30.12.2018

„Wirtschaftskrimi“ am Braunsberg? - Ein Verein schafft sich ab!

Teil 2 unserer großen Reportage über den Niedergang des TV Herkenrath

Die Zeit zog ins Land und die Mannschaft konnte in der Regionalliga West zunächst positiv auf sich aufmerksam machen, hatte vor dem Spitzenspiel gegen den damaligen Tabellenführer Rot-Weiss Essen sogar die Chance, auf den dritten Tabellenplatz zu springen. Dieses ging mit 0:2 verloren und anschließend gab es weitere Niederlagen. Lediglich beim Mitaufsteiger SV Straelen gewannen die Schwarz-Weissen. Es folgte eine außergewöhnliche Durststrecke von zwölf Spielen, aus denen nur gegen Wattenscheid ein einziger Punkt  geholt wurde.

Da am Verband vorbei längst Zusatzvereinbarungen getroffen worden waren, die es beiden Parteien – Spielern und Verein – ermöglichten, den vorgegebenen, obligatorischen Jahresvertrag zur Winterpause zu kündigen, konnte es den spielenden Akteuren längst egal sein. Denn ihnen war ja längst bewusst, dass sie bereits für andere Vereine vorspielten.

Dementsprechend blieb auch die Resonanz auf den Emporkömmling in Bergisch Gladbach schwach. Wie bereits im ersten Teil erwähnt, konnte der kalkulierte Zuschauerschnitt nicht ansatzweise erreicht werden. Zeitweise verirrten sich, wie beispielsweise gegen den SV Rödinghausen, weniger als 100 Zuschauer in der weitläufigen Belkaw-Arena. Die Einnahmen waren somit überschaubar, und so langsam dämmerte es anscheinend auch den Vereinsverantwortlichen, dass sie möglicherweise einen Fehler darin begangen hatten, ohne Deckung die Lizenz für die Regionalliga zu beantragen.

Nicht förderlich dürfte in dieser Hinsicht auch das Geschäftsgebaren einiger Verantwortlicher gewesen sein. So „verschenkte“ der vermeintliche Leiter Kommunikation und Marketing, Walter Convents, wohl pro Spiel im hohen Maße VIP-Tickets an potenzielle Sponsoren, ohne sich bei diesen aber anschließend um ein Engagement zu bemühen.

Unabhängig davon begann der Club-Verstand nunmehr wieder den Kontakt zum ehemaligen Mäzen Manfred Faber zu suchen. Dieser war dem Club trotz aller Widrigkeiten und aufrund seiner großen Vereinsliebe immer treu geblieben. Im Hintergrund hatte er bereits die Fäden gezogen und unter anderem mit seinem Vertrauten, dem ehemaligen sportlichen Leiter Oliver Bonato, einen Trainerwechsel forciert und Verstärkungen wie Ilias Azaouaghi (ehemals Alemannia Aachen) ermöglicht.


Autor: Fabian Basdorf

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