11.06.2018

Alemannia als Ausbildungsverein für Fenerbahce Istanbul?

Gerücht? Tatsache? Was ist dran?

Bild: Die Kartoffelkäfer

Am Wochenende geisterte durch die türkischen Medien (Portal TurkSports EN), dass Ali Koç, türkischer Fußballfunktionär und Geschäftsmann, seit Juni 2018 Vereinspräsident von Fenerbahçe Istanbul, einen Partnerverein für junge Spieler in Europa kaufen möchte. 

Ausgeguckt hat er sich dabei anscheinend die Alemannia, die aus seiner Sicht prädestiniert wäre als Ausbildungscamp junger Spieler von Fenerbahce zu fungieren. Hier könnten sie nicht nur fussballerisch aus- und weitergebildet werden, sondern auch gewisse Werte vermittelt bekommen. Mit Fuat Kilic hätte man zudem einen excellenten Trainer, der junge Spieler schnell weiterentwickeln könnte. Dies wird sich auch bis nach Istanbul herumgesprochen haben.

Liest man heute mehrere türkische Medienblätter wie zum Beispiel den Hürriyet (und lässt den Inhalt über den Google-Translator übersetzen), könnte man meinen, dass der “Deal” schon in trockenen Tüchern sei und Alemannia von Ali Koç bereits gekauft wurde. So einen Ausbildungsverein, oder auch kurz Farmteam genannt, gibt es ja schon nicht unweit von Aachen im nahegelegenen Eupen. Die KAS hatte ebenfalls das Konzept vom Investor, der katarischen Aspire Zone Foundation, auferlegt bekommen, junge Spieler für Europa auszubilden. Da man dies schwerlich in der 4. Liga machen könnte, würde man seitens von Fenerbahce wohl schon dafür sorgen, dass Alemannia in kürzester Zeit mindestens in der 2. Bundesliga spielt.

So weit ist es allerdings beileibe noch nicht, denn ehe solche eine Kooperation in einem Vertragswerk mündet, haben nicht nur der Verein selbst, sondern auch dessen Mitglieder und Fans noch ein gewaltiges Wörtchen und Stimmchen mitzureden. Der bisher kursierende Einzeiler aus dem Internet hatte in den verschiedenen Facebook-Gruppen der Alemannia bereits zu kontroversen Diskussionen geführt.

Es wird spannend sein, wenn Fans und Mitglieder umfangreich von der Alemannia informiert werden würden beziehungsweise Ali Koç verlauten ließe , was er konkret vorhat und wie sein Plan in Aachen aussieht. Dann könnten sich alle Beteiligten ein Urteil bilden, was auf den Verein zukommen würde und wohin der Weg gehen würde. Denn eins ist klar, ohne einen externen Geldgeber, Investor oder Gönner wird es für die Alemannia Jahr für Jahr schwerer aus der vierten Liga heraus zu kommen. Jahr für Jahr verliert der Club gute Spieler, weil sie finanziell nicht zu halten sind und die Zukunftsperspektive nicht gegeben werden kann. Wie schwer es ist, zeigt sich mittlerweile auch im Zuschauerverhalten. Trotz guter Leistungen, guter Ergebnisse und teilweise einem dritten Platz in der Tabelle stagniert der Zuspruch auf einem unteren Niveau.

Morgen findet ab 19 Uhr die Alemannia-Jahreshauptversammlung im Einhard-Gymnasium statt. Man kann sich jetzt schon ausdenken, dass Ali Koç das Hauptthema sein und den Mitgliedern unter den Fingernägeln brennen wird. Alemannia reagierte heute schon in Person von Präsident Martin Fröhlich tat das Thema als “Ente” ab: „Es gibt keinen Kontakt, wir wissen von nichts. Es wäre vielleicht vorteilhaft, wenn man miteinander spricht bevor Pressemeldungen herausgegeben werden." Ohnehin suche Alemannia nicht konkret nach einem Investor, so der Präsident.

Ob das Thema wirklich eine Ente ist, wird sich bald herausstellen und hoffentlich stoßen dem ein oder anderen diese Worte nicht nochmal auf. Die Alemannia-Fangemeinde kennt es ja aus der jüngeren Vergangenheit, wenn die Wahrheiten nur scheibchenweise präsentiert werden. Aber wie dem auch sei, vielleicht ist es wirklich nur eine Ente und am Ende verpufft der große Sponsor und Heilsbringer in der Sommerlochblase. Die morgige Alemannia-Jahreshauptversammlung dürfte auf alle Fälle wieder extrem spannend werden – Ente hin und her.

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