08.12.2017

„Es braucht nicht viele Spieler, nur die richtigen“

Fortuna mit dem allerletzten Aufgebot nach Paderborn _ Falahen verletzt, Mimbala suspendiert

Auf Dominik Ernst und seine Abwehrkollegen kommt in Paderborn viel Arbeit zu. Foto: Fortuna

Immer wenn man bei der Fortuna denkt, es kann nicht mehr schlimmer werden, dann passiert genau das Gegenteil. Vor dem Auswärtsspiel beim SC Paderborn am Samstag gehen die Kölner personell schon mehr auf dem Kieferknochen als auf dem Zahnfleisch. Zwar kehrt Markus Pazurek nach abgelaufener Sperre in die Startelf zurück. Dafür ist aber Robin Scheu nach der fünften gelben Karte beim 1:1 zu Hause gegen Zwickau gesperrt. Die rechte Mittelfeldseite ist somit vakant. „Ich kann immer noch drei Mal auswechseln“, nimmt Uwe Koschinat das Ganze mit der entsprechenden Portion Sarkasmus.

Denn vor der Abfahrt am Freitagnachmittag in Richtung Ostwestfalen wurde die Belegschaft des Busses erneut kleiner als geplant. Amir Falahen fällt ebenfalls bis zur Winterpause aus. Der Stürmer hat eine Verletzung an der Muskelhülle im linken hinteren Oberschenkel. Kristoffer Andersen, der gegen Zwickau zumindest auf der Bank Platz nahm, nachdem er sich vor mehr als einem halben Jahr im Südstadion gegen Paderborn das Kreuzband im linken Kniegelenk gerissen hatte, muss nun wegen Beschwerden im rechten Knie passen. Da der Kölner Fußballlehrer obendrein Cedric Mimbala suspendiert hat, fehlen der Fortuna in der Benteler-Arena gleich neun Akteure. „Ich habe mich entschieden auf den Spieler zu verzichten“, sagte Koschinat. Im Winter wird es mit dem Innenverteidiger Gespräche geben. Die Zeichen deuten auf einen Abschied hin.

In der Innenverteidigung werden somit erneut Christopher Theisen und Lars Bender auflaufen. Für rechts wäre Okan Kurt ein möglicher Kandidat. „Wir können Paderborn mit dem Kader nur über unsere Ordnung oder eine Idee und nicht mit der Aufstellung überraschen“, so Koschinat, der hofft, dass der Rest vom Schützenfest nun noch enger zusammenrückt. „Jeder wird gebraucht. Du weißt, du fährst nicht nur für die Statistik mit. Es kommt nicht immer darauf an, ob du viele Spieler mit dabei hast, es braucht die richtigen“, unterstreicht Koschinat.

Obwohl Paderborn zuletzt zweimal verloren hat, müssen sich die seit vier Spielen sieglosen Kölner „sicher nicht mit der Favoritenbürde herumschlagen“, so der Trainer, der sein Team aber auch nicht zu klein reden mag. Insbesondere offensiv war das jüngst auch in Rostock und gegen Zwickau nach wie vor sehr ansehnlich. „Es hätten vier anstatt ein Punkt sein müssen, insofern sind wir ein wenig ins Hintertreffen geraten.“ Und gerade die Gefährlichkeit vor dem gegnerischen Tor macht Koschinat auch für den Samstag Mut. Die Fortuna hat „eine neue Note“ dazugewonnen. Es ist nicht mehr nur der Powerfußball, linear und schnell nach vorne, sondern die Kölner kombinieren sich zum Erfolg. „Das macht Spaß zuzusehen. Es ist wirklich spektakulär. Wir entwickeln eine unglaubliche Kreativität im gegnerischen Strafraum mit der notwendigen Ruhe“, freut sich Koschinat.

Dennoch ist Paderborn eine große Hausnummer. Mit Sven Michel, Dennis Srbeny, Massih Wassey und Ben Zolinski verfügen die Hausherren über eine wuchtige Offensive. Ausgerechnet gegen die Fortuna kehrt Srbeny („Er hat eine unglaubliche Quote“) zumindest in den Kader zurück. Das alleine macht aber nicht die Stärke des SCP aus. „Ich kann mich spontan an kein Spiel erinnern, dass Paderborn nicht verdient gewonnen hat. Da war kein schmeichelhafter Sieg dabei. Bremen II und Großaspach wurden sogar regelrecht verprügelt.“ 

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