10.07.2019

Kölner Kreisligist sucht neue Heimat

Der aufstrebende Afrika FC möchte zeitnah auf Kunstrasen spielen.

Seit seiner Gründung vor rund drei Jahren ist der AFC auf der Bezirkssportanlage Bocklemünd beheimatet und tritt dort sowohl zum Training als auch zu seinen Heimspielen in der Kreisliga C1 auf ungeliebter Asche an. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die Witterungsbedingungen mitspielen. 

„Im gesamten letzten Winter konnten wir nur zehnmal auf dem Platz trainieren. Ansonsten war dieser überlaufen sobald es regnete und darüber hinaus das Flutlicht defekt“, so AFC-Geschäftsführer Cédric Ayibiga Mferi, dessen Mannschaft in Folge dessen zahlreiche Nachholspiele unter der Woche zu bestreiten hatte.

Für das ambitionierte Team der Afrikaner, die nach ihrem Kreisliga C-Aufstieg im ersten Jahr nun bereits zum zweiten Mal in Folge den Sprung in die B-Klasse verpasste, ein enormer Standortnachteil gegenüber der Konkurrenz. „Unsere Entwicklung wird dadurch massiv ausgebremst“, so Mferi.

Dieses „Platz-Dilemma“ hat sein Verein allerdings nicht exklusiv, sondern teilt es sich mit den unmittelbaren Nachbarn auf der BSA Bocklemünd, TFC Köln, HNK Croatia und Galatasaray Köln, sowie den Footballern der Cologne Crocodiles.

„Die Fertigstellung eines Kunstrasens sollte bereits bis zu diesem Sommer erfolgt sein, doch die Stadt Köln hat den Termin immer wieder aufgeschoben“, bedauert auch AFC-Pressesprecher Fabian Basdorf, dass innerhalb des Stadtgebiets einzelne Vereine regelmäßig beim Kunstrasenbau Unterstützung erhalten, diese am Standort Bocklemünd im Gegenzug aber gleich fünf verschiedenen Clubs verwehrt bleibt.

Somit sucht der Afrika FC nun nach Alternativen, um zumindest vorübergehend eine neue Heimat zu finden, hofft dabei auf die Solidarität der Clubs aus Köln und Umgebung. An dieser Stelle möchte der Verein auch, nicht nur finanziell, zu einer „fruchtbaren“ Partnerschaft beitragen und einfach Untermieter sein, sondern mit seinem Gastgeber, sowohl auf sportlicher als auch persönlicher Ebene kooperieren, beispielsweise in der Ausrichtung gemeinsamer Turniere.

„Ich selbst habe den Verein zuerst als Außenstehender über meine journalistischen Tätigkeiten kennengelernt, ihn und seine herzlichen Menschen dann schnell ins Herz geschlossen“, erläutert Pressemensch Basdorf die Beweggründe für seinen Einstieg als ehrenamtlicher Medienbeauftragter des Clubs.

Dieser steht natürlich zu seinen afrikanischen Wurzeln, betont aber auch in aller Deutlichkeit, multikulturell ausgerichtet und für alle Seiten offen zu sein. So sind derzeit Spieler aus 17 verschiedenen Nationen für den Verein aktiv und prägen ein einzigartiges Miteinander über alle kulturellen- und Ländergrenzen hinaus.

Dass ein Zusammenspiel vieler Nationalitäten und Kulturen auch Risiken birgt, ist dem Verein durchaus bewusst. Darum steht bei ihm Disziplin auf und neben dem Platz an oberster Stelle. Dem AFC ist einfach wichtig, einen ordentlichen Eindruck zu hinterlassen, gegenüber Gegnern, Schiedsrichtern und Zuschauern nicht negativ aufzufallen und somit möglichen Vorurteilen aufgrund seines „Migrationshintergrundes“ von Vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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