Teammanagerbericht: HNK Croatia Köln

Autor: Manuel Herceg

02.10.2017

Der Blick geht nach unten

Kreisliga C - Staffel 2 | Teammanagerbericht HNK Croatia Köln

Nach insgesamt 90 desolaten Minuten verliert der HNK Croatia Köln auch das Derby gegen die SG Telekom-Post. Vedran Kosics Doppelpack dient beim 2:4 (2:3) lediglich der Statistik.


Nach der knappen Niederlage in Bürrig wollten die „Kroaten“ auf der starken kämpferischen Leistung aufbauen. Das Derby gegen die SG Telekom-Post hatte aus Croatia-Sicht allerdings schon vor Spielbeginn den ersten Wermutstropfen, als Zico Banach bereits beim Aufwärmen verletzt ausschied und durch Karlo Kroflin ersetzt werden musste.

Danijel Matic sorgte für die erste nennenswerte Szene, als sein Heber über das Gehäuse ging. Besser machten es dagegen die Gäste, die in der 6. Minute schon in Führung gingen. Ein langer Ball genügte, um die Croatia-Abwehr aus den Angeln zu heben. Der Angreifer gewann das Laufduell gegen Ivan Nevistic, hob den Ball über Torwart Stephan Felsner hinweg und köpfte ins leere Tor ein – 0:1. In der 10. Minute verhielt sich die HNK-Defensive bei einem Freistoß wie im Tiefschlaf. Ein Telekom-Akteur beförderte den Ball per Kopf auf den zweiten Pfosten, wo gleich zwei Mitspieler völlig blank standen. Der Schütze brauchte das Leder bloß noch über die Linie zu drücken – 0:2. Und das Unheil nahm weiter seinen Lauf. In der 20. Minute parierte Stephan Felsner einen guten Schuss zunächst stark. Seine Vorderleute schienen sich aber auf den jeweils anderen zu verlassen und schauten zu, wie der Ball nach wie vor im Strafraum verweilte. Telekom bedankte sich, wenn auch sehr diskussionswürdig. Der Gästespieler spitzelte den Ball mit gestrecktem Bein an Felsner vorbei und schob zum 0:3 ein. Jede Gelegenheit des Gegners endete in einem Gegentor, ein Debakel bahnte sich an. Nachdem Ante Zgela wuchtig, jedoch weit drüber schoss, setzte sich Kapitän Kosic in der 22. Minute energisch durch und verkürzte per Linksschuss auf 1:3. Felsner fing einen Kopfball mühelos, ebenso wehrte der gegnerische Keeper einen Matic-Fernschuss ohne Probleme ab. Eine Matic-Ecke landete bei Kosic, dessen abgefälschter Kopfball über den Kasten flog. Ein Gästeakteur rutschte nach einem verunglückten Torschuss eines Mitspielers haarscharf am Ball vorbei. Sven Schiller marschierte in den Sechzehner, die Hand des Gegners ging zum Ball, doch der Schiedsrichter bewertete die Szene anders. In der 39. Minute schnitt Kroflin einen Passweg ab, Dimitrios Gelastopoulos spielte das Leder seinerseits schnell und weit in die Spitze, wo Kosic sich sehr gut gegen einen Verteidiger durchsetzte und überlegt zum 2:3 abschloss. Im Anschluss kam richtig Leben in die Bude. Einen herrlichen Schiller-Kracher aus der zweiten Reihe, der wunderbar gepasst hätte, entschärfte der Torwart hervorragend. Einen stark getretenen Matic-Freistoß auf den zweiten Pfosten köpfte Kosic knapp vorbei, ehe der Croatia-Kapitän einen Ball noch volles Risiko über das Tor jagte.

Wer nun dachte, die „Kroaten“ würden den Aufwind nach dem Seitenwechsel nutzen, um die begonnene Druckphase fortzusetzen, wurde bitter enttäuscht. Stattdessen kam Telekom nach zwei Abwehrfehlern zu Möglichkeiten, doch aus jeweils halbrechter Position schoss das Gästeteam den Ball über sowie neben den Kasten. Was der HNK dann in der 60. Minute fabrizierte, hatte mit entschlossenem Defensivverhalten rein gar nichts zu tun. Man ließ sich von einem Spieler düpieren, bei dessen anschließendem Querpass musste wieder nur der Schlappen hingehalten werden – 2:4. Eine extrem scharfe Matic-Hereingabe erwischte der eingewechselte Wolfgang Wolgast-Zivkovic nicht. Nachdem die Telekom-Elf ab der 67. Minute aufgrund einer Ampelkarte in Unterzahl agieren musste, wusste der HNK auch mit der numerischen Überlegenheit nichts anzufangen. Ante Zgela mit einem gut getretenen Freistoß, den der Schlussmann parierte. Ebenfalls hielt der Torwart einen Schiller-Kopfball sicher. Wiederum Schiller setzte einen Distanzschuss noch neben den Pfosten, dann hatte das Grauen endlich ein Ende. Ein sehr schwacher Auftritt der Platzherren.

Ein vogelwilder HNK hatte die Begegnung nach 20 Minuten eigentlich schon verloren, doch Kosic – einer der ganz wenigen Lichtblicke – hielt seine Elf zur Halbzeit noch am Leben. Nach seinem ersten Treffer war eine leichte Besserung erkennbar, sein zweites Tor gab dem Team hingegen einen großen Ruck. Die Schlussminuten im ersten Durchgang waren richtig gut. Das war es dann aber auch. In der zweiten Spielhälfte war kein wirkliches Aufbäumen erkennbar, selbst nach dem gegnerischen Platzverweis nicht, als inklusive Nachspielzeit noch etwa 25 Minuten zu spielen waren. Erst kurz vor Abpfiff kam die Heimelf überhaupt mal zu nennenswerten Abschlüssen. Fazit: Blasse „Kroaten“ blieben in diesem Spiel sehr viel schuldig. Man darf schon jetzt auf die Reaktion im kommenden Spiel gespannt sein, denn mit der gezeigten Leistung kann man sich den Blick auf die obere Tabellenregion sparen, sondern wird sich eher am Liga-Keller orientieren müssen – zumindest vorläufig.

Am nächsten Sonntag steht dem HNK noch ein Heimspiel bevor. Gegner ist der bislang sehr gut auftretende Aufsteiger SpVg Rheinkassel-Langel II. Angepfiffen wird um 15 Uhr.

Aufstellung: 12 Felsner – 6 Nevistic – 2 Jackschik, 10 Schiller, 13 J. Zgela (ab 64. 17 Skvaric) – 5 Obsivac (ab 27. 8 Wolgast-Zivkovic), 7 Gelastopoulos – 33 Kroflin, 9 Kosic, 11 A. Zgela – 41 Matic

Tore: 0:1 (6.), 0:2 (10.), 0:3 (20.), 1:3, 2:3 Kosic (22., 39.), 2:4 (60.)

Gelbe Karten: Kosic (76.), Nevistic (90. + 3) / SG Telekom-Post (34., 54.)

Gelb-Rote Karte: SG Telekom-Post (67.)

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