22.10.2015

Von Hennef in die Allianz Arena

Kometenhafter Aufstieg von Sertan Yegenolgu.

Gestern noch Regionalliga-Absteiger, heute schon Zweitliga-Profi. / Foto: Tillmann/RevierSport

Noch vor gut einem Jahr war er vereinslos, am Montag gab er sein Debüt in der 2. Bundesliga: Sertan Yegenoglu blickt auf ein kurioses Jahr zurück, dass ihn in Null Komma Nichts vor allem Dank des FC Hennef 05 in die Startelf des Zweitligisten 1860 München führte. 

Der Weg vom Tiefpunkt zum Höhepunkt ist oft nicht weit. Sertan Yegenoglu feierte am Montag mit einem Startelf-Einsatz bei 1860 München sein Profi-Debüt. Dabei war er vor gut einem Jahr noch vereinslos und musste darum bangen, seinen Traum vom Profifußball weiterleben zu dürfen. Der FC Hennef 05 hat einen großen Anteil daran, dass Yegenoglu seinen Traum nicht nur weiter träumen, sondern urplötzlich verwirklichen konnte.

Aus der Jugendfußballschule Hennef wechselte Sertan Yegenolgu im Alter von 14 Jahren zum 1. FC Köln. Dort verbrachte er die letzten fünf Jahre seiner Junioren-Karriere, wuchs zu einem Leistungsträger und Mannschaftskapitän heran. Seine Leistungen weckten Begehrlichkeiten: Kaum stand der Sprung in den Senioren-Bereich an, klopfte der türkische Erstligist Eskisehirspor mit Trainer Michael Skibbe an und wollte den nun 19-jährigen Verteidiger verpflichten.

Deal geplatzt, plötzlich vereinslos

Doch der Deal platzte: Der FC bestand auf eine hohe Ausbildungsentschädigung, die Eskisehir nicht bezahlen wollte. Von heute auf morgen war Yegenoglu vereinslos. „Ich war zutiefst enttäuscht. Fünf tolle Jahre lang habe ich alles für Köln gegeben, viel gelernt und viel zurückgegeben. Dieses Ende hat meine Träume vom Profigeschäft ausgeknipst. So etwas wünsche ich nicht einmal meinem schlimmsten Feind“, denkt der türkischstämmige Linksfuß an den Tiefpunkt seiner noch kurzen Karriere zurück.

Statt vor tausenden frenetischen Zuschauern zu spielen galt es für Sertan Yegenolgu nun, schnellstmöglich einen neuen Verein zu finden, bei dem er sich fit halten und anbieten konnte. Über seinen damaligen Trainer bei der Jugendfußballschule Jan Hoepner entstand der Kontakt zum FC Hennef. Gerade erstmals in der Vereinsgeschichte in die Regionalliga aufgestiegen, fehlte es den Hennefern nicht an Kämpfern, aber an technisch begabten Fußballern. „Natürlich war der Wechsel zum FCH nicht das, was ich mir immer gewünscht hatte. Unter dem Motto 'Augen zu und durch' wollte ich mich durchbeißen“, gibt Yegenoglu zu.


Durchgebissen, dazugelernt und fast vor Stolz geplatzt - weiter gehts auf Seite 2

Autor: Daniel Sobolewski

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