27.01.2016

Ford Niehl: Freude an freiwilligen Überstunden

CfB will Junioren mit professionellen Zusatztrainings langfristig an den Verein binden.

Der CFB Ford Niehl bemüht sich um die Bindung seiner Jugendspieler.

Um die eigene Jugendarbeit zu stärken und den Verein für die Spieler langfristig attraktiv zu gestalten, fährt der CfB Ford Niehl eine ganz besondere Linie: Mit Zusatztrainings auf freiwilliger Basis unter professioneller Leitung will er seine Talente fördern und sie gleichzeitig an den Verein binden.

Seit dem Sommer sieht man viele jugendliche Kicker des CfB Ford Niehl auch außerhalb der regulären Trainingszeiten auf dem Platz schwitzen. Der Grund: Der Verein bietet seitdem Zusatzeinheiten an, die ein- bis zweimal pro Woche auf freiwilliger Basis stattfinden. Und diese Einheiten haben es ins sich: Von Passübungen und Schusstechniken bis hin zum Koordinationstraining werden den Kindern – angepasst an ihre Altersklasse sowie dem damit verbundenen Leistungsstand – Facetten des Fußballspiels vermittelt, die über den normalen Trainingsbetrieb hinausgehen. Weil die Spieler dadurch schnell sichtbare Fortschritte erzielen, hofft der Verein, diese langfristig binden zu können. „Wir wissen, dass wir nicht die gleiche Stahlkraft haben wie manch ein anderer Verein in der Gegend“, schätzt Projektleiter Stefan Hummelt die Situation realistisch ein. „Aber wir können dafür sorgen, dass die Ausbildung in allen Belangen gleichwertig ist und dass das die Spieler wiederum dazu bringt, bei uns zu bleiben.“

Wie kam es zu der Idee? Hummelt erklärt: „Einige Spieler unseres Vereins wollen mehr trainieren, anderen reicht das Pensum vollkommen aus. Wir wollen die einen angemessen fördern und die anderen nicht zu zusätzlichen Einheiten zwingen. Da kam die Idee der zusätzlichen Trainingseinheit auf freiwilliger Basis auf.“

In drei verschiedenen Gruppen werden die Kinder trainiert – je nach Altersklasse mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Während es für die Bambinis unter Leitung des sportlichen Leiters Hasan Yildirim vor allem um das Spiel mit dem Ball geht, liegt der Fokus in der D- und C-Jugend auf Koordination und Athletik. „Die älteren Spielklassen trainieren in der Regel dreimal pro Woche und haben im Bereich der Ballbehandlung gut ausgebildete Trainer. Was hier fehlt, ist das Know-How beim Koordinationstraining“, weiß Hummelt. „Wie setze ich einen Sprint richtig an, welche Laufwege sind wichtig, wie beuge ich durch richtiges Laufen Verletzungen vor. Das sind Dinge, die dort erklärt werden.“ Hummelt ist sich bewusst, dass das über die normalen Trainingsinhalte der Jugendmannschaften hinausgeht. Deshalb arbeitet der Verein eng mit Laufexperte Benny Pietsch und dessen Laufschule zusammen: „Benny kann das ganz anders angehen als ein Trainer unseres Vereins.“

Ursprünglich war das Konzept auch für die A- und B-Jugend-Mannschaften angedacht, doch die Resonanz aus diesen Mannschaften fiel verhalten aus. Die Gründe dafür sieht Hummelt vor allem im Alter der Spieler. „Die Jungs trainieren sowieso schon oft und viele stecken zudem in Klausuren, Abschlussprüfungen und Ausbildungen. Da ist die Zeit begrenzt.“ Doch auch für die 'alten Hasen' hat sich der Verein etwas einfallen lassen: Für die vier Jahrgänge soll ein so genanntes 'Perspektivteam' erstellt werden. „Die besten Spieler der Mannschaften trainieren im 'Perspektivteam' freitags, absolvieren Freundschaftsspiele und werden zusätzlich gefördert. So sollen sie merken, dass wir ihnen das bestmögliche Umfeld bieten wollen. Das Zusatztraining kann obendrauf absolviert werden oder eine normale Trainingseinheit ersetzen.“

Rund fünfzig Spieler des CfB sowie einige externe Interessierte greifen bereits auf das Angebot des Vereins zurück und auch das Feedback seitens der Spieler wie Eltern stimmt die Verantwortlichen positiv. „Eine Größenordnung von 80 bis 100 Jugendliche wäre für uns stemmbar“, glaubt Hummelt an eine Steigerung der Teilnahme. „Wir freuen uns, wenn auch externe Kinder zu uns kommen, den Verein kennenlernen und vielleicht bleiben wollen.“ Deshalb soll das Angebot in der Rückrunde fortgesetzt und erweitert werden. Neu ins Programm integriert werden wird ein Torwarttraining für Torhüter aller Altersklassen.

Autor: Judith Zacharias

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