30.03.2019

„Wuchs in mir der Wunsch nach einer Veränderung“

André Fanroth kündigte seinen Abschied vom SV Bergfried Leverkusen an, erläutert nun im Interview mit RHEINFUSSBALL seine Beweggründe und Pläne für die Zukunft

Im Sommer hatte der 31-Jährige sein Traineramt beim A-Ligisten eigentlich gegen den Posten des Sportdirektors getauscht, war aber nach dem frühen Rücktritt des neuen Übungsleiters Lukas Beruda (zuvor Viktoria Köln U19) an die Seitenlinie zurückgekehrt. Nun fasste Fanroth aber die schwierige Entscheidung, dem SVB nach über acht Jahren den Rücken zu kehren. 

André Fanroth, wie kam es zu der Entscheidung den SV Bergfried zum Saisonende zu verlassen? 

So eine Entscheidung fällt man natürlich nicht über Nacht. In den letzten Monaten und Wochen wuchs in mir einfach der Wunsch nach einer Veränderung. Ich habe in den letzten acht Jahren unheimlich viel in den Verein investiert, auf der Gegenseite dem Verein aber auch viel zu verdanken. Im Fußball gibt es nach so langer Zeit dann manchmal Situationen, wo man auch mal weiterziehen muss. Mir ist natürlich klar, dass dies nicht jeder so sieht, aber für mich ist der Zeitpunkt jetzt der richtige. Ich möchte hierbei aber auch klar betonen, dass dies überhaupt nichts mit der aktuellen sportlichen Situation oder mit der Zusammenarbeit mit den aktuellen Verantwortlichen zu tun hat. 

Wie schwer fällt der Abschied nach acht Jahren in Leverkusen-Steinbüchel? 
Jeder der mich kennt, weiß, wie gerne ich für den SVB gearbeitet habe, wie viel Herzblut ich in diesen Club investiert habe und bis zum Abschied auch noch weiterhin tun werde. Dieser Abschied fällt mir überhaupt nicht leicht und ich bin sicher, dass im Sommer noch das ein oder andere Tränchen fließen wird.

Nachdem Sie Ihr Traineramt abgegeben hatten, um Sportdirektor zu werden, kehrten sie nach kurzer Zeit doch wieder an die Seitenlinie zurück. Wie kam es dazu?
Nach einer überaus erfolgreichen Saison wollte ich, dass der Klub den nächsten Schritt in sportlicher Hinsicht macht. Mit der Installation eines Spitzentrainers, wollte ich weitere Impulse setzen und die fehlenden Prozente, die zum Aufstieg fehlten, freisetzen. Leider ist dieser Schachzug nicht ganz aufgegangen, sodass wir nach sechs Spieltagen auf der Suche nach einem Übungsleiter waren. Da die absolute Top-Lösung nicht zur Verfügung stand, ist das Trainerteam der Vorsaison eingesprungen.

Inwieweit spielte diese Entwicklung vielleicht eine Rolle in Ihrem Wunsch nach einer Veränderung?
Diese Entwicklung spielte überhaupt keine Rolle. Durch ein funktionierendes Team um das Team wurden die Aufgaben auf viele Schultern verteilt und mir die Arbeit dadurch enorm erleichtert.

Welche Ziele verfolgen Sie nun für die Zukunft? Wie hoch möchten Sie im Fußball noch arbeiten?
Ich habe immer gesagt, dass ich als Trainer weiterarbeiten möchte. Im Winter gab es bereits lukrative Angebote von höherklassigen Vereinen, die ich mit Hinweis auf mein bestehendes Vertragsverhältnis ablehnen musste. Grundsätzlich bin ich allem offen gegenüber, die Perspektive des Vereins und mein Bauchgefühl müssen stimmen. Die Spielklasse ist hierbei erstmal zweitrangig. Es wäre natürlich prima, wenn ich bereits zum Sommer eine Aufgabe finde, damit ich mit einer Sommervorbereitung genügend Zeit habe, um meine Ideen umzusetzen. 

Ist eine Rückkehr zum SVB irgendwann denkbar?
Auf jeden Fall. Der SV Bergfried ist ein gut geführter, familiärer Verein, in dem man sich nur wohlfühlen kann.

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