07.03.2018

„Wir wollen definitiv oben mitspielen“

Marc Diamante übernahm zur Winterpause das Traineramt beim HNK Croatia Köln.

Marc Diamante: "Möchte eine Spielidee erkennen lassen"

Für den 24-Jährigen ist es die erste Aufgabe im Seniorenbereich. Zuvor arbeitete der B-Lizenz Inhaber bereits lange Jahre im höherklassigen Jugenbereich, zuletzt für anderthalb Jahre beim SC West Köln. Neben seiner Tätigkeit betrieb Diamante beim neu gegründeten ASC Ahktamar Aufbauarbeit und konnte somit auch erste Erfahrungen bei den Herren sammeln. Im Interview spricht der neue Trainer über seinen Wechsel zum C-Ligisten, sowie die Erwartungen mit dem Club, der in der vergangenen Spielzeit nur knapp den Aufstieg verpasste.

Marc, wie kam es dazu, dass du neuer Croatia-Trainer wurdest?
Den ersten Kontakt gab es im Sommer. Da war ich allerdings fest in den Planungen bei meinem alten Verein, weshalb ich dort nach einem Kennenlernen abgesagt habe. Aufgrund der neuen Situation, die durch einen gemeinsamen Bekannten dann dem Vorstand des Vereins bekannt wurde, kam der erneute Kontakt zustande. Daraufhin haben wir uns mehrmals ausgetauscht und kamen letztlich zu einer Einigung. Ich persönlich habe trotz meines jungen Alters schon viel mitgemacht und in allen Altersklassen der Jugend, sowohl auf Kreisebene als auch auf höchster Verbandsebene gearbeitet. Da war es nur logisch, dass der Seniorenbereich reizvoll sein könnte.

Warum hast du dich dazu entschlossen, die SC West-U19 nach anderthalb Jahren wieder zu verlassen?
Nachdem ich jahrelang in vielen Funktionen bei Viktoria Frechen im Jugendbereich tätig war - sowohl als Trainer diverser Mannschaften als auch als Mitglied im Jugendvorstand - bin ich zum SC West gekommen, um persönlich den nächsten Schritt zu machen und neue Erfahrungen zu sammeln. Nach gut anderthalb Jahren habe ich mich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, aus privaten Gründen eine Pause einzulegen. Der Schritt fiel mir sehr schwer, denn immerhin hatten wir grade den Aufstieg in die U19-Mittelrheinliga erreichen können. Und die Arbeit auf dem Niveau macht ohnehin besonders viel Spaß. Leider war es dann zuletzt aus persönlichen Gründen nicht mehr möglich, dem enormen und notwendigen Zeitaufwand gerecht zu werden. Daher die Entscheidung, ein paar Wochen abzuschalten.

Welchen Eindruck hast du vom Verein und deiner neuen Mannschaft?
Man merkt schon, dass das halbe Jahr sehr an den Jungs genagt hat. Kein Trainer, die Eindrücke der Endphase im vergangenen Spieljahr und dann die fehlende Vorbereitung. Dementsprechend war es zunächst bemerkenswert, mit welcher Hingabe sich die Jungs dem neuen Input gewidmet haben. Leider haben wir absolut miserable Platzverhältnisse, dadurch fiel ein Großteil der Vorbereitung aus oder musste durch Lauf- oder theoretische Einheiten, sowie Hallenfußball ersetzt werden. Daher sind wir bei weitem nicht da, wo wir sein könnten. Auch jetzt waren ja alle städtischen Tennenplätze gesperrt, worunter mein eigener Anspruch und auch irgendwo der der Spieler litt. Inhaltlich muss man Abstriche machen und dennoch versuchen das Beste rauszuholen. Es benötigt alles Zeit und die fiel ja wie gesagt großteils weg. Umso bemerkenswerter waren fast alle Testspiele, in denen die Spieler kontinuierlich eine Entwicklung haben erkennen lassen. Die Eindrücke waren größtenteils sehr zufriedenstellend - natürlich alles vor dem Hintergrund der Möglichkeiten. Das hat mich schon positiv gestimmt.

Am Freitag startet ihr gegen den Afrika FC endlich in die Rückrunde. Mit welcher Erwartung gehst du in dein erstes Pflichtspiel als Trainer?
Trotz meiner Einschätzung, dass wir viel weiter sein könnten, wenn die Platzverhältnisse es ermöglichen würden, brennen wir alle auf die ersten Punktspiele. Die Ergebnisse und Eindrücke in der schwierigen Vorbereitung waren gut, jetzt müssen wir vom Beginn an punkten, um unseren Ansprüchen gerecht zu werden. Sowohl spielerisch, als auch tabellarisch!

Im Vorjahr verpasste Croatia den Aufstieg nur knapp, momentan sind es sieben Punkte Rückstand auf Platz Eins: Was ist noch drin in dieser Spielzeit?
Das ist schwer zu sagen, denn die Liga ist sehr ausgeglichen. Wir haben ein Spiel weniger als die Konkurrenz. Viel wird davon abhängen, wie wir in die Rückrunde kommen. Von dem Potential ausgehend, ist es sicherlich gut möglich, dass wir oben mitspielen. Dafür muss allerdings auch hart gearbeitet werden. Da die Jungs gut mitgehen, wird das auch unser Ziel sein. Wir wollen definitiv oben mitspielen!


Wie sehen deine mittel- und langfristigen Ziele mit dem Club aus?
Zunächst einmal bin ich froh, wieder an der Linie zu stehen. Die Pause tat mir enorm gut und jetzt freue ich mich auf die Rückrunde. Was danach kommt, werden wir sehen. Vieles muss passen! Durch meine bisherigen Erfahrungen sind mir gewisse Werte - von denen ich nicht abweichen kann und will - enorm wichtig geworden. Ich möchte, dass wir uns stetig weiterentwickeln und eine Spielidee erkennen lassen - alles im Rahmen der Möglichkeiten. Natürlich sind meine Ansprüche an die Spieler hoch. Ich erwarte von mir immer das Maximum und so sehe ich das auch bei meinen Mannschaften. Mittelfristig möchte ich sagen können, eine ständige persönliche Entwicklung durchgemacht zu haben und in der Arbeit mit den Spielern - egal wo - viel bewegt zu haben. Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft bringen wird.

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