Teammanagerbericht: SV Deutz 05

Autor: Hans-Walter Kley

03.11.2014

Busfahrt ins Verderben

Deutz 05 hatte einen Bus gechartert und trug seinen Teil dazu bei, dass über 500 Zuschauer eine eindrucksvolle Kulisse beim Aufeinandertreffen der bisherigen Topteams bildeten. Deutz 05 traf auf einen Gastgeber, der es in sich hatte. Trainer Wolfgang Rieger hatte seine Mannschaft auf einigen Positionen verändert und sich entschlossen, erst in der eigenen Hälfte zu attackieren. Schon von Beginn an war zu sehen, warum der SSV oben steht. Physisch enorm starkes Zweikampfverhalten, hohe Laufbereitschaft und klare Vorteile bei Standards und damit in der Lufthoheit machte den Schwarz-Gelben das Leben mehr als schwer. Nach einigen Kopfballmöglichkeiten war es beinahe logisch, dass der SSV irgendwann in Führung gehen musste. Dies geschah in der 34. Minute, als Ghofranifar sich nach einer Ecke hoch schraubte und mit einem wahren Kopfballgeschoss seine Farben in Front brachte. Wo war die Deutzer Offensive? Sie war körperlich anwesend, aber durch die konsequente Zweikampfführung der Oberberger fast komplett aus dem Spiel genommen. Ein rotverdächtiges Foul von Schwarz an Pires Texeira - mit beiden Beinen voraus fegte er den Portugiesen förmlich vom Rasen - signalisierte allen Beteiligten: Ihr Deutzer habt hier und heute nichts, aber auch gar nichts zu holen! Die gleiche unliebsame Erfahrung musste auch David Marti Alegre machen. Die oft so gut funktionierende Kombinationsmaschine der Schwarz-Gelben kam in 90 Minuten nie ins Rollen. Der ballführende Spieler hatte kaum Zeit zum Luft holen und wurde sofort angegriffen. Das Beste am Halbzeitergebnis war, dass es aus Deutzer Sicht nur 0:1 stand. Nach dem Wechsel änderte sich nichts. Nach einem Aluminiumtreffer des SSV fiel postwendend das 2:0. Wieder war ein Kopfball der Ursprung, den Abpraller nutzte Hock, weil er am schnellsten reagierte. Deutz 05 verlagerte das Spiel nach vorne. Als in der 57. Minute endlich das 1:2 fiel, wurde die Hoffnung durch den Unparteiischen im Keim erstickt, weil er zuvor ein Handspiel gesehen hatte. In der 75. Minute kam Soydan für Kaspers, Tamme sollte für mehr Druck auf der Außenbahn sorgen. Dies gelang auch in Ansätzen, weil er zweimal zum Abschluss kam. Richtig gute Möglichkeiten sehen allerdings anders aus. Mit einem sehenswerten Konter gegen aufgerückte Deutzer machte Nümbrecht 5 Minuten vor Schluss den Deckel drauf. Zum Schluss hätte es für den entthronten Tabellenführer noch heftiger werden können.
Fazit: Auf der Fahrt durch den Herbstwald des Bergischen Landes spielte der WDR Mando Diaos „Black Saturday“. Dass es ein „Black Sunday“ für Deutz 05 werden sollte, konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Homburg-Nümbrecht erteilte Deutz 05 eine Lehrstunde. Sie waren in allen Belangen überlegen, insbesondere die harte und konsequente Zweikampfführung ließ das Deutzer Kombinationsspiel nie zur Entfaltung kommen. Der SSV verfügt nicht über die Filigrantechniker wie 05. Was ausschlaggebend ist, war deutlich an diesem Sonntag zu sehen. Wunderbar auch die Raumaufteilung und das Verschieben des SSV. Deutz wurde derart intensiv attackiert, dass längerer Ballbesitz oder -passagen die Ausnahme waren. Ich habe selten eine Mannschaft gesehen, deren individuelle Fähigkeiten sich derart perfekt in einem Spielsystem wiederfinden. Für Deutz 05 geht die Welt nicht unter. Es war nur ein Fußballspiel von vielen. Schon am Sonntag beim DSK kann die Rieger-Elf zeigen, dass es ein Betriebsunfall war. Wolfgang Rieger wird das Spiel mit seinem Team analysieren und hoffentlich die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Kompliment an den SSV, das war eine (beinahe) perfekte Vorstellung mit einem hoch verdienten Sieg.
Um den Sonntag noch zu retten: Das hervorragende Parkplatzangebot und ausgezeichnetes Catering rundeten einen herrlichen Ausflug in das oberbergische Land ab!
Spielbericht: HW Kley


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