10.05.2019

Hilal-Rückzug: Das sind die Hintergründe

Bergheims Macher Josef Pfeiffer spricht Klartext

Im Laufe der Woche teilte der Fußball-Verband Mittelrhein nüchtern mit, dass sich Hilal Maroc Bergheim, seines Zeichens als Verbandsliga-Absteiger auch in der Landesliga Staffel 2 Schlusslicht, mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb zurückziehen wird: „Die verbleibenden Spiele werden gemäß § 52 (3) SpO/WDFV für den Gegner mit 2:0-Toren als gewonnen gewertet. Die bisherigen Spiele werden so gewertet wie ausgetragen“, so der offizielle Wortlaut der Pressemitteilung. 

Der Verein habe sich mit der Entscheidung zum Rückzug schwer getan, diese aber letztendlich nach dem enttäuschenden 1:8-Auftritt bei Erftstadt-Lechenich getroffen. „Mit einem Sieg hätten wir noch eine relative Chance auf den Klassenerhalt gehabt, doch dann haben wir unsere Köpfe zusammengesteckt und angefangen, einen Neustart in der Bezirksliga zu planen“, erläutert Bergheims Trainer Josef Pfeiffer die Beweggründe für den Rückzug.

Grundsätzlich ginge es allerdings auch darum, dass die letzten Partien fast nur noch mit A-Jugendlichen bestritten werden konnten: „Sie sind gut, haben aber keine Konstanz und müssen sich nach einem Einsatz dann gefühlt drei Wochen am Stück erholen“, bemängelt Pfeiffer an dieser Stelle auch die Moral der jungen Kicker und plant eine Liga tiefer nur noch mit drei Akteuren des bisherigen Kaders: „Der Rest kann gehen!“

Eine sportlich mehr oder weniger aussichtslose Fortsetzung des Spielbetriebs, hätte somit laut Pfeiffer nur „weitere Unkosten und Ärger mit dem Verband“ beinhaltet. Dieser bemängelt an dieser Stelle sowohl Schiedsrichter-Ansetzungen als auch teilweise willkürliche Strafe seitens des FVM: „Mein Co-Trainer und ich wurden in Eilendorf unrechtmäßig der Anlage verwiesen. Anschließend durfte der Unparteiische munter weiter pfeifen. Aber der Verband braucht halt Geld und muss dafür Strafen aussprechen. Für jeden Mist ist man nur noch am bezahlen, das macht so doch keinen Spaß mehr“.

Aus sportlicher Sicht räumt Pfeiffer allerdings auch ein, dass ihm „von Anfang an klar war, dass wir gegen den Abstieg spielen werden“. Eingeplante Spieler hätten bis zum letzten Tag gepokert und kurzfristig dann woanders unterschrieben. Sein Verein habe mangels Zahlung von Gehältern nicht mithalten können. Dazu wäre Hilal aufgrund horrender und überzogener Forderungen des Finanzamts nicht mehr fähig gewesen. Unabhängig davon sei der Name des Vereins mittlerweile im Umfeld „verbrannt“ und solle deswegen auch vor dem geplanten Neustart geändert werden.

Autor: Fabian Basdorf

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