28.04.2017

Sonntagsschuss am Freitagabend trifft Fortuna ins Mark

Nach dem 0:1 gegen Paderborn stecken die Kölner tief im Abstiegssumpf fest

Das war eine Niederlage gegen Paderborn, die nicht nur Cedric Mimbala (Mitte) weh tat. Foto: Fortuna

„Manchmal gewinnst Du, und du weißt nicht wie.“ Eine ehrliche Aussage ausgesprochen von Paderborns Trainer Steffen Baumgart unmittelbar nach dem Schlusspfiff in Richtung eines Ordners. Besser hätte man die gerade absolvierten 90 Minuten vor 2.644 Zuschauern am Freitagabend im Südstadion nicht zusammenfassen können. Die Fortuna verlor das Heimspiel in Überzahl mit 0:1 durch einen Sonntagsschuss in der 89. Minute. Drei Spieltage vor Saisonende in Liga drei stecken die Kölner unverhofft wieder mitten im Abstiegssumpf fest.

Lange plätscherte die Partie in Halbzeit eins ereignislos dahin. Keiner wollte sich eine Blöße geben, oder dem Gegner Angriffsfläche bieten. Erst als sich Dedic nach 18 Minuten geschickt im Strafraum der Fortuna freispielte, musste Andre Poggenborg den Ball aus gut zehn Metern abwehren. Zwei Minuten später wehrte Paderborns Keeper Ratajczak einen fulminanten Fernschuss von Lars Bender gekonnt ab. Und auch einen Kopfball von Cedric Mimbala fischte Ratajczak sehenswert aus der Ecke (34.). Das Chancenverhältnis glich sich dann aber nach einem Schuss von Vucinovic von rechts, den Poggenborg ebenso gut entschärfte, wieder aus (40.).

In der zweiten Hälfte war die Fortuna der optische Punktsieger. Zunächst vergab Dahmani (52.). Dann schoss Rahn aus der Ferne drüber (60.). Als Paderborns Kapitän Sebastian die Ampelkarte wegen wiederholten Foulspiels sah (72.), war das Momentum endgültig auf der Seite der Hausherren. Nach Zuspiel des eingewechselten Alibaz hatte der ebenfalls hereingenommene Röcker eine Hundertprozentige, aber er traf nicht mal das gegnerische Gehäuse (88.). Auf der Gegenseite störte keiner Paderborns Soyak, der den Ball von links aus 20 Metern zum Siegtreffer in den Winkel schlenzte.  

Stimmen zum Spiel: Uwe Koschinat (Trainer Fortuna)

„Beide Mannschaften waren zunächst einmal darauf bedacht in der Defensive fehlerlos zu spielen mit einer einfachen Spielstruktur, um aus einer Unachtsamkeit eventuell Kapital zu schlagen. In der zweiten Halbzeit haben wir zumindest die Torabschlusssituationen von Paderborn nahezu auf null minimiert, ohne dass wir selbst großartig Fußball gespielt haben. In Überzahl haben wir den Ball nicht schnell genug bewegt, um eine Überzahl auszuspielen. Dass wir hier am Ende mit 0:1 nach Hause gehen, ist eine sehr bittere Geschichte. In Anbetracht unserer Situation fühlt sich das beschissen an. Die Situation hat sich dramatisch verändert jetzt. Ich wollte dieses Szenario immer vermeiden, wo du am letzten Spieltag in Mainz noch etwas holen musst, gegen eine Mannschaft, die dann auch rechnerisch abgestiegen ist. Wir haben aber die Dinge immer noch selber in der Hand.“

Hamdi Dahmani (Fortuna)

„Bei mir herrscht gerade pure Enttäuschung vor. Das Spiel lief auf ein 0:0 hinaus. Nach dem Platzverweis hatten wir gute Chancen. Ich hatte nicht das Gefühl, das Paderborn noch ein Tor macht. Nach dem Gegentor in letzter Minute fehlen mir gerade die Worte. Dass das noch komplett in die andere Richtung läuft, hätte keiner mehr gedacht. Wir müssen jetzt wieder aufstehen uns zerreißen und in den letzten drei Spielen alles dafür tun, die Klasse zu halten.“

Daniel Flottmann (Fortuna)

„Ich kann es noch gar nicht glauben, dass wir verloren haben. Das Spiel war nicht attraktiv, man hat gemerkt, dass es um viel ging. Gerade in der zweiten Halbzeit fand ich uns besser, da hatten wir auch Übergewicht und haben Druck gemacht. Wir hatten Chancen. Das ist halt im Fußball so, wenn du die Dinger vorne nicht machst, kriegst du hinten einen rein. Wir müssen hier eigentlich als Sieger vom Platz gehen. Wir haben noch dreimal die Chance den Rettungsschirm zu ergreifen.“

Steffen Baumgart (Trainer Paderborn)

„Das war am Ende für uns ein sehr glücklicher Sieg. In der ersten Hälfte war es sehr ausgeglichen, da hatten beide die Chance ein Tor zu machen. Es war kein schönes Spiel, das war aber auch nicht zu erwarten. Die Punkte nehmen wir gerne mit.“

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