20 Kilometer zum Heimspiel

Aus Platzmangel wird das Troisdorfer Aggerstadion zur Heimspielstätte der Viktoria U19

11. Oktober 2016, 12:49 Uhr

Die U19-Teams von unter anderem Borussia Dortmund, Schalke 04 und Bayer Leverkusen reisen in dieser Saison für ein Auswärtsspiel nach Troisdorf. Zwar haben es die dort beheimateten Sportfreunde (noch) nicht in die Bundesliga geschafft, doch im Aggerstadion fordert Viktoria Kölns A-Jugend nun ihre Gäste in der höchsten deutschen U19-Spielklasse heraus, da der Sportpark Höhenberg aus allen Nähten platzt.

Ein Ortswechsel, der Sinn macht: Weil Viktoria Köln auf der eigenen Anlage an der Merheimer Heide neben dem Stadion nur einen Kunstrasenplatz zur Verfügung hat und beim benachbarten TuS rrh. nur eingeschränkt trainieren darf, aber im Herren- und Jugendbereich 15 Mannschaften stellt, platzt der Sportpark Höhenberg aus allen Nähten. Der saure Apfel, in den die U19 durch den Umzug ins 20 Kilometer und damit eine halbe Autostunde entfernte Aggerstadion beißen muss, schmeckt dabei aber süßer, als die meisten denken. „Hier haben wir perfekte Bedingungen“, schwärmt Manfred Schadt, Nachwuchsleiter und Trainer der A-Junioren. „Der Platz wird mindestens zweimal pro Woche von der Stadt gepflegt, auch das Stadion und die Kabinen sind bundesligareif, und wir haben sogar einen Schulungsraum.“ Aus gutem Grund wählte auch die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste um Superstar Didier Drogba das Aggerstadion als Trainingsgelände während der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Rückkehr noch offen

Zustande kam die Kooperation mit der Stadt Troisdorf und den Sportfreunden bereits vor der Überlegung, dort die Heimspiele der A-Jugend auszutragen. Auf der Suche nach Trainingsmöglichkeiten für die Profis stieß man auf den Sportpark, einigte sich mit den Entscheidungsträgern und fungierte aus Dank als Gast bei der Wiedereröffnung des Aggerstadions im vergangenen Jahr. 1,5 Millionen Euro wurden in die Modernisierung der bis zu 10.000 Zuschauer fassenden Spielstätte investiert, ein beträchtlicher Teil davon in den hochwertigen Rasenplatz. Einen weiteren Kunstrasenplatz baut auch die Viktoria nun auf dem benachbarten Gelände der DJK Siegfried Kalk, um die angespannte Situation der Platzbelegungen selbst zu lösen.

Die Höhenberger sind zuversichtlich, das künstliche Grün noch vor dem Winter einweihen und damit für alle Teams ausreichende Kapazitäten bieten zu können. Ob die U19-Bundesligamannschaft der Rechtsrheinischen dann sofort in den Sportpark Höhenberg zurückkehrt, steht noch nicht fest. „Wir stellen uns drauf ein, bis zum Ende der Saison in Troisdorf zu spielen“, so Schadt.

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