS Roland Bürrig vorzubereiten.

Aufstellung: 12 Winterscheid – 8 Wolgast-Zivkovic, 23 Bago, 10 Schiller, 19 Soldan – 7 Gelastopoulos, 4 Banach (ab 46. 6 Nevistic) – 11 A. Zgela (ab 83. 5 Obsivac), 41 Matic, 3 J. Zgela (ab 46. 13 Kovac) – 9 Kosic

Tore: 1:0 (8.), 2:0 (14.), 3:0 (45.), 4:0 (79.)

Gelbe Karten: Gelastopoulos (46.), Kovac (59.), Matic (74.) / VfR Sinnersdorf (74.)

Gelb-Rote Karten: Gelastopoulos (47.), Kovac (68.)

Rote Karte: Soldan (73.)

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