Das Kreisliga A-Duell zwischen den Frauen des SV Gremberg-Humboldt und SV Merkenich musste aufgrund von Tumulten vorzeitig beendet werden.

08.06.2018

Spielabbruch nicht an den Haaren herbeigezogen

Kurz vor Ende der Begegnung, die Anfang Mai ausgetragen wurde, war es im Strafraum zu einer Auseinandersetzung gekommen: Eine Gremberger Verteidigerin bezichtigte eine Stürmerin von Merkenich ihr an den Hals gegriffen zu haben und trat diese daraufhin gegen das Knie.

Daraufhin eilte die Torhüterin von Gremberg-Humboldt ihrer Mitspielerin - gleichzeitig ihre Schwester - zur Hilfe und attackierte die gegnerische Stürmerin per Faustschlag. Diese versuchte wiederum, sich mit dem linken Arm zu schützen und mit der Rechten zum Gegenschlag auszuholen, wobei sie versehentlich jedoch die Verteidigerin traf. Anschließend entwickelte sich eine Rudelbildung, in deren Verlauf der Schiedsrichter zwei weitere Spielerinnen klar dabei erkennen konnte, wie sie sich an den Tumulten beteiligten indem sie schlugen und an den Haaren zogen.

Letztendlich unterstützten beide Trainer den Unparteiischen bei seinen Bemühungen die Auseinandersetzung aufzulösen. Dieser sah sich aber dennoch dazu gezwungen, die Partie in der 91. Minute beim Spielstand von 1:1 abzubrechen. In der Verhandlung, die in dieser Woche vor dem Kreissportgericht Köln stattfand, wurde nun entschieden, dass das Spiel aufgrund der Intensität der Ausschreitungen für beide Seiten als verloren zu werten ist.

Darüber hinaus wurden vier Spielerinnen, die aufgrund ihrer Tätlichkeiten Rote Karten erhalten hatten, für jeweils sechs Monate gesperrt. Die Vereine wurden derweil aufgrund des durch ihre Mannschaften verursachten Spielabbruchs zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt.

Der Trainer des SV Merkenich wurde ebenfalls bestraft und ihm eine Strafzahlung von 250 Euro auferlegt. Hintergrund dessen war, dass das Sportgericht eine Aussage seinerseits als grob unsportliches Verhalten bewertete. Er hatte dem Schiedsrichter in der Kabine nahegelegt, als Spielstand einfach 1:1 einzutragen und sowohl den Spielabbruch, als auch die Platzverweise der Spielerinnen einfach außen vor zu lassen.

Obwohl der Übungsleiter diese Äußerung eher "salopp" getätigt hatte, sah das Sportgericht die Problematik gegeben, dass der Unparteiische sich davon hätte beeinflussen lassen können. Zudem hatte sich der Trainer von Gremberg-Humboldt während der Situation ebenfalls in der Kabine befunden ohne dabei jedoch zu intervenieren. 

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