Teammanagerbericht: HNK Croatia Köln

Autor: Manuel Herceg

23.10.2017

In erster Linie an sich selbst gescheitert

Kreisliga C - Staffel 2 | Teammanagerbericht HNK Croatia Köln

Im Heimspiel gegen den 1. FSV Köln 99 kommt der HNK Croatia Köln trotz genügend Torchancen nicht über ein 0:0 hinaus. Der Bago-Elf fehlt die Coolness vor dem gegnerischen Kasten und muss sich daher mit einer Punkteteilung begnügen.


Der Kantersieg beim SV Merkenich in der Vorwoche erfreute – mit Ausnahme der drei errungenen Punkte – niemanden. Im Croatia-Lager erhoffte man sich für die Partie gegen den letztjährigen B-Ligisten 1. FSV Köln 99 wieder mehr Engagement auf dem Feld. Und dies bekamen die Zuschauer dann auch zu sehen.

Auf dem von Regenfällen gezeichneten Platz begannen die „Kroaten“ druckvoll. Relativ schnell gab es die erste Gelegenheit in Form einer Großchance. Dem FSV-Torwart rutschte eine flache Hereingabe durch, Danijel Matic zögerte zuerst, schoss dann und scheiterte an einem Verteidiger auf der Torlinie. Von dessen Bein prallte der Ball an den Pfosten. Eine Ecke köpfte Ante Zgela über das Tor, Matic rutschte das Leder über den Schlappen, sodass sein Abschluss aus der zweiten Reihe deutlich am Gehäuse vorbeiflog. Einen gegnerischen Fehlpass konnte der HNK nicht nutzen, da ein Verteidiger noch im letzten Moment vor Kapitän Vedran Kosic klären konnte. Auch der nächste „Hochkaräter“ blieb ungenutzt. Kosic köpfte aus wenigen Metern an die Latte, beim Nachschuss von Matic stand erneut ein FSV-Spieler auf der Linie goldrichtig und klärte mit etwas Glück. Ein Zgela-Pass brachte Matic in der Sturmmitte in Position, sein Abschluss ging jedoch über das Tor. Eine Matic-Hereingabe auf den zweiten Pfosten hätte zum Erfolg führen können, Zgela handelte allerdings nicht gedankenschnell, wieder konnte der FSV den Ball aus der Gefahrenzone putzen. Während der HNK in der Folge abbaute, fanden die Gäste aus Weidenpesch besser in die Partie. Marko Dzelalija präsentierte sich sehr aufmerksam, als er das Leder aus dem Strafraum drosch. Anderenfalls hätte ein Angreifer freie Schussbahn gehabt. Ein FSV-Abschluss flog weit drüber, Kosic setzte den Ball ebenfalls klar neben das Tor. Nach Kosic-Vorarbeit zielte Zgela auf das kurze Eck, aber der Keeper parierte. Auf der Gegenseite wurde ein Gästespieler nicht angegriffen, sein Abschluss ging knapp am Pfosten vorbei. Bei einem missglückten Kosic-Schuss hätte Matic für den entscheidenden Richtungswechsel sorgen können, der Verteidiger wusste dies aber zu verhindern.

Nach der Pause brachte sich die Bago-Elf mit einer Unsicherheit in Bedrängnis. Ein Gästespieler legte sich den Ball am herausgeeilten Torhüter Oliver Winterscheid vorbei, allerdings zu weit nach außen, sodass die Aktion wenige Augenblicke später verpufft war. Ein Gästekopfball ging über den Kasten, ein Schussversuch des FSV flog weit drüber. Zwei nicht gut getroffene Fernschüsse des eingewechselten Daniel Serve landeten klar neben dem Gehäuse. Rund 20 Minuten vor dem Abpfiff verließ Matic verletzungsbedingt den Platz, mangels Auswechselspieler musste der HNK in Unterzahl weiterspielen. Dies spornte die „Kroaten“ scheinbar an, denn gleich nacheinander kamen sie zu zwei dicken Möglichkeiten. Von Serve mit einem gefühlvollen, hohen Ball bedient, setzte Kosic den Ball am Tor vorbei. Zgela wurde daraufhin freigespielt, völlig ungestört ließ aber auch er seine Chance ungenutzt, als der Keeper gut reagierte. Der FSV setzte den Ball anschließend in zwei Szenen über das Tor, beim zweiten Mal fehlte nicht viel. Matic biss knapp 10 Minuten vor Schluss auf die Zähne und kehrte auf das Spielfeld zurück. Die „Kroaten“ damit zwar wieder vollzählig, der Aktionsradius des Offensivspielers blieb logischerweise aber stark eingegrenzt. Croatia versuchte in der Schlussphase trotzdem noch irgendwie den einen Treffer zu erzielen, der über Sieg und Niederlage entschieden hätte, doch die nennenswerten Situationen ereigneten sich vor dem eigenen Tor. Nur der schlechten Ballannahme eines freistehenden FSV-Stürmers war es zu verdanken, dass die drohende Gefahr im Keim erstickt wurde. Bei einem Klärungsversuch störten sich Thomas Jackschik und Wolfgang Wolgast-Zivkovic gegenseitig, der Ball landete beim Gegenspieler, der entschlossene Winterscheid parierte jedoch gut. Einen Torschuss konnte Wolgast-Zivkovic dann noch blocken, ehe der nicht ganz ideal getroffene Nachschuss am Pfosten vorbeiging.

Zwei aufeinanderfolgende Nullnummern in Heimspielen hatte es beim HNK noch nie gegeben. In den ersten 20 Minuten hätten die „Kroaten“ vorlegen müssen. Dann wurde die Begegnung zunehmend ausgeglichener. Im zweiten Durchgang ging es weiter hin und her, das optische Übergewicht lag aber mehr auf Seiten des FSV. Der HNK versuchte es am Ende mit der Brechstange, doch es sollte nicht sein. Fehlendes Engagement konnte man der Bago-Elf nicht vorwerfen, sie scheiterte letztlich am eigenen Torabschluss. Das Team hatte insgesamt betrachtet die größeren Möglichkeiten, durch die mangelnde Effizienz vor dem gegnerischen Kasten blieb aber bis zum Schluss das Risiko, mit gänzlich leeren Händen dazustehen. Die Jungs müssen weiter am Ball bleiben, der Knoten wird platzen. Am besten im nächsten Punktspiel. Zum Schluss noch ein großes Lob an die Defensivabteilung – Wolfgang Wolgast-Zivkovic, Thomas Jackschik, Sven Schiller und Marko Dzelalija lieferten allesamt eine starke Partie ab.

Am nächsten Sonntag geht es zum SV Bergfried Leverkusen II. Anstoß ist um 13:15 Uhr.

Aufstellung: 1 Winterscheid – 19 Wolgast-Zivkovic, 4 Jackschik, 10 Schiller, 8 Dzelalija – 13 Nevistic (ab 58. 6 Serve) – 41 Matic, 33 Kroflin, 7 Gelastopoulos, 11 Zgela – 9 Kosic

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Nevistic (45. + 1), Serve (84.) / 1. FSV Köln 99 (45., 56., 77.)

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