Freitag, 19.08.2016, 13:38 Uhr

Die Kölner Teams in der Bezirksliga müssen sich in der kommenden Saison auf einiges gefasst machen. Die Kölner Bezirksligisten im Check.

Auf dem Sprung

Die Bezirksliga 1 ist in der neuen Saison kaum wiederzuerkennen. Fünf Aufsteiger, ein Absteiger und drei Staffelwechsler sorgen dafür, dass mehr als das halbe Tableau aus Neulingen besteht. Das sorgt für eine extrem ausgeglichene Staffel: Ein Überflieger wie zuletzt der SV Schlebusch ist nicht erkennbar, „Kanonenfutter“ wie Bergisch Gladbach II oder der SV Altenberg ebenso wenig. Oben wie unten müssen sich die 16 Mannschaften auf knallharte Kämpfe einstellen. In Auf- und Abstiegskampf wird bei ganzen neun Vertretern nahezu zwangsläufig auch der Kölner Kreis involviert sein. Wer will hoch in die Landesliga? Wer will den Absturz vermeiden? Köln.Sport analysiert die Chancen der Kölner Bezirksligisten!

FC Leverkusen

Herbe Enttäuschung regierte beim FC Leverkusen nach der besten Platzierung der noch jungen Vereinsgeschichte. Der ambitionierte Klub war mit dem dritten Tabellenplatz ganz und gar nicht zufrieden. Zum dritten Mal seit dem Aufstieg in die Bezirksliga 2013 war der FCL mit höchsten Aufstiegs-Ambitionen in die Saison gestartet, um das ersehnte Ziel einmal mehr zu verpassen. Mit einem Spielertrainer-Duo soll es im vierten Anlauf nun klappen. Erkan Öztürk und Chrisovalantis Tsaprantzis leiten die Geschicke auf der gefürchteten Asche am Birkenberg. Zum Team stieß im Sommer mit Ex-Regionalligist Vincenzo Bosa vom FC Hennef 05 ein Hochkaräter. Gemeinsam mit Amine Azzizi, der beim FCL die Neuentdeckung der vergangenen Spielzeit war, soll er für die Tore sorgen, die letzte Saison zum Sprung in die Landesliga gefehlt haben. Gelingt der Start diesmal besser, ist der FC Leverkusen dafür fraglos einer der Top-Kandidaten, denn kein Kader in der Liga kann dem Team um Ex-Profi Ioannis Masmanidis das Wasser reichen: Von Landesligisten Monheim verstärken Torwart Aziz Ait Ben Omar und Abwehrrecke Bahadir Incilli die Mannschaft, vom SC West Köln wechseln Kostantinos Tirekoglou und Gökhan Cebeci zum Aufstiegsfavoriten. Läuft alles normal in der Bezirksliga, führt am Titelgewinn des FC Leverkusen kein Weg vorbei.

Borussia Lindenthal-Hohenlind II

Für die Reserve des SC Borussia Lindenthal-Hohenlind hatte der packende Abstiegskampf im ersten Jahr Bezirksligazugehörigkeit ein Happy End. In letzter Sekunde gelang den Westkölnern durch einen Sieg beim Saisonfinale der Klassenerhalt. Nun wird der Nichtabstieg für die Zweitvertretung des SCBLH eine noch größere Aufgabe. Durch die Entscheidung des Vorstandes, die erste Mannschaft in der Bezirksliga 3 antreten zu lassen, muss sich das Team von Trainer Jan Holland nun mit der Bezirksliga 1 in der wohl hochkarätigsten aller Staffeln beweisen. Weil auch noch gleich fünf wichtige Spieler zum SC West Köln (unter anderem Kapitän Ruben Klöckner) gewechselt sind, scheint es um die Chancen des SCBLH II auf den Klassenerhalt schlecht bestellt. Opfert Hohenlind die Reserve zu Gunsten des Aufstiegs der Ersten? Coach Holland wird nach dem sensationellen Aufstieg und dem nicht weniger überraschenden Nichtabstieg erneut einen Masterplan in der Hinterhand haben und versuchen, das nächste Wunder geschehen zu machen. Dafür darf der ehemalige Regionalliga-Spieler auf Unterstützung aus dem vollbesetzten Kader der 1. Mannschaft bauen.

SV Westhoven-Ensen

Westhoven will einen guten fünften Tabellenplatz bestätigen - mindestens. / Foto: Ben Horn

Eine beeindruckende Rückrunde mit 31 Punkten und ein respektabler fünfter Platz in der Abschlusstabelle hat dafür gesorgt, dass der SV Westhoven im dritten Bezirksliga-Jahr für niemanden mehr zu den Abstiegskandidaten zählt. Der SV hat die großen Nachbarn SpVg Porz und RSV Urbach rechts überholt und sich zur stärksten Kraft im Veedel gemausert. Passend zum 85-jährigen Vereinsjubiläum, das kräftig begossen wurde, grüßt der Underdog also von der Porzer Spitze. Eine Wiederholung von Rang fünf scheint angesichts einer starken Bezirksliga mit gleich einer handvoll Aufstiegskandidaten schwierig, aber möglich. Trainer Thorsten Röhl kann auf eine eingespielte Einheit um Leistungsträger wie Marcel Manderfeld und Lukas Pinner setzen, die größtenteils beisammen geblieben ist. Lediglich Florian Gebel (RG Wesseling), Jörg Bender und Marcel Kaaf, die sich beide dem Lokalrivalen SpVg Porz mit ihrem ehemaligen Trainer Ralf Fielen angeschlossen haben, verließen den Verein. Westhoven dürfte sich abermals hinter dem Spitzen-Quintett einreihen können und am Ende über die Tatsache freuen, eine starke Saison bestätigt zu haben.

DSK Köln

Der Verlust von Leistungsträgern in höhere Ligen ist für den DSK Köln keine Seltenheit und erfüllt die Verantwortlichen auch mit Stolz. Diesmal war der personelle Aderlass jedoch besonders groß. 14 Spieler gaben ihren Abschied bekannt, darunter Säulen wie Christopher Adamczyk, Thomas Tomanek und Emre Hendem. „Wir bieten unseren Spielern alles, außer der Tatsache, dass sie woanders viel mehr Geld verdienen können“, sagt Präsident Ertugrul Güleryüz, nimmt den Umbruch aber gewohnt gelassen: „Der DSK wird weiter Fußball spielen.“ Während sich die Abgänge zumeist höherklassige Klubs suchten, kommt der Ersatz vorrangig aus der eigenen Jugend und tieferen Ligen. Die Integrierung der größtenteils sehr jungen und Bezirksligaunerfahrenen Spieler in den Klub wird eine Mammutaufgabe für den ebenfalls neuen DSK-Trainer Carsten Kerkhoff, zuletzt beim FC Rheinsüd Köln tätig. Aus dem Kölner Süden bringt er gleich drei Spieler mit nach Ehrenfeld. Ein erneuter einstelliger Tabellenplatz würde die Verantwortlichen des Kreispokalsiegers nach dem Umbruch an der Prälat-Wolker-Anlage zufriedenstellen.

SpVg. Porz

SpVg. Porz: DIe Ruhe vor dem Sturm

Im vergangenen Sommer gab es im Kader der Sportvereinigung Porz einen personellen Umbruch. Nach dem Klassenerhalt wird nun auf Kontinuität gesetzt: Alle Leistungsträger bleiben dem Team von Trainer Ralf Fielen erhalten, Transfers wurden lediglich zur Wahrung der Kaderbreite getätigt. Sechs Abgänge verzeichneten die Porzer zur neuen Saison, die meisten davon aufgrund mangelnder Einsatzzeiten. Sie wurden durch die Routiniers Jörg Bender (36), Marcel Kaaf (32) und Besnik Kurteshi (33) aufgefangen, außerdem schlossen sich Talent Nils Jansen aus Westhoven und drei Spielern aus der eigenen Jugend dem Traditionsklub an. Mit einer gefestigten Mannschaft, die wie letzte Saison von Zusammenhalt und Spirit lebt, soll ein sorgenfreies Jahr gespielt werden. In einer ausgeglicheneren Liga ohne „Fallobst“ wie Bergisch Gladbach II oder Altenberg könnte das aber schwierig werden.

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