15.05.2018

Kein Sieg zum Abschluss: Viktoria Köln verpasst Aufstiegswunder

Das 4:4 (2:1) gegen Borussia Mönchengladbach II am letzten Spieltag der Regionalliga West war zu wenig. Viktoria Köln wird auch im nächsten Jahr viertklassig bleiben.

Bild: Peter Ciper / Viktoria Köln

Nach dem Abpfiff standen Mannschaft und Verantwortliche erst einmal minutenlang in einem Kreis zusammen. „Ab der 70.Minute ist das Zwischenergebnis aus Wiedenbrück durchgedrungen. Es ist ein Stück weit menschlich, dass dann die Enttäuschung durchkommt“, betonte Viktoria-Verteidiger Tobias Willers nach Abpfiff gegenüber RevierSport. Bis zu diesem Zeitpunkt führten die Höhenberger mit 4:2 gegen Borussia Mönchengladbach II.

Die eigene Pflicht schienen die Kölner somit zumindest zu erfüllen. Dann kam der Einbruch und zwei Gegentore von Mandela Egbo (86.) und Ba-Muaka Simakala (88.), die letztlich das 4:4-Remis bedeuteten. Nach dem Schlusspfiff blickten die 745 Zuschauer dennoch ins Leere: Durch den Auswärtssieg des KFC Uerdingen beim SC Wiedenbrück (5:0) war die Meisterschaft zugunsten der Krefelder entschieden. Selbst ein Sieg der Kölner hätte nicht mehr gereicht. „Wenn man zehn Spiele in Folge gewinnt, muss man Sportsmann sein und dem Gegner gratulieren“, richtete Viktoria-Trainer Olaf Janßen die ersten Glückwünsche in Richtung KFC Uerdingen.


Ein verrücktes Fußballspiel im Sportpark war der Abschluss auf eine Viktoria-Spielzeit, in der das Saisonziel am Ende verpasst wurde. Nach einer schnellen 2:0-Führung durch Tore von Timm Golley (13.) und Felix Backszat (15.) sahen die Gastgeber schon in der Anfangsphase wie der sichere Sieger aus. „Defensiv hat mir das überhaupt nicht gefallen“, klagte Gladbach-Trainer Arie van Lent über die Leistung seiner Schützlinge.

Alles schien, abgesehen vom Zwischenstand in Wiedenbrück, zugunsten der Viktoria zu laufen, sodass die Mannschaft von Olaf Janßen in der Folge etwas passiv agierte. Ba-Muaka Simakala bestrafte dies prompt mit dem 1:2-Anschlusstreffer. Eine Einzelaktion von Viktoria-Top-Torschütze Timm Golley endete im 3:1 (60.), worauf der erneute Anschluss von Mirza Mustafic nur fünf Minuten folgte. Das versöhnliche Ende nach dem 4:2 des eingewechselten Sven Kreyers (68.) blieb bekanntlich aus.

Viktorias Felix Backszat war nach dem Abpfiff bitter enttäuscht. „Das Szenario war ja vorher bekannt. Wir wussten, dass wir unsere Hausaufgaben machen müssen, um eine Minimalchance zu haben. Irgendwann hat sich das Zwischenergebnis breit gemacht. Wir wollten gewinnen, aber der Kopf hat irgendwann eine zu große Rolle gespielt“, erklärte die Mittelfeldspieler, der erst vor kurzem bei den Domstädtern verlängert hatte.

Dennoch bemühte sich Viktoria-Trainer Janßen nach dem Abpfiff um ein positives Fazit: „Natürlich hätten wir uns das anders gewünscht, aber ich bin brutal stolz. Die Jungs sind meinem Weg gefolgt und haben alles reingeworfen, was sie hatten“, lobte der gebürtige Krefelder die Mannschaftsleistung.

Quelle: Maximilian Daum / RevierSport

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema